Ergebnisse der Frühjahrsumfrage 2021

Im Frühjahr 2021 hat HESSEN­METALL seine Mitgliedsunternehmen erneut nach ihrer Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation und der weiteren Entwicklung bis zum Herbst 2021 befragt; die Erhebung hat im April und Mai 2021 stattgefunden. In diesem Frühjahr haben sich 147 Mitglieds-Unter­nehmen mit mehr als 38.300 Beschäftigten daran beteiligt; zusätzlich sind 1.540 Zeitarbeitnehmer erfasst worden. In der Auswertung ist jede Rückmeldung mit einer Stimme berücksichtigt worden.

Beurteilung der allgemeinen Geschäftslage

Beurteilung der allgemeinen Geschäftslage

Die Stimmung in der hessischen M+E-Industrie zeigt sich deutlich verbessert.
Bei der Beurteilung der allgemeinen Geschäftslage ist ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar. Der Anteil der Unter­nehmen, die die allgemeine Geschäftslage als „gut“ bewerten, steigt im Vergleich zum vergangenen Herbst um fast 30 Prozentpunkte. Dennoch beurteilt immer noch jedes fünfte Unter­nehmen die Geschäftslage als „schlecht“. Auch deshalb ist die allgemeine Stimmung noch ein gutes Stück vom Niveau des Jahres 2018 vor dem Beginn von Rezession und Corona-Pandemie entfernt.

Dennoch ist der Stimmungsaufschwung ein positives Signal, dass sich die Unter­nehmen langsam aus dem Corona-Tief kämpfen, nachdem die hessische M+E-Industrie im Jahr 2020 rund 6 Milliarden Euro Umsatz gegenüber 2019 eingebüßt hat. Für die kommenden sechs Monate erwartet die überwiegende Mehrheit der Unter­nehmen keine nennenswerte Änderung der Lage. Dass der Ausblick nicht positiver ausfällt, ist auch ein Hinweis darauf, dass weiterhin große Unsicherheit über das wirtschaftliche Umfeld und die Dauer der Rückkehr auf das Niveau von vor Rezession und Pandemie besteht.

Beurteilung der Auftragsbestände

Beurteilung der Auftragsbestände

Die Unter­nehmen beurteilen die Auftragslage deutlich besser als im vergangenen Herbst.  Der Anteil der Unter­nehmen, deren Auftragsbestände „ausreichend“ oder „verhältnismäßig groß“ sind, steigt um satte 25 Prozentpunkte. Bis zum Herbst rechnet über ein Viertel der Unter­nehmen mit einer weiteren Verbesserung.

Beurteilung der Umsatzentwicklung

Beurteilung der Umsatzentwicklung

Bei den Umsätzen zeigt sich der Stimmungsumschwung besonders deutlich. Fast die Hälfte der Unter­nehmen beurteilt die Umsatzlage inzwischen als gut. Damit haben sich die Befürchtungen aus dem vergangenen Herbst glücklicherweise nicht bestätigt. Damals hatten über 54 Prozent der Unter­nehmen eine Verschlechterung der Umsätze erwartet.

Beurteilung der Ertragsentwicklung

Beurteilung der Ertragsentwicklung

Drei Viertel der Unter­nehmen beurteilen ihre Ertragslage inzwischen als „befriedigend“ oder „gut“. Dies bedeutet auch hier eine deutliche Verbesserung zum vergangenen Herbst. Für die kommenden sechs Monate sind die Erwartungen jedoch eher verhalten: nur rund 16 Prozent erwarten eine weitere Steigerung der Erträge. Demgegenüber rechnen fast 20 Prozent mit einem Rückgang.

Beurteilung der Investitionen

Beurteilung der Investitionen

Nach der deutlichen Verschlechterung im vergangenen Herbst zeigt sich das Investitionsklima im Frühjahr nur geringfügig verbessert. Für die kommenden sechs Monate erwartet nur jedes fünfte Unter­nehmen eine Steigerung.


Investitionen: Umwelt, Qualifizierung und Erweiterung gewinnen an Bedeutung
Der Anteil der Rationalisierungsinvestitionen ist im Vergleich zum vergangenen Herbst deutlich zurückgegangen. Stattdessen haben Investitionen in Umweltschutzmaßnahmen, Mitarbeiterqualifizierung und beschäftigungswirksame Erweiterungen an Bedeutung hinzugewonnen. Der Anteil der Produkt- und Ersatzinvestitionen bleibt hingegen stabil.


Auslandsinvestitionen steigen leicht
Der Anteil der Auslandsinvestitionen ist im Vergleich zum Herbst 2020 leicht gestiegen (damals: 13,7 %). Investitionen in Asien (Herbst 2020: 18,3 %) und Nordamerika (Herbst 2020: 7,1 %) gewinnen wieder mehr an Bedeutung.

Beurteilung der Exporte

Beurteilung der Exporte

Exportgeschäft zeigt sich deutlich verbessert
Der Anteil der Unter­nehmen, deren Exporte „verhältnismäßig hoch“ sind, steigt deutlich auf jetzt über 20 Prozent. Nur noch jedes vierte Unter­nehmen sieht die Exporte als „zu gering“ an. Im Herbst war es noch jedes zweite. Trotz des positiven Trends sind die Erwartungen für die nächsten sechs Monate auch hier eher vorsichtig.



Wenig Änderungen bei den Auslandsmärkten
Der durchschnittliche Exportanteil der befragten Unter­nehmen ist im Vergleich zum Herbst 2020 leicht gesunken. Bei den Exportschwerpunkten zeigt sich ein weitgehend unverändertes Bild.

Beurteilung der Beschäftigungsentwicklung

Beurteilung der Beschäftigungsentwicklung

Beschäftigung: leichter Rückgang erwartet
Die beteiligten M+E-Unter­nehmen rechnen damit, dass die Zahl der Beschäftigten bis zum Herbst geringfügig sinken wird. Dies gilt auch für die gesondert erfassten Zeitarbeitnehmer.


Beschäftigung: Produktion am stärksten betroffen
Wie bereits im Herbst 2020 ist vor allem die Produktion von der aktuellen Beschäftigungsentwicklung (Leichter Rückgang) betroffen; dies wird auch für das kommende Halbjahr erwartet.

Ansprechpartner
Jan-Patrick Harms

Jan-Patrick Harms
Kennzahlen und Benchmarks