Ergebnisse der HESSENMETALL-Frühjahrsumfrage 2020 und zur Gesamtmetall-Blitzumfrage


Mit der HESSENMETALL-Frühjahrsumfrage sind bei unseren M+E-Mitgliedsunternehmen im April und Mai 2020 mehr als 21.300 Beschäftigte und zusätzlich 250 Zeitarbeitnehmer erfasst worden.
Aufgrund der Corona-Pandemie schätzen die beteiligten Unter­nehmen die Geschäftslage nochmal deutlich schlechter ein als im Herbst 2019. Für die kommenden sechs Monate erwarten sie überwiegend eine weitere Verschlechterung. Diese Einschätzung spiegelt sich in fast allen weiteren Bereichen der Umfrage wider. Die detaillierten Ergebnisse der Frühjahrsumfrage finden Sie in u. s. Darstellung.

Die Ergebnisse der zweiten repräsentativen Blitzumfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall unter den Mitgliedsunternehmen der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) finden Sie auf der Webseite von Gesamtmetall.  Danach sind Inzwischen sind 91,5 Prozent aller M+E-Unter­nehmen durch die Corona-Epidemie in ihrer Produktion betroffen, fast 44 Prozent melden sogar sehr starke oder starke Einschränkungen. Bei der ersten Umfrage im April 2020 waren es noch 83,4 Prozent aller befragten Unter­nehmen und 30,9 Prozent mit sehr starken oder starken Einschränkungen.

Beurteilung der allgemeinen Geschäftslage

Beurteilung der allgemeinen Geschäftslage

Die Stimmung in der hessischen M+E-Industrie trübt sich coronabedingt noch stärker ein
Bei der Beurteilung der allgemeinen Geschäftslage ist ein deutlicher Abwärtstrend erkennbar. In der entsprechenden Auswertung vom Herbst 2019 hatten noch 24 Prozent der Unter­nehmen ihre damalige Geschäftslage als „gut“, 45 Prozent als „befriedigend“, und 31 Prozent als „schlecht“ beurteilt.

Dies deckt sich mit den Ergebnissen der beiden Kurzumfragen zur wirtschaftlichen Entwicklung in der M+E-Industrie, die HESSENMETALL gemeinsam mit Gesamtmetall durchgeführt hat. Diese haben ergeben, dass 90 Prozent der HESSENMETALL-Mitgliedsunternehmen ihre Produktion in Folge der Corona-Pandemie einschränken mussten, 40 Prozent sogar „stark“ oder „sehr stark“. Infolge dessen sind weit über die Hälfte der Betriebe in Kurzarbeit. Nach Berechnungen von HESSENMETALL sind davon fast 100.000 Beschäftigte betroffen.

Für 2020 erwarten die Unter­nehmen aufgrund der Corona-Krise einen Umsatzrückgang von rund 26 Prozent im Vergleich zu 2019. Hochgerechnet auf die gesamte hessische M+E-Industrie entspräche dies einem Umsatzverlust von rund 18 Milliarden Euro.

Beurteilung der Auftragsbestände

Beurteilung der Auftragsbestände

Auftragsbestände leicht verschlechtert
Die Unter­nehmen beurteilen die Auftragslage nochmal etwas schlechter als in der Herbstumfrage 2019: Vor einem halben Jahr ist der Anteil der „verhältnismäßig großen“ Auftragsbestände mit 16 Prozent noch etwas positiver eingeschätzt worden. Allerdings haben auch damals bereits 49 Prozent mit „eher abnehmenden“ Auftragsbeständen bis zum Frühjahr 2020 gerechnet.

Beurteilung der Umsatzentwicklung

Beurteilung der Umsatzentwicklung

Auch die Umsatzlage trübt sich deutlich ein
Im vergangenen Herbst war der Anteil einer „guten“ Umsatzlage mit 26 Prozent deutlich höher als bei den aktuellen Ergebnissen. Damals gingen aber bereits 46 Prozent der teilnehmenden Unter­nehmen von „eher fallenden“ Umsätzen aus.

Beurteilung der Ertragsentwicklung

Beurteilung der Ertragsentwicklung

Einschätzung der Ertragslage fast unverändert
Die Unter­nehmen beurteilen ihre Ertragslage ähnlich zum Herbst 2019. Dies ist auch deshalb überraschend, weil damals über 40 % der Unter­nehmen von einer Verschlechterung ausgingen. Die Corona-Pandemie sorgt allerdings dafür, dass die Unter­nehmen erneut äußerst pessimistisch auf die kommenden sechs Monate blicken.

Beurteilung der Investitionen

Beurteilung der Investitionen

Investitionsklima deutlich verschlechtert
Aufgrund der aktuellen Situation hat sich auch das Investitionsklima unter den HESSENMETALL-Mitgliedsunternehmen verschlechtert. Denn während deutlich weniger Unter­nehmen von einem hohen oder zumindest befriedigenden Investitionsniveau ausgehen, hat sich der Anteil der Unter­nehmen, die das Investitionsniveau als "zu niedrig" beurteilen, in den letzten 6 Monaten verdoppelt.


Investitionsschwerpunkte verschieben sich
Die gestiegene Investitionszurückhaltung der Unter­nehmen zeigt sich vor allem an der gestiegenen Bedeutung von notwendigen Ersatzinvestitionen. Jedoch zeigt sich ebenfalls, dass Investitionen zur Modernisierung der eigenen Produkte trotz Corona-Pandemie unverändert wichtig sind. Der erwartete Anstieg hin zu mehr Rationalisierungsinvestitionen ist hingegen ein Warnsignal hinsichtlich der Folgen der Corona-Pandemie.


Weniger Investitionen im Ausland
Der Anteil der Auslandsinvestitionen ist im Vergleich zum Herbst 2019 leicht zurückgegangen (damals: 14,1 %). Dieser Rückgang geht wenig überraschend vor allem zu Lasten der Investitionen in Asien (Herbst 2019: 20,3 %) und Nordamerika (Herbst 2019: 10,8 %).

Beurteilung der Exporte

Beurteilung der Exporte

Exporte für mehr als ein Drittel „zu gering“
Wie erwartet leidet auch das Auslandsgeschäft unter der aktuellen Situation. So ist der Anteil der Unter­nehmen, die das Exportgeschäft als zu gering beurteilen, im Vergleich zum Herbst 2019 um rund zehn Prozentpunkte gestiegen. Gleichzeitig sank der Anteil der Positiv-Beurteilungen von rund 13 auf rund 7 Prozent. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate lassen zunächst keine positive Tendenz erkennen.


Wenig Änderungen bei den Auslandsmärkten
Der durchschnittliche Exportanteil der befragten Unter­nehmen ist im Vergleich zum Herbst 2019 sogar leicht angestiegen. Bei den Exportschwerpunkten zeigt sich ein weitgehend unverändertes Bild.

Beurteilung der Beschäftigungsentwicklung

Beurteilung der Beschäftigungsentwicklung

Beschäftigung: Deutliche Einbrüche bei der Zeitarbeit
Trotz Corona-Pandemie rechnen die beteiligten M+E-Unter­nehmen nur mit einem leichten Rückgang der Mitarbeiterzahl bis zum Herbst. Jedoch ist zu erwarten, dass die Zahl der Zeitarbeitnehmer in der M+E-Industrie deutlich sinken wird.


Beschäftigung: Produktion am stärksten betroffen
Wie bereits im Herbst 2019 ist vor allem die Produktion von der aktuellen Beschäftigungsentwicklung betroffen; dies wird auch für das kommende Halbjahr erwartet.