Azubis in der Krise risikofrei einstellen

Wie wichtig die Ausbildung junger Menschen für Unter­nehmen ist, bedarf keiner umfangreichen Erläuterung. In Krisenzeiten tauchen im Zusammenhang mit der Ausbildungsthematik verständlicherweise mehr Fragen auf als in normalen Zeiten: Können wir uns als Unter­nehmen einen Ausbildungsplatz angesichts von Auftragseinbrüchen und ungewisser wirtschaftlicher Zukunft überhaupt leisten? Und wie stellen wir sicher, den für unser Unter­nehmen passenden Azubi zu finden? Wie ist es möglich, dass in Zeiten von Kurzarbeit der Azubi auch ein Stück Entlastung für die Kollegen darstellt?

Eine mögliche Antwort auf alle drei Fragen, die vielleicht nicht sofort auf der Hand liegt, heißt „Zeitarbeit als vorgeschaltetes Instrument der Ausbildung“. Die Vorteile ergeben sich insbesondere durch die nachfolgenden Möglichkeiten:

Zeitarbeit bietet die Option des sich gegenseitigen Kennenlernens am konkreten, künftigen Ausbildungsplatz. Auf diese Weise können Fehleinstellungen vermieden werden, die sich oft erst nach einigen Monaten Ausbildungsdauer zeigen. Dies hilft dem Unter­nehmen in gleichem Maße wie auch dem jungen Menschen.

Wer schon vor dem Start der eigentlichen Ausbildung im Betrieb eingearbeitet und mit ersten Aufgaben betraut wurde, wird mit Beginn der Ausbildung eigenständiger arbeiten und damit Kolleginnen und Kollegen auch schon entlasten können. Gerade in Zeiten der Kurzarbeit, in der die Teams oft ausgedünnt sind, sind beide Aspekte nicht zu unterschätzen.

Sollte wider Erwarten und trotz aller Bemühungen aufgrund der wirtschaftlichen Situation im Herbst doch kein Ausbildungsplatz angeboten werden können, muss die Ausbildung nicht abgebrochen werden. Je früher eine solche Entscheidung absehbar ist, umso stärker steigen die Chancen der jungen Menschen, noch einen alternativen Ausbildungsplatz finden zu können. Die bereits im Rahmen des Zeitarbeitsverhältnisses erworbenen ersten Berufserfahrungen können im Bewerbungsprozess ein wichtiges Argument für den potentiellen Ausbildungsbetrieb sein, diesem Bewerber einen Ausbildungsplatz anzubieten.

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