„Ein Blick in die Toolbox einer Managerin“

Das Netzwerk im virtuellen Mini-Workshop

Am Dienstag, den 13.07.21 hat sich das HESSEN­METALL Netzwerk Frauen in Führungspositionen (HMFF) zu einem virtuellen Mini-Workshop getroffen, bei dem Tricks und Kniffe vorgestellt wurden, die dabei helfen können die Themen der ersten beiden Online-Events von der Theorie in die Praxis zu übertragen. Das Credo: konkrete Tools – also Werkzeuge – für erfolgreiches Management kennenlernen und darüber in die Anwendung und in den Austausch kommen. Inspiriert von den Begegnungen mit den beiden hochkarätigen weiblichen Speakern der vergangenen Veranstaltungen hatten die Projektleiterinnen, Isabelle Mang und Sabine Stoll Wewior, hierfür das Gespräch mit dem Bildungshaus Bad Nauheim gesucht, um ihren Mitgliedern trotz der Einschränkungen durch die Pandemie ein Workshop-Setting zu ermöglichen – das Ergebnis: „Ein Blick in die Toolbox einer Managerin“ in Form eines eigenes auf die Veranstaltung zugeschnittenen und gekürzten interaktiven Mini-Seminars unter der Anleitung von Trainerin Antje Weidling. Nachdem Isabelle Mang als Ziel des Netzwerks das Coaching von weiblichen Führungskräften hervorgehoben hatte, betonte Sabine Stoll Wewior bei der Einführung in die virtuelle Veranstaltung: „Heute lernen wir hilfreiche Techniken kennen, die in verschiedenen Kommunikationssituationen – nicht nur in einer Leitungsfunktion – angewandt werden können. Damit es nicht nur beim Gehörten bleibt, soll hier auch der Raum sein, diese direkt auszuprobieren, um Übung zu bekommen.“

v.l.n.r.: Antje Weidling, Isabelle Mang, Sabine Stoll Wewior, Lukas Stein (Bildungshaus Bad Nauheim)Innere Bilder als Multifunktionswerkzeuge

Basierend auf dem Stichwort Verhandlungssicherheit, das sich unter anderem seit Beginn des Netzwerks HMFF als ein Schwerpunktthema herauskristallisiert hatte, ging es am Workshop-Termin für die Teilnehmerinnen deshalb unmittelbar an die praktische Umsetzung; da es eine große Vielfalt an verschiedenen Verhandlungsstrategien gibt, stellte die Trainerin zunächst in einem Überblick einige Methodiken kurz vor. Die Teilnehmerinnen wählten daraus ihre Favoriten, die im Folgenden detailliert diskutiert wurden. Hierzu gehörte insbesondere die Methodik der „inneren Bilder“, um Einstellungen und Perspektiven hinsichtlich Situationen, Haltungen und Personen zu visualisieren, zu reflektieren sowie zielgerichtet einzusetzen. „Sich mit seinen inneren Bildern zu befassen, ist ein Multifunktionswerkzeug, um unser Handlungsrepertoire auszuschöpfen und unsere Stärken zu entfalten. Es lohnt sich hinzuschauen, welche Bilder ich im Kopf habe. Bremsen oder unterstützen sie mich? Sich mit funktionalen Bildern auszustatten ist hochwirksam, die Neurobiologie bestätigt das“, erklärte Weidling. Um sich innere Bilder zu Nutze zu machen, empfahl sie, sich das entsprechende Symbol aufzumalen oder auszudrucken und an einem Ort zu platzieren, der sich häufig im eigenen Blickfeld befindet und die Methode so mental griffbereit zu haben, bis das Bild mit seiner Bedeutung auch im Inneren jederzeit abrufbar ist.

Quelle: Antje Weidling Sich nichts in die Schuhe schieben lassen
 
Anklang hierbei fand beispielsweise das innere Bild der Schuhe in Anlehnung an das Sprichwort „Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an!“. Mit figurativem Blick auf ihren Arbeitsalltag führten sich die Teilnehmerinnen Szenarios vor Augen und setzten im Austausch über verschiedene Settings, Problematiken und Persönlichkeiten, die ihnen als angehende oder etablierte Führungskräfte begegnen, innere Bilder ein, um Standing, Ablauf und Ergebnis zu evaluieren und zu optimieren. Im Fall der Schuhe hieß das konkret: „Wenn etwas nicht funktioniert, ich meinen Teil allerdings getan habe, um genau das zu verhindern oder dieser Bereich gar nicht in meiner Verantwortung liegt, denke ich an das Bild der Schuhe und muss mir dieses Problem dann wortwörtlich nicht von anderen in die Schuhe schieben lassen“, hieß es zum Beispiel im Gespräch. „Genau, das gilt auch für eine Person, die mich in einer Konfrontation grundsätzlich unterschätzt und gleich zu Beginn förmlich in rosa Rüschenschühchen stecken will, Schuhe, die mir nicht gehören – also zieh' ich sie mir in meiner Verhandlungsstrategie auch nicht an!"

Die Mischung macht‘s

Mehr als zwanzig Frauen aus Mitgliedsunternehmen von HESSEN­METALL hatten teilgenommen, um in Form dieses Schnupperformats beispielhaft einen Eindruck davon zu gewinnen, welche Softskill-Trainingsmethoden für Frauen in Führungspositionen für sie relevant, spannend und – insbesondere im Rahmen des Verbands – verfügbar sind.  Der virtuelle Mini-Workshop kam bei den Teilnehmerinnen gut an: „Er war genauso wichtig, wie die Impulse der Managerinnen in den ersten Veranstaltungen. Behaltet die Mischung bei!“ Weitere Angebote folgen und können auch durch das breitgefächerte Veranstaltungsprogramm des Bildungshauses Bad Nauheim ergänzt werden. HMFF empfiehlt unter anderem das Seminar: „Von der Kollegin zur Vorgesetzten“, das im Oktober speziell für Frauen angeboten wird.

Weitere Infos zum Netzwerk und zur Mitglied­schaft finden Sie hier.

Redaktion und Text: Talisa Dean

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Sabine Stoll Wewior

Sabine Stoll Wewior
Referentin Bildung