Seit 70 Jahren Meinungsbildner und vernetzter Interessenvertreter der südhessischen M+E-Unternehmen

HESSENMETALL Darmstadt und Südhessen feiert Jubiläum // Claus Lau: „Demokratie, soziale Marktwirtschaft, Tarifautonomie und Zukunftsfähigkeit stärken“ // Reinhold Stämmler nach 33 Jahren Verbandstätigkeit verabschiedet.

Die Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL feierte mit über 200 Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ihr 70-jähriges Bestehen am 19. November 2018 im Haus der Wirtschaft Südhessen in Darmstadt.

Seit 1948 vertritt die Bezirksgruppe die Interessen der südhessischen Metall- und Elektroindustrie. Waren es anfänglich 87 freiwillig organisierte Mitgliedsunternehmen, so sind es heute 141 mit rund 36.000 Beschäftigte.

„Es ist der Mix aus arbeitsrechtlicher Expertise, flexibler und betriebsnaher Tarifgestaltung sowie innovativer Wissensvernetzung und vielfältigem gesellschaftlichem Engagement, der das Leistungsspektrum des Verbandes prägt“, sagte Claus Lau, Vorstandsvorsitzender der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL, in seinem Grußwort.

„Unverzichtbar für uns sind demokratische Werte, soziale Marktwirtschaft, Freihandel und europäische Integration, denn sie bilden das Fundament unserer freiheitlichen Grundordnung und den Ordnungsrahmen für unternehmerisches Handeln. Sie sind essentiell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer offenen Gesellschaft, der wir uns seit 70 Jahren verpflichtet fühlen und für deren Erhalt wir uns einsetzen. Dies hilft den innovativen südhessischen M+E-Industrieunternehmen mit ihren Mitarbeitern weiterhin Beiträge für Wachstum, Fortschritt und Wohlstand zu erwirtschaften“, stellte Claus Lau fest.

„Dabei ist die grundrechtlich verankerte Tarifautonomie eine unverzichtbare Säule unserer Sozialen Marktwirtschaft sowie ein zentraler Standortvorteil. Hier werden wir oft beneidet, denn sie gewährleistet Arbeitsfrieden und Planungssicherheit bei einem immer volatileren Geschäft, das durch Protektionismus, Abschottung und zunehmenden Handelserschwernissen begleitet wird. In den vergangenen Jahren haben wir für unsere Mitgliedsunternehmen zukunftsorientierte Tarifverträge ausgehandelt. Im Februar 2018 haben wir den Eintritt in ein modernes und digitales Arbeitszeitalter ermöglicht. Kernbestandteil sind mehr Arbeitszeitvolumen für Betriebe, mehr Möglichkeiten, Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren für Beschäftigte, mehr Planungssicherheit durch eine lange Laufzeit und eine Differenzierungsoption für Betriebe, schaffen Gestaltungsräume für Kosteneffizienz und Flexibilität“, so Claus Lau.

„Die Soziale Marktwirtschaft, die heutige Stärke der Bundesrepublik ist untrennbar mit der wirtschaftlichen Stärke und der Innovationskraft der Industrieunternehmen verbunden. Gerade die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie sind heute mehr denn je Motor des Fortschritts und Treiber des Wohlstands in unserer Gesellschaft. Die M+E-Industrie und ihre Mitarbeiter sind das Herz der deutschen Wirtschaft. Wir feiern in diesem Jahr nicht nur die 70 Jahre der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen. Wir feiern auch 100 Jahre Tarifautonomie in Deutschland. Das Stinnes-Legien-Abkommen, geschlossen am 15. November 1918 in Berlin, legte den Grundstein. Nur wenige Tage nach dem Ende des 1. Weltkriegs, inmitten der Novemberrevolution, beschlossen Arbeitgeber und Gewerkschaften, sich gegenseitig anzuerkennen.
Ziel war es, die Arbeitsbedingungen ohne Eingriff von außen auszuhandeln, also ohne den Staat. Und die Kraft dieser Vereinbarung, die Tarifautonomie, hat bis heute Bestand. Sie hat sogar Verfassungsrang. Trotz Weltkrieg, trotz Verbot von Gewerkschaften und Selbstauflösung von Verbänden in der NS-Zeit, trotz deutscher Teilung und Wirtschaftskrisen ist die Tarifautonomie bis heute Kernelement unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung“, sagte Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer von GESAMTMETALL in seiner Ansprache.

Nach 33 Jahren im Dienst der südhessischen Unternehmen wurde Reinhold Stämmler als Bereichsleiter Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Gesellschaftspolitik der Unternehmerverbände Südhessen gewürdigt und feierlich verabschiedet.
„Reinhold Stämmler war stets ein innovativer Impulsgeber für bildungspolitische Ideen, visionäre Kooperationsmodelle, neue Veranstaltungsformate und Kommunikationskonzepte. Bei der strategischen Weiterentwicklung der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen, deren Geschäftsführer er seit 1985 war, hat er sich für die berufliche Orientierung, den MINT-Gedanken und für Schulpartnerschaften eingesetzt. Im Bereich Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung, bei der Zusammenarbeit mit den Ausbildungsleiterkreisen, dem Einsatz des M+E-InfoTruck und bei bildungspolitischen Veranstaltungen sowie vielen weiteren Projekten hat er neue Maßstäbe gesetzt. Stets trat er für fundierten Wissenserwerb und mehr Praxisbezug in allen Bildungsbereichen ein. In den letzten Jahren legte er einen besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung digitaler Konzepte in der Bildungsarbeit, der Vernetzung mit Hochschulen und bei der Nachwuchsgewinnung für Unternehmen in der Region Südhessen. Aus der Tradition des 1948 gegründeten Verbandes, der sich als Meinungsbildner für Fortschritt, Initiative und offene Märkte sieht, hat Reinhold Stämmler ein breites gesellschaftspolitisches und ehrenamtliches Engagement in unterschiedlichen Gremien und Institutionen wahrgenommen. Dieses Denken und Handeln ist Grundlage für ein dynamisches gesellschaftliches Miteinander“, hob Dirk Widuch, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL, in seiner Rede Stämmlers Verdienste hervor.


__________________

________________

______________

Zurück zur Übersicht
Ansprechpartner
Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse