HESSEN­METALL zur wirtschaftlichen Lage in der hessischen M+E-Industrie

Verhandlungsführer Barta: „Forderungsempfehlung unangemessen“ // M+E-Unter­nehmen massiv von Kostensteigerungen betroffen // Fahren Investitionen zurück. // Jedes fünfte Unter­nehmen fürchtet um Existenz.

Frankfurt am Main. „Die Forderungsempfehlung des IG Metall-Vorstands an die regionalen Tarifbezirke ist angesichts der angespannten Situation unserer Industrie völlig unangemessen. Fast alle M+E-Unter­nehmen in Hessen sind von erheblichen Kostensteigerungen betroffen. Zwei Drittel müssen  im Strukturwandel eigentlich dringend erforderliche Investitionen zurückfahren oder verschieben. Und jedes fünfte Unter­nehmen fürchtet um seine Existenz. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld und der weiterhin gestörte Welthandel werfen uns weiter zurück. Zwar versucht die Mehrheit der Unter­nehmen ihre Lieferketten zu diversifizieren, allerdings rechnen nur 8 Prozent damit, in diesem Jahr ohne Einschränkungen produzieren zu können“, erklärte HESSEN­METALL-Verhandlungsführer Oliver Barta.

Die Unter­nehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) sind mit massiven Kostensteigerungen konfrontiert. In einer aktuellen Umfrage von HESSEN­METALL unter seinen Mitgliedern erklärten 92 Prozent aller Betriebe, davon betroffen zu sein, 77 Prozent in substanziellem Umfang. Gerade einmal drei Prozent aller M+E-Firmen sind in der Lage, die Kostensteigerungen durch Preiserhöhungen vollständig an die Kunden weiterzugeben. Über drei Viertel der Unter­nehmen rechnen mit einem Gewinnrückgang.

„Der Kostendruck ist massiv angestiegen. Gleichzeitig sind die Reserven nach zwei Jahren Pandemie, in denen die Beschäftigung fast vollständig erhalten wurde, vielfach aufgebraucht. Dabei erfordert der Strukturwandel Investitionen in neue Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle, um die gutbezahlten Industriearbeitsplätze weiterhin zu sichern. Das ist angesichts der Wettbewerbsnachteile, mit denen sich rund 40 Prozent der Unter­nehmen infolge der Kostenexplosion konfrontiert sehen, eine riesige Herausforderung“, kommentierte Barta. Die Breite der Unter­nehmen sei unterschiedlich stark von der aktuellen Lage betroffen, dazu herrsche überall große Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Hintergrund: An der Umfrage haben im Zeitraum von 16. bis 31. Mai 2022 118 Unter­nehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie mit rund 60.000 Beschäftigten teilgenommen.

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Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse