Blitzumfrage zu Lieferengpässen in der hessischen M+E-Industrie

Wolf Mang: „Zwei Drittel der Unter­nehmen können das Ende der Engpässe noch nicht absehen. Wir müssen eine Bergbesteigung mit ganz schwerem Gepäck bewältigen.“

Frankfurt am Main. Der aktuelle Material- und Teilemangel bremst die Unter­nehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie bei ihren Bemühungen, die Rezession und die Folgen der Corona-Pandemie hinter sich zu lassen.

Fast alle Unter­nehmen geben an, dass ihre Produktion durch fehlende Rohstoffe, Materialien oder Vorprodukte beeinträchtigt ist. In mehr als einem Drittel der Unter­nehmen ist die Produktion sogar stark beeinträchtigt. Meist fehlen Elektronikbauteile, Metallkomponenten oder Kunststoffe. Dies geht aus der aktuellen Befragung der Mitgliedsunternehmen von HESSEN­METALL hervor, an der sich 81 Unter­nehmen mit über 42.000 Beschäftigten beteiligt haben. „Die Unter­nehmen haben im vergangenen Jahr über 6 Milliarden Euro Umsatz gegenüber 2019 verloren“, sagte HESSEN­METALL-Vorstandsvorsitzender Wolf Matthias Mang: „Die Meisten kämpfen sich immer noch aus dem Tal. Durch die weitverbreiteten Engpässe müssen sie den Aufstieg jetzt auch noch mit ganz schwerem Gepäck bewältigen. Dadurch wird die Erholung deutlich länger dauern als wir gehofft haben.“

Vorprodukte, Rohstoffe und Materialien seien entweder gar nicht (45 Prozent), nicht in der benötigten Menge (65 Prozent), nicht in der benötigten Zeit (90 Prozent) oder nur zu deutlich gestiegenen Preisen (88 Prozent) verfügbar. „Im Schnitt leiden die Unter­nehmen bereits seit einem halben Jahr unter den Engpässen. Für dieses Jahr rechnen sie deshalb schon jetzt mit durchschnittlich 12 Prozent Umsatzverlust. Mitten im Strukturwandel wird die Last auf dem Rücken der Unter­nehmen damit immer schwerer“, sagte Wolf Mang. Ein Drittel der Unter­nehmen rechne damit, dass sich die Situation noch mindestens bis weit in das Jahr 2022 fortsetzen werde. Für die übrigen zwei Drittel der Unter­nehmen ist noch gar kein Ende der Versorgungsengpässe absehbar.

Neben Versorgungsproblemen mit inländischen Lieferanten (65 Prozent der Unter­nehmen) gebe es aktuell insbesondere Schwierigkeiten mit Lieferungen aus China (63 Prozent), Europa (49 Prozent) und den USA (22 Prozent). „Es ist nur folgerichtig, dass fast drei Viertel der Unter­nehmen jetzt ihre Lieferketten überprüfen oder auf der Suche nach alternativen Produkten sind. Dennoch ist die Mehrheit auch dazu gezwungen, die gestiegenen Kosten über Preiserhöhungen zumindest teilweise an ihre Kunden weiterzugeben. Leider zwingen die Engpässe auch fast jedes fünfte Unter­nehmen erneut zu Kurzarbeit oder sogar zum Abbau von Beschäftigung“, warnte der HESSEN­METALL-Vorstandsvorsitzende.

Um die Auswirkungen der Engpässe abzumildern, wünschten sich die Unter­nehmen vor allem weniger Handelsbarrieren und eine verbesserte Zollabfertigung. Kurzfristig sei auch die temporäre Aussetzung des Fahrverbots für LKW an Sonn- und Feiertagen hilfreich. Mittel- bis langfristig müsse die Politik bessere Voraussetzungen dafür schaffen, dass kritische Teile wie beispielsweise Halbleiter verstärkt in Deutschland und Europa hergestellt würden.  

Deutschlandweit sind die Unter­nehmen der Metall- und Elektro-Industrie noch lange nicht da, wo sie vor Rezession und Corona schon mal waren. Im Gegenteil. Sie sind sogar weiter zurückgefallen. Die Produktion liegt, Stand drittes Quartal 2021, um 22 Prozent unter dem Stand von Ende 2018.

Deutschlandweit sind die Unter­nehmen der Metall- und Elektro-Industrie noch lange nicht da, wo sie vor Rezession und Corona schon mal waren. Im Gegenteil. Sie sind sogar weiter zurückgefallen. Die Produktion liegt, Stand drittes Quartal 2021, um 22 Prozent unter dem Stand von Ende 2018.

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