Gremientag HESSEN­METALL: Wolf Matthias Mang als Vorsitzender bestätigt - Oliver Barta neuer Verhandlungsführer

Mang: „Nur mit agilen Unternehmern Sozialstaat möglich.“ // Barta: „Pausentaste bei Kostensteigerungen gedrückt halten!“

Familienunternehmer Wolf Matthias Mang erneut zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Der Tarifpolitische Ausschuss hat Oliver Barta, Bosch Thermotechnik, zum neuen Verhandlungsführer von HESSEN­METALL gewählt.

Aufgrund der Bedeutung dieser Funktion ist er damit satzungsgemäß zugleich auch stellvertretender Vorsitzender von HESSEN­METALL. Er folgt damit auf Dr. Thomas Brunn, der seit 2012 die Tarifverhandlungen geführt hat. Der Vorstand von HESSEN­METALL hat den Geschäftsführer Tarifwesen und Arbeitswissenschaft, Peter Hampel, zum stellvertretenden Hauptgeschäftsführer berufen.

„Nur mit einer agilen Unternehmerschaft kann Deutschland ein leistungsfähiger Sozialstaat mit hoher Beschäftigung bleiben“, sprach Mang den Teilnehmern auf der Mitgliederversammlung am 10. September aus der Seele. Mehr denn je brauchen wir heute Schumpeters ‘innovative und unternehmende Unternehmerinnen und Unternehmer‘: Um den anstehenden Strukturwandel, die Digitalisierung ebenso wie die Dekarbonisierung, erfolgreich zu gestalten. Und um gleichzeitig und auch weiterhin nach Überwindung der Corona-Krise auf einen wettbewerbsfähigen Wachstumspfad zurückkehren zu können. Viele hessische M+E-Unter­nehmen haben in den letzten Monaten eindrucksvoll gezeigt, wie sehr gesellschaftliche Verantwortung gelebte Praxis ist: sei es durch die kurzfristige Umstellung ihrer Produktion zur Herstellung dringend benötigter Güter und medizinischer Ausrüstung, sei es durch den Schutz ihrer Beschäftigten mit flexiblen Formen mobiler Arbeit oder durch direkte Hilfen für Menschen, Einrichtungen oder andere Unter­nehmen, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind. Gemeinsam sind Staat und Wirtschaft bislang gut durch die Pandemie gesteuert. Darauf lässt sich aufbauen, gerade auch weil alle wissen, dass es kein einfaches ‚Weiter so!‘ geben kann.“

„Die wirtschaftliche Lage ist überwiegend schlecht und sehr heterogen. Einzelnen geht es langsam trotz Corona, Rezession und Strukturwandel wieder besser, da sich ihr Geschäft erholt. Einige können davon ausgehen, dass frühestens Ende 2021 das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird, für viele wird dies aber länger, für manche sogar bis voraussichtlich Mitte des Jahrzehnts dauern“, stimmte Barta die M+E-Unter­nehmen ein. „Mancherorts kehrt langsam dennoch vorsichtiger Optimismus zurück. Wir alle wollen möglichst gut durch die anhaltende Corona-Krise kommen und unsere mehrfachen Herausforderungen eines historischen Geschäftseinbruchs bei gleichzeitigem Strukturwandel meistern. Dazu muss es uns gemeinsam in der anlaufenden Tarifrunde gelingen, weiterhin die Pausentaste bei den Kostensteigerungen gedrückt zu halten. Denn zunehmend mehr Unter­nehmen müssen leider Entscheidungen treffen, ob Kurzarbeit oder tarifliche Flexibilisierungsinstrumente noch länger ausreichen. Zugleich müssen wir die Gestaltung der Zukunft in Angriff nehmen. Dies setzt erhebliche Investitionen voraus, z. B. in Automatisierung, Digitalisierung sowie im Automotive-Bereich in die Veränderungen bei den Antriebstechnologien.


Hintergrund:

Wolf Matthias Mang (62) führt gemeinsam mit seiner Frau Simone Weinmann-Mang die Geschäfte des Mitgliedsunternehmens Arno Arnold GmbH, Obertshausen. Das Unter­nehmen stellt mit knapp 90 Mitarbeitern Industrieabdeckungen für Maschinen her. Zugleich ist Mang Aufsichtsratsvorsitzender der im Familienbesitz befindlichen Oechsler AG im fränkischen Ansbach mit knapp 3.500 Beschäftigten. Sie hat sich spezialisiert auf die Fertigung von Präzisions-Kunststoffteilen und Baugruppen, vor allem für die Automobil-, Medizin- und Elektro-Industrie. Der Familienunternehmer ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender von HESSEN­METALL und Vizepräsident von Gesamtmetall, seit 2014 Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und Mitglied im Präsidium der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Oliver Barta (52) ist seit 2006 als Vice President Human Resources bei der Bosch Thermotechnik GmbH, Wetzlar, verantwortlich für die weltweite Personalarbeit für 14.000 Beschäftigte. 1967 geboren in Eschwege, startete er seinen Berufsweg in der Industrie 1996 als Director Industrial Relations and Human Resources bei der Mannesmann Rexroth AG. Seit 2001 ist er für den Bosch-Konzern in verschiedenen rechtlichen Einheiten und HR-Funktionen tätig. Bei HESSEN­METALL ist Barta seit 2012 ehrenamtlich als stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe Mittelhessen und seit 2014 im Mitgliederrat und Tarifpolitischen Ausschuss auf Landesebene aktiv. Im April 2018 wurde er zum Vorsitzenden der Bezirksgruppe und Mitglied des Vorstands von HESSEN­METALL gewählt und im August 2020 wieder gewählt.

HESSEN­METALL ist das Arbeitgeber-Netzwerk von mehr als 640 Mitgliedsunternehmen der Metall- und Elektro-Industrie – der größten Industrie in Hessen. 2019 erwirtschaftete sie 68 Mrd. Euro und bildete 11.000 junge Menschen aus. Die neun Branchen der Metall- und Elektro-Industrie beschäftigten im Juli 2020 insgesamt 208.860 Menschen. Als Verband der Metall- und Elektro-Unter­nehmen Hessen e. V. vertreten wir konsequent die Arbeitgeberinteressen im Dialog mit Arbeitnehmern, Industriegewerkschaft Metall, Politik und Verwaltung. Wir sind Berater und Anwalt unserer Mitgliedsunternehmen und ihre vernehmbare Stimme in der Öffentlichkeit. Mehr Informationen finden Sie unter www.hessenmetall.de

Zurück zur Übersicht
Ansprechpartner
Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse