InfoTruck-Tour 2020

Interview: „Wir bleiben eine außergewöhnliche, spannende und willkommene Informationsquelle“

Jens Ademmer ist seit Jahren Teil des InfoTruck-Teams und für uns in ganz Hessen zur M+E-Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern im Einsatz. Im Gespräch berichtet er über das Erfolgskonzept der Trucks, die Herausforderungen der Saison 2020 und gibt Einblicke hinter die Kulissen.


Jens Ademmer im InfoTruck an der Kreisrealschule Gelnhausen


Herr Ademmer, wie sind Sie Teil des InfoTruck-Teams geworden?


Ich habe Lehramt studiert, bin also von Haus aus Wirtschaftspädagoge und habe außerdem selbstständig in der Fahrzeugbetreuung für einen großen Sportartikelhersteller – und zwar in der Eventbranche gearbeitet. Als ich auf die Ausschreibung von IW Medien aufmerksam geworden bin, habe ich nach einer Festanstellung gesucht, in der ich meine Qualifikationen kombinieren kann. Das hat dann einfach gepasst.

Seit wann sind Sie denn dabei?

Seit 2012, da waren die Trucks sogar noch InfoMobile. Hier konnte ich mein Technikverständnis und mein Wissen aus der Eventbetreuung und der Pädagogik direkt anwenden. Seitdem bringe ich mich in einen Job ein, der viel Abwechslung bietet und mich erfüllt.

Was macht Ihren Arbeitsplatz denn so attraktiv?

Wir haben jeden Tag unterschiedliche Gäste, von Schülerinnen und Schülern aus 7. Klassen von Werkrealschulen bis hin zu Jugendlichen aus 10. Klassen von Gymnasien. Außerdem besuchen wir Einsatzorte bei Unter­nehmen selbst, bei Schulen, Messen, Arbeitsagenturen, selbst beim Bürgerfest des Bundespräsidenten auf Schloss Bellevue waren wir schon dabei. Da kommen eine Menge Zielgruppen und Standorte in ganz Deutschland zusammen.

Wie werden Sie diesen unterschiedlichen Ansprüchen gerecht?

Vor allem durch die Alleinstellungsmerkmale des InfoTrucks selbst und die Flexibilität unserer Teams. Mit den Exponaten im Untergeschoss bieten wir viel Interaktives und im Obergeschoss können wir auf die aktuelle Situation der Jugendlichen eingehen, egal ob gerade zum Beispiel eine Praktikumsphase ansteht oder ob sich der Schulabschluss nähert.

Ich habe den Truck selbst schon ein paar Mal besucht und denke, dass genau diese Kombi die Einsätze besonders und das Thema greifbar macht.

Auf jeden Fall. Außerdem ist das Fahrzeug an sich immer wieder beeindruckend – vor allem, wenn man es zum ersten Mal sieht. Es macht Spaß zu schauen, wie unsere Gäste reagieren und generell mit dem Truck zu arbeiten.

Gerade auf dem Pausenhof fällt der Truck sofort auf. Was sagen die Schülerinnen und Schüler denn, wenn Sie dort aufkreuzen?

Am häufigsten fragen sie uns sofort, was alles an Bord ist und ob wir, wenn wir on tour sind, mit dem Fahrzeug quasi campen und im Truck übernachten (lacht). Wir gehen natürlich ganz normal ins Hotel. Und dann wird außerhalb der Unterrichtseinheiten auch gerne zugeschaut oder gefragt, wie der Auf- und Abbau funktioniert. Die Begeisterung ist generell sehr groß. Das ist ein schöner Nebeneffekt.

Kann ich nur bestätigen. Auch in 2020 ist der Truck in Hessen beliebt. Wie erleben Sie dieses herausfordernde Jahr?

Wir bleiben eine außergewöhnliche, spannende und willkommene Informationsquelle. Zusammengefasst legen wir selbstverständlich großen Wert darauf, dass sich alle, die den Truck besuchen, sicher und abgeholt fühlen.

Wie bewerkstelligen Sie das?

Zum einen durch unser TÜV-geprüftes Hygienekonzept und zum anderen durch spezifischere Betreuung, wobei beides in einander übergeht. Zum Schutz vor der Pandemie sind Lerneinheiten kürzer, die Gruppengrößen weiter verkleinert und es gilt Maskenpflicht. Alles, was außerhalb des Trucks stattfinden kann, passiert draußen und wir achten auf Durchlüftung, Händedesinfektion und Abstand. Spaß und spielerisches Heranführen an M+E ist zwar weiterhin das Ziel, allerdings geht die Sicherheit vor.

Sehen Sie in diesen Herausforderungen durch die Pandemie auch Chancen?

Am stärksten fällt sofort auf, dass noch kleinere Gruppen eine individuellere Betreuung möglich machen und, dass das Lernen in Kleingruppen allgemein hilfreich sein kann, da Schülerinnen und Schüler sich noch mehr trauen und auch offener und konzentrierter dabei sind.

Können Sie da ein Beispiel nennen?

In der Vergangenheit haben wir zum Beispiel Jungs und Mädchen oft versucht auch mal zu trennen. Dadurch waren die Gruppen insgesamt kleiner, wodurch die Jugendlichen sich noch aktiver beteiligt haben und das ist auch jetzt der Fall. Außerdem machen wir oft die Erfahrung, dass Mädchen in vielen Fällen anders an unsere Aufgaben aus Metall und Elektro herantreten als Jungs. Die Schülerinnen sind oft umsichtiger, lesen Anleitungen genauer durch, gehen strategischer vor. Anders ist es in vielen Fällen bei Schülern, die eher direkt ausprobieren. Hier zeigt sich deutlich, wie wichtig es ist, dass sich diese verschiedenen Arbeitsweisen ergänzen können und, dass es der Berufswelt der Branche gut tut, sowohl Mitarbeiter als auch Mitarbeiterinnen für sich zu gewinnen.

Wie kann das mit Unterstützung des InfoTrucks gelingen?

Ich denke, das ist ein Geben und Nehmen. Entscheidend ist, dass Lehrerinnen und Lehrer die Jugendlichen so gut es geht in der Berufsorientierung vorbereiten können und möglichst geschlechterunabhängig eine Bandbreite an Berufsfeldern aufzeigen, dann können wir an der Stelle mit unserem Programm im Truck anknüpfen.

Das Interview führte Talisa Dean, Leiterin Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Bildung, HESSEN­METALL Offenbach und Osthessen

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