Hessenmetall zur wirtschaftlichen Lage der Metall- und Elektro-Industrie im Frühjahr

Mang: "Die hessische M+E-Industrie nimmt wieder Fahrt auf. // Wir brauchen klaren Fahrplan zurück zur Normalität und keine zusätzlichen Belastungen!“

Frankfurt a. M. – Die Stimmung in der hessischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) zeigt sich im Frühjahr deutlich verbessert. Dies geht aus der diesjährigen Frühjahrsumfrage von HESSEN­METALL hervor, an der sich 147 Mitgliedsunternehmen mit mehr als 38.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Inzwischen beurteilt fast jedes zweite Unter­nehmen die wirtschaftliche Lage wieder als „gut“. Dieses Bild spiegelt sich auch in den Wirtschaftsdaten des Statistischen Landesamtes wider: Nachdem die hessische M+E-Industrie im vergangenen Jahr rund 6 Milliarden Euro Umsatz verloren hat, haben sich die Umsätze im 1. Quartal 2021 zumindest wieder auf dem Vor-Corona-Niveau eingependelt. Dennoch steckt die M+E-Industrie weiter in der Rezession. Denn die meisten Branchen machen immer noch zwischen 10 und 25 Prozent weniger Umsatz als 2018. Nur die Metallerzeuger und die Hersteller elektrischer Ausrüstungen konnten ihre Umsätze im Vergleich zu 2018 steigern.

Hoffnung auf weitere Besserung macht vor allem die gestiegene Nachfrage. Die Unter­nehmen konnten in den ersten drei Monaten branchenübergreifend mehr Aufträge als im  Vorjahr verbuchen. Für die hessische M+E-Industrie bedeutete dies insgesamt ein Auftragsplus von rund 7 Prozent im Vergleich zum 1. Quartal 2020. Dennoch herrscht bei den befragten Unter­nehmen für die kommenden 6 Monate weitgehend Unsicherheit, ob sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzen wird: Fast drei Viertel erwarten keine Veränderung. „Wir freuen uns, dass unsere Industrie nach einem verlorenen Jahr jetzt wieder Fahrt aufnimmt“, sagte HESSEN­METALL-Vorstandsvorsitzender Wolf Matthias Mang: „Die zögerlichen Zukunftserwartungen zeigen aber, dass wir von der Politik jetzt einen klaren Fahrplan zurück zur Normalität statt immer neuer Pflichten für die Unter­nehmen brauchen.“

Die Herausforderungen durch die digitale Transformation und den Strukturwandel seien durch die Krise nochmal erschwert worden. Notwendige Investitionen hätten verschoben werden müssen oder seien komplett gestrichen worden. „Fast jedes dritte Unter­nehmen schätzt die Höhe seiner Investitionen aktuell als zu gering ein und nur jedes fünfte erwartet in den nächsten sechs Monaten eine nennenswerte Steigerung. Dies zeigt, dass viele Unter­nehmen durch die Krise in ihren Anstrengungen zurückgeworfen worden sind. Hinzu kommen die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung und weitere Einschränkungen durch die Pandemie in den kommenden sechs Monaten. Unsicherheit ist pures Gift für Investitionen“, so der Vorstandsvorsitzende.

Mang zeigte sich vor allem über den Beschäftigungsrückgang in der hessischen M+E-Industrie besorgt. „Durch die Rezession ab 2019 und die hinzukommende Pandemie ab 2020 mussten viele Unter­nehmen Stellen abbauen. In den letzten drei Jahren haben wir so über 15.000 Beschäftigte verloren. Dank flexibler Arbeitszeitregelungen und Kurzarbeit ist es zum Glück nicht noch schlimmer gekommen. Trotzdem erwarten die Unter­nehmen in den kommenden sechs Monaten einen weiteren Rückgang um über 1.000 Stellen (- 0,7 Prozent). Wir müssen so schnell es geht auf einen stabilen Wachstumspfad zurückkehren, um diesen bitteren Abwärtstrend zu stoppen. Für die Politik heißt dies, dass sie den Unter­nehmen Perspektiven aufzeigen und neue Belastungen vermeiden muss. Neue bürokratische Regelungen, wie das gerade beschlossene Lieferkettengesetz wirken hingegen wie ein bleischwerer Rucksack, der den Aufstieg noch mühsamer macht.“

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