HESSENMETALL Darmstadt und Südhessen präsentiert Ergebnisse der Herbstwirtschaftsumfrage 2019

Getrübte Zukunftsaussichten in der südhessischen M+E-Industrie / Claus Lau: „Konjunkturentwicklung, Strukturwandel und globale Großwetterlage machen uns zu schaffen“

Die Ergebnisse der diesjährigen Herbstwirtschaftsumfrage in der südhessischen Metall- und Elektro-Industrie wurden am 26. November 2019 im Haus der Wirtschaft Südhessen in Darmstadt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Dirk Widuch (Hessenmetall DA & Südhessen), Achim Kopp (KOPP Schleiftechnik GmbH) und Claus Lau (Bosch Rexroth AG) (v.l.n.r) präsentierten die Ergebnisse der Herbstwirtschaftsumfrage 2019.Darmstadt. „Auch wenn wir uns gesamtwirtschaftlich nicht in einer Rezession befinden, so ist der Abwärtstrend in der südhessischen M+E-Industrie doch unübersehbar. Die aktuelle Umfrage unter unseren Mitgliedsunternehmen lässt für das erste Halbjahr 2020 keine Erholung erwarten. Die allgemeine Geschäftslage verschlechtert sich und wir müssen mit Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung rechnen“, sagte Claus Lau, Vorstandsvorsitzender der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL und Standortleiter der Bosch Rexroth AG in Erbach.

„Die südhessische M+E-Industrie ist ein entscheidender Wachstums- und Beschäftigungsmotor. Neben der Konjunkturentwicklung und dem Strukturwandel macht uns auch die globale Großwetterlage zu schaffen. Die destruktive US-Handelspolitik sowie die ständige Gefahr eines ungeordneten Brexit sind 2019 für den globalen Abschwung verantwortlich. Wir benötigen ein geeintes Europa, welches sich zum Freihandel und den liberalen Werten bekennt“, warnte Claus Lau.

Die seit 1989 jährlich durchgeführte Umfrage unter Geschäftsführern südhessischer Metall- und Elektrounternehmen fragt nach der aktuellen Geschäfts-, Ertrags- und Beschäftigungslage in den Mitgliedsunternehmen sowie nach deren Erwartungen für das nächste Halbjahr.

Von den 154 Mitgliedsunternehmen beteiligten sich über 20% mit rund 12.500 Beschäftigten an der aktuellen Umfrage.

Geschäftslage und Erwartungen:

Die allgemeine Geschäftslage bewerten 42 Prozent der Befragten als nur noch befriedigend, 35 Prozent sogar als schlecht. Lediglich 23 Prozent der Unternehmen sehen diese als gut an. Über 45 Prozent prognostizieren im nächsten Halbjahr eine Stagnation und weitere 45 Prozent eine weitere Verschlechterung ihrer allgemeinen Lage.

Die Auftragsbestände bewerten 45 Prozent als ausreichend und ebenfalls 45 Prozent als zu gering. Für die kommenden 6 Monate gehen 45 Prozent von unveränderten und 42 Prozent von sinkenden Auftragszahlen aus.

Umsatzentwicklung und Ertragsniveau sehen über zwei Drittel der Befragten als nur noch befriedigend oder gar ungenügend. Von weiter sinkenden Umsätzen gehen 42 Prozent der befragten Geschäftsführer aus. Einen Ertragsrückgang in den kommenden sechs Monaten erwarten 48 Prozent.

Das aktuelle Investitionsniveau bewerten 71 Prozent als ausreichend und werden dieses auch im kommenden halben Jahr halten. Bei 23 Prozent der Befragten wird das Investitionsniveau im kommenden halben Jahr zurückgehen.

Das gegenwärtige Exportniveau wird mehrheitlich als ausreichend (58 Prozent) oder zu gering (29 Prozent) bewertet. Die Mehrheit erwartet ein gleichbleibendes Exportniveau (63 Prozent). Ein Viertel der Befragten rechnet mit einem Rückgang.

Beschäftigungslage:

Die Beschäftigungslage in der südhessischen M+E-Industrie ist derzeit noch positiv. Im kommenden halben Jahr ist ein Beschäftigungsrückgang von 2,1 Prozent zu erwarten.


Stimmen aus der südhessischen M+E-Industrie:


„Bei der derzeitigen konjunkturellen Entwicklung stehen wir vor der Herausforderung, im digitalen Wandel den Anschluss nicht zu verlieren. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es auch mit verhaltenen Investitionen möglich ist, digitale Prozesse im Unternehmen anzustoßen. Wichtig ist, unsere Fachkräfte auf diesem Weg mitzunehmen. Sie sind es schließlich, die die digitale Transformation begleiten“, sagte Achim Kopp, Geschäftsführer der KOPP Schleiftechnik GmbH und Vorstandsmitglied der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL.

„Wir befinden uns in einem Strukturwandel. Um diesen trotz schwächelnder Konjunktur zu bewältigen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, benötigen wir einen beschleunigten Infrastruktur- und Investitionsausbau. Hierzu zählt der flächendeckende 5-G-Ausbau ebenso wie zusätzliche Gewerbe- und Wohnflächen für Unternehmen und Fachkräfte sowie Investitionen in die Energienetze für unsere digitale Zukunftswirtschaft. Nur so wird es uns auch zukünftig gelingen, als High-Tech-Region international eine Spitzenposition einzunehmen“, resümiert Dirk Widuch, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL.

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Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse