Tarifrunde 2020: M+E Mitte und IG Metall Bezirk Mitte einigen sich

Verhandlungsführer Dr. Brunn: „Krisengerechte Einigung für Unter­nehmen und Beschäftigte in Ausnahmesituation.“

Frankfurt am Main. Die Verhandlungsgemeinschaft M+E Mitte und der IG Metall Bezirk Mitte haben sich für die rund 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland auf eine Einigung für die Tarifrunde 2020 verständigt.

Für Hessen haben die zuständigen Gremien von Hessenmetall einstimmig die Übernahme des am 19. März 2020 erzielten Tarifabschlusses aus Nordrhein-Westfalen beschlossen. Der Tarifvertrag tritt rückwirkend zum 23. März 2020 in Kraft und hat eine Mindestlaufzeit bis zum 31. Dezember 2020. Das Tarifergebnis sieht keine Erhöhungen der Entgelte und Ausbildungsvergütungen vor. Es enthält neue tarifliche Instrumente zur Abfederung sozialer Härtefälle bei Kurzarbeit, zur Bewältigung von Engpässen in der Kinderbetreuung wegen der Schul- und Kita-Schließungen und zum Umgang mit Beschäftigungsausfällen.

„Der Tarifabschluss gewährt unseren Mitgliedsunternehmen in diesen unsiche¬ren Zeiten Planungssicherheit bis Ende des Jahres. Der Finanzierungsbetrag in Höhe von 350 Euro je Vollzeitbeschäftigtem kann zur Abminderung sozialer Härtefälle bei Kurzarbeit verwendet und auf betriebliche Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld angerechnet werden oder im Rahmen der Differenzierung aus wirtschaftlichen Gründen auch entfallen. Durch die Wiedereinführung des Tarifvertrags Zukunft in Arbeit können das Kurzarbeitergeld der Beschäftigten durch Verwendung von tariflichen Sonderzahlungen erhöht und die tariflichen Remanenzkosten der Mitgliedsunternehmen gemindert werden“, erklärte Dr. Thomas Brunn, Verhandlungsführer von M+E MITTE und HESSENMETALL. „Aufgrund der Coronavirus-Pandemie steht die deutsche Volkswirtschaft und damit auch die hessische Metall- und Elektroindustrie vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte. Angesichts dieser vielerorts existenzbedrohenden Situation für die M+E-Unter­nehmen und ihre Beschäftigten stellt der Tarifabschluss, der Liquidität und Beschäftigung sichern hilft, eine angemessene und krisengerechte Einigung dar, auch wenn wir uns eine längere Laufzeit gewünscht hätten,“ so Dr. Brunn weiter.


Die “Arbeitsgemeinschaft M+E MITTE”
M+E Mitte spricht und handelt in Tarifverhandlungen für die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie Hessens (HESSENMETALL), der Pfalz (PFALZMETALL), Rheinland-Rheinhessens (vem.die arbeitgeber) und des Saarlandes (ME Saar). In den drei Bundesländern umfasst die M+E-Industrie rund 1.400 Unter­nehmen mit 400.000 Beschäftigten“. M+E MITTE verhandelt mit der IG Metall Bezirksleitung Mitte.

Für Mitgliedunternehmen:  Die Details zum Tarifabschluss finden SIe im Serviceportal unter Tarifrunde 2020.

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