Eintracht Frankfurt und HESSEN­METALL streamen Live-Diskussion über COVID-19 und Digitalisierung

Rainer Welzel: “Smarte Maschinen machen Metall- und Elektrounternehmen krisenresistenter"

     Frankfurt am Main. Kann Corona als Weckruf für ein digitales Deutschland gesehen werden? Diese Frage stand im Fokus der ersten virtuellen Podiumsdiskussion der Veranstaltungsreihe „#EintrachtDigital“, die live aus dem Deutsche Bank Park übertragen wurde.

Die Podiumsgäste Rainer Welzel, Personalleiter der Siemens AG und Vorsitzender von HESSEN­METALL Rhein-Main-Taunus, Timm Jäger, Geschäftsführer von EintrachtTech, und Jürgen Hatzipantelis, hessischer Landessprecher des Branchenverbandes „bitkom“, sprachen über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Wirtschafts- und Arbeitswelt.

„Einen Weckruf hat es in Hessens größter Industrie wahrlich nicht gebraucht. Corona hat aber die Digitalisierung in der hessische Metall- und Elektro-Industrie deutlich beschleunigt. Viele Unter­nehmen haben ihre Produktion eingeschränkt und rund 45.000 Beschäftigte befinden sich aktuell immer noch in Kurzarbeit. Aber die Betriebe haben schnell auf die Herausforderungen reagiert, die durch die Pandemie entstanden sind. Die Corona-Krise hat auch Schwächen in den Arbeits- und Produktionsabläufen aufgedeckt und uns gezeigt, was wir in Zukunft anders machen müssen. Viele Unter­nehmen haben bereits die richtigen Rückschlüsse gezogen und ihre Produkte und Dienstleistungen weiter digitalisiert. Und die Pandemie als Chance für die digitale Transformation genutzt“, sagte Welzel.

Digitale Transformation in M+E-Unter­nehmen durch Corona beschleunigt

Je digitaler die Industrieunternehmen aufgestellt seien, desto schneller würden sie sich von den Folgen der Corona-Krise erholen. „Vernetzte Maschinen machen Betriebe resistenter gegenüber Störungen in der Lieferkette. Die digitalen Technologien haben ihren praktischen Nutzen während der Pandemie bewiesen. Produktionsmitarbeiter können schlecht im Homeoffice arbeiten und die Unter­nehmen sind für deren Gesundheit verantwortlich. Digitale Geräte erleichtern dieses Unterfangen. So benachrichtigen etwa Smartwatches die Mitarbeiter, wenn Abstandsregeln nicht eingehalten werden“, erläuterte der Personalchef von Siemens in Rhein-Main.

Weiterbildung ist Schlüssel für Akzeptanz

Es sei sehr wichtig, dass die Belegschaft in den Prozess der Digitalisierung miteingebunden werde. „Neue Funktionen und Anforderungen entstehen, während andere Aufgabenbereiche verschwinden werden. Die Weiterbildung der Beschäftigten ist der Schlüssel, um Akzeptanz für die Neuerungen zu schaffen. Die Mitarbeiter müssen verstehen, welche Arbeitsabläufe durch die neuen Technologien konkret verbessert werden. Außerdem hilft eine digitalisierte M+E-Industrie den Klimawandel zu begrenzen. Durch vernetzte Anlagen werden in der Produktion bis zu 40 Prozent der Energie eingespart und somit deutlich weniger CO2 ausgestoßen“, erklärte Welzel.

 

Politik muss helfen

„Die hessische Metall- und Elektroindustrie beschreitet - trotz oder gerade wegen Corona - den Weg zur Industrie 4.0 schneller. Die Unter­nehmen müssen sowohl für den technischen Wandel als auch für die veränderte Arbeitskultur passende Antworten entwickeln. Kreativität und Flexibilität werden für die hessische M+E-Industrie wettbewerbsentscheidend sein. Die Unter­nehmen können die digitale Transformation aber nicht komplett alleine stemmen, erst recht nicht in der momentanen Wirtschaftslage. Die Politik muss für eine erfolgreiche Digitalisierung den Breitbandausbau beschleunigen und Unter­nehmen steuerlich entlasten, damit sie stärker in Zukunftstechnologien investieren können“, forderte der Vorsitzende der Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus.

HESSEN­METALL vernetzt IT-Unter­nehmen und Industriebetriebe

HESSEN­METALL sorgt für eine Vernetzung zwischen IT- und Industrieunternehmen. „Start-Ups unterstützen die traditionellen Industriebetriebe bei der digitalen Transformation. Beide Seiten profitieren von diesem Austausch sowie den Erfahrungen und dem Know-how des jeweils anderen. Vor allem das Rhein-Main-Gebiet birgt ein riesiges Potenzial für einen Wissens- und Technologietransfer, denn hier schlägt das Herz der hessischen Start-Up-Szene. Gerade in Corona-Zeiten sollten wir unbedingt aufgeschlossen und flexibel bleiben. Nur so können wir die Krise und den Strukturwandel, in dem sich unsere Branche nach wie vor befindet, bewältigen“, meinte Welzel.

Arena-of-IoT

Im Hinblick auf die seit 2019 bestehende Kooperation zwischen Eintracht Frankfurt und HESSEN­METALL sagte er: „Ganz konkret möchten wir auch die Innovationsfreude der hessischen M+E-Unter­nehmen für die Arena of IoT nutzen. Wir haben unsere über 640 Mitgliedsunternehmen dazu aufgerufen, sich mit eigenen Projektideen am Umbau und der Digitalisierung des Fußballstadions zu beteiligen. Die Betriebe können so gemeinsam mit der Eintracht und weiteren Partnern das Stadion zu einer der modernsten Arenen auf dem europäischen Kontinent machen.“

   

                             

Über HESSEN­METALL
HESSEN­METALL ist das Arbeitgeber-Netzwerk von mehr als 640 Mitgliedsunternehmen der Metall- und Elektro-Industrie – der größten Industrie in Hessen. 2019 erwirtschaftete sie 68 Mrd. Euro und bildete 11.000 junge Menschen aus. Die neun Branchen der Metall- und Elektro-Industrie beschäftigten im Juli 2020 insgesamt 208.860 Menschen. Als Verband der Metall- und Elektrounternehmen Hessen e. V. vertreten wir konsequent die Arbeitgeberinteressen im Dialog mit Arbeitnehmern, Industriegewerkschaft Metall, Politik und Verwaltung. Wir sind Berater und Anwalt unserer Mitgliedsunternehmen und ihre vernehmbare Stimme in der Öffentlichkeit.

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Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse