HESSEN­METALL zum IG Metall Aktionstag

Pollert: „Corona wirkt als Katalysator für Strukturwandel. // Investitionen in Strukturanpassungen sichern künftige Beschäftigung.“

Frankfurt am Main. „Alle Unter­nehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie wollen möglichst gut durch die anhaltende Corona-Krise kommen und die mehrfachen Herausforderungen eines historischen Geschäftseinbruchs bei gleichzeitigem Strukturwandel meistern. Dazu müssen sie die Rezession seit Mitte 2019 bewältigen und gleichzeitig den Strukturwandel noch entschlossener angehen.

Denn: Strukturanpassungen sichern entscheidend künftige Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Die Corona-Pandemie hat wie ein Katalysator dazu geführt, dass der Strukturwandel mit Automati­sierung, Digitalisierung und Verände­rungen bei den Antriebstechnologien sich erheblich schneller entwickelt“, analysierte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes HESSEN­METALL die Lage in Hessens größter Industrie zum IG Metall-Aktionstag. „Unsere Unter­nehmen müssen die dafür erforderlichen ganz erheblichen Investitionen in einem kürzeren Zeitraum stemmen – und dies in Zeiten stark reduzierter Einnahmen. Deshalb brauchen sie vor allem Kostensenkungen, wenigstens aber keine weiteren Kostensteigerungen.“

Dass die hessischen M+E-Unter­nehmen auf dem Weg zu digitaler Fitness schon gut vorangekommen, bereits viel investiert haben und zu weiteren erheblichen Investitionen bereit sind, hatte die im Januar veröffentlichte Umfrage unter 121 Mitgliedsunternehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie ergeben. Bereits die Hälfte schätzte sich als „eher hoch digitalisiert“ ein. 20 bis 30 Prozent der befragten Unter­nehmen investieren bereits heute mehr als 6 Prozent ihres Umsatzes in den digitalen Strukturwandel – und schon vor der beschleunigt wirkenden Corona-Pandemie wollten weitere 20 bis 30 Prozent diesen Wert in den nächsten fünf Jahren überschreiten“, so Pollert.

Die wirtschaftliche Lage ist überwiegend schlecht und sehr heterogen, hatte HESSEN­METALL vor kurzem anlässlich der historisch schlechten Halbjahreszahlen publiziert. Einzelnen geht es langsam trotz Corona, Rezession und Strukturwandel wieder besser, da sich ihr Geschäft erholt. Einige können davon ausgehen, dass frühestens Ende 2021 das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird, für viele wird dies aber länger, für manche sogar bis voraussichtlich Mitte des Jahrzehnts dauern. Mancherorts kehrt langsam dennoch vorsichtiger Optimismus zurück.

„In diesem Umfeld gilt es, die Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit mit möglichst wenig Beschäftigungsabbau zu erreichen. Dazu müssen die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden, ohne jedoch die erforderliche Anpassungen an den Strukturwandel zu behindern und dadurch Investitionen in die Zukunft zu gefährden: Staatliche Unterstützungen wie die Verlängerung der erleichterten Regelungen zum Kurzarbeitergeldbezug oder nachhaltige steuerliche Entlastungen können den Weg durch den dunklen Tunnel für eine gewisse Dauer unterstützend begleiten. Je länger dieser Weg jedoch dauert, desto schwieriger wird es werden, anschließend wieder schnell Fahrt aufzunehmen, auch, weil dann staatliche Mittel in erheblichem Umfang für Zukunftsinvestitionen nicht zur Verfügung stehen. Und in der Tarifpolitik und im Arbeitsrecht dürfen Kostensteigerungen und mangelnde Flexibilität nicht den Druck auf betriebsbedingte Kündigungen erhöhen“, so Pollert abschließend.

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Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse