Auszubildende produzieren Anti-Corona-Türgriffe

Gustavsburg. Die Corona-Krise beschäftigt nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im Berufsleben. Auch die Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH aus Südhessen ist betroffen: die Produktion steht still und die Büros sind leer.

Kontaktloses Türöffnen gegen Verteilung von Viren

Um die Produktion schnell wieder starten zu können, hat sich das „Taskforce-Team“ des Unter­nehmens etwas überlegt. Zur Unterstützung der Hygienemaßnahmen im Unter­nehmen, entstand die Idee, Anti-Corona-Türgriffe herzustellen. Diese sollen dabei helfen, so wenig wie möglich mit den Händen zu berühren. Schon wenige Tage, nachdem die Idee aufgekommen war, konnte ein erster Prototyp fertiggestellt werden.

Das „Taskforce-Team“ setzt sich zusammen aus Geschäftsführung, Werksarzt, Produktionsleiter, Logistik, Lieferantenmanagement, Kundenmanagement, Betriebsrat, IT, Werkssicherheit und Personalabteilung. Gegründet wurde das Team, um auf der einen Seite die wirtschaftlichen Auswirkungen durch das Virus einzuschätzen und auf der anderen Seite die Gesundheit der Mitarbeiter sicherzustellen.

Die Anti-Corona-Türgriffe von HÖRMANN Automotive bestehen aus gelbem Kunststoff, der als Signalfarbe dient. Die entwickelten Türgriffe ermöglichen und erleichtern das Öffnen und Schließen von Türen mit dem Ellenbogen. Dadurch wird der Kontakt zwischen Hand und Türklinke vermieden und somit die Verteilung von Viren enorm reduziert.

Schneiden, fräsen, bohren – so entsteht ein Anti-Corona-Türgriff

Um die Produktion der Anti-Corona-Türgriffe kümmern sich die Auszubildenden der HÖRMANN Automotive GmbH.

Moritz Racke, Auszubildender im zweiten Lehrjahr bei HÖRMANN, erklärt: „Zuerst schneiden wir den gelben Kunststoff mit der Kreissäge grob auf Maß. Anschließend wird sowohl der Griff als auch die Halterung auf die richtige Länge und Form gefräst und alle benötigten Löcher gebohrt. Dabei müssen wir immer den jeweiligen Türklinkenradius mit berücksichtigen, damit der Türgriff optimal die Türklinke umschließ. Dementsprechend müssen wir je nach Türklinke unterschiedliche Größen unseres Anti-Corona-Türgriffes herstellen. Am Ende bekommt jeder Griff durch Feilen und Schmirgeln noch den letzten Feinschliff.“

Die Arbeitsschritte laufen zum großen Teil parallel, sodass mittlerweile bis zu 30 Anti-Corona-Türgriffe von fünf Auszubildenden an einem Arbeitstag hergestellt werden können. Über 350 Anti-Corona-Türgriffe, die nun am Standort in Gustavsburg erfolgreich in Benutzung sind, haben die Auszubildenden des Unter­nehmens bereits produziert.

Text: Carolin Werner, HÖRMANN Automotive Gustavsburg GmbH & Hannah Oechler, HESSENMETALL.