Auszeichnungen für besonders innovativen Nachwuchs in der Metall- und Elektro-Industrie

Teams von horizont group gmbh in Korbach, KAMAX GmbH & Co. KG in Homberg (Ohm) und Continental Automotive GmbH in Bebra/Mühlhausen Sieger im Innovationswettbewerb „M+Eine Zukunft“

Frankfurt am Main. Im Haus der Wirtschaft Hessen (Frankfurt) wählte die Jury heute die Sieger im Innovationswettbewerb „M+Eine Zukunft“ von Hessenmetall. In der Kategorie Administration und Personalmanagement: horizont group gmbh in Korbach - in der Kategorie Produktionsablauf und Logistik: KAMAX GmbH & Co. KG in Homberg (Ohm) - in der Kategorie Einzelne Produkte und Dienstleistungen: Continental Automotive GmbH in Bebra/Mühlhausen

Besonders beeindruckt zeigte sich Ulrich Schumacher, Juryvorsitzender und Vorstandsmitglied von HESSENMETALL, davon, dass gut ein Drittel der Wettbewerbsteilnehmer sogar neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt und umgesetzt hatte: „Um ein neues Produkt für das eigene Unternehmen zu entwickeln, muss man schon sehr genau wissen, wo besondere Kompetenzen des Unternehmens gehoben werden können und wo der Bedarf des Kunden liegt. Um das Produkt dann auch zu entwickeln und zu bauen, haben sich diese jungen Auszubildenden teilweise Kenntnisse angeeignet, die deutlich über das hinausgehen, was in der Ausbildung vermittelt wird. Chapeau!“. Die Ausführungen zeigten zudem, wie wichtig in allen Berufen inzwischen Programmierkenntnisse seien. Auch wenn die Auszubildenden und dual Studierenden Ideen für das eigene Unternehmen entwickelt hatten, seien diese grundsätzlich auf alle Unternehmen der Branche übertragbar, stellte Schumacher fest. Kontinuierliche, deutliche Verbesserungen in immer kürzeren Taktzeiten seien für die deutsche Metall- und Elektro-Industrie so wichtig wie nie, um in der sich digitalisierenden Industrie 4.0 international zu behaupten. Diese Erkenntnis sei offenbar schon bei den Auszubildenden angekommen.

horizont group gmbh in KorbachIn der Kategorie „Administration und Personalmanagement“ siegte das Team der horizont group gmbh in Korbach mit Kübra Gölcük, Colin Chotzko, Sabrina Heidl, Nils Grosche und Betreuer Guido Kersting. Um im Wettbewerb für geeigneten Nachwuchs in den technischen Ausbildungsberufen junge Menschen für das eigene Unternehmen zu begeistern, haben die Auszubildenden „Die Forscherwerkstatt“ gegründet. Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen werden eingeladen und von den Auszubildenden im Unternehmen angeleitet, die Gesetzmäßigkeiten der Physik in praktischen Versuchen spielerisch nachzuweisen. Neben konventionellen Forschungsmethoden stehen die weitreichende Entwicklung der Digitalisierung und aktuellste technische Trends im Fokus, um die Affinität zu technischen Berufen zu steigern und Bereiche wie Technik und Multimedia interessant zu präsentieren. Die Einbindung unterschiedlicher Social Media-Kanäle spricht zusätzliche Personengruppen an, die nicht direkt an dem Projekt teilnehmen. Hier überzeugte die Jury nicht nur die innovative Idee, sondern auch das offensichtliche Potential für eine gezielte Weiterentwicklung des Projekts. Auf diese Weise könne das Unternehmen dem Fachkräftemangel erfolgreich entgegentreten. Zudem lobten die Juroren die sehr gute Präsentation des Teams in einem starken Teilnehmerfeld.

KAMAX GmbH & Co. KG in Homberg (Ohm)In der Kategorie „Produktionsablauf und Logistik“ siegte das Team der KAMAX GmbH & Co. KG in Homberg (Ohm): Tobias Gonther und Maximilian Dietrich, mit Ausbilder Jan Frischholz. Zufällig erfuhren die Auszubildenden, dass ein Ingenieur der Forschungsabteilung die Validierung elektrisch isolierender Oberflächen erforschte. Die Jugendlichen wussten aus der Demontage eines Elektromotors, dass stromführende Teile aus Sicherheitsgründen durch zahlreiche Kappen oder Gehäuse abgedeckt sind, die Zeit-, Material-, Gewicht- und Kostenaufwand bedeuten. Die Entwicklung einer dünnen, dauerhaften Beschichtung als Ersatz wäre für KAMAX ein Durchbruch. Da es keine passgenauen Prüfstände zu kaufen gibt, um die elektrisch isolierende Wirkung zu testen, wurden die Tests – kostenpflichtig – durch die Technische Universität Darmstadt durchgeführt. Einen solchen „Prüfstand zur Validierung elektrisch isolierender Oberflächen auf hochfesten Verbindungselementen” wollte das Team speziell für die Verbindungselemente von KAMAX entwickeln. Die Juroren zeigten sich beeindruckt von der herausragenden Innovation, welche die Auszubildenden durch die Konzeption und Herstellung des Prüfstands präsentieren konnten. Besonders der Wert der Erkenntnisse für die Produkte des Unternehmens überzeugte. Damit leisten die Azubis einen wichtigen Beitrag zu der zukünftigen Ausrichtung der Firma KAMAX.

Continental Automotive GmbH in Bebra/MühlhausenSieger in der Kategorie „Einzelne Produkte und Dienstleistungen“ ist das Team der Continental Automotive GmbH in Bebra/Mühlhausen mit „Konstruktion und Bau eines Simulators zur Geräuschprüfung und Ordnungsanalyse“. Die Vermeidung von Nebengeräuschen ist eine wichtige Anforderung aus der Automobilindustrie. Deshalb konstruierte, baute und programmierte das Azubi-Team Nick Pankraz, Tim Brendel, Thomas Fast, Leon Höfling um Ausbilder Uwe Horn einen Simulator für Geräuschprüfung – erstmalig mittels des 3D-CAD-Systems und absolvierte einen CAD-Grundkurs (der in der Ausbildung nicht vorgesehen ist). Der komplett selbst entwickelte, virtuelle Prototyp soll künftig verschiedene Ordnungen simulieren und auch bei der Fehlersuche helfen. Die Methode der Fast-Fourier-Transformation (FFT), mit der störende Frequenzen normalerweise ermittelt werden, ist sehr aufwändig und zeitintensiv. Das Projektteam hat die Methode um die Ordnungsanalyse erweitert, um die Berechnung aus Drehzahl und Frequenz einzusparen. Die Auszubildenden entwickelten darüber hinaus eine elektrische Schaltung, die Schnittstelle zwischen PC und Simulator und erstellten eine Präsentation für ihre Azubikollegen, um ihr Wissen zu teilen, von ihren Erfahrungen aus ihrer interdisziplinären Teamarbeit zu berichten und die Neugier für weitere Projekte zu wecken. Die Jury betonte vor allem, dass den Azubis mit ihrem Projekt eine erstaunliche Transferleistung in die betriebliche Praxis gelungen ist. Mit dem Simulator zur Geräuschprüfung und Ordnungsanalyse erschließt das Team seinem Unternehmen ein vollkommen neues Wachstumsfeld und entwickelte somit eine Innovation mit großem Zukunftspotential. In Kombination mit der perfekten Präsentation überzeugte das die Jury in einer Kategorie mit vielen starken Projekten.

Hintergrund: Impulsgeber für die Industrie

Der Wettbewerb „M+Eine Zukunft“ wird jährlich von HESSENMETALL ausgerichtet, um das Innovationspotential und die Kreativität von hessischen Nachwuchskräften zu fördern. 59 Jugendliche, Azubis und dual Studierende aus 16 Mitgliedsunternehmen hatten sich in diesem Jahr beteiligt. Außerdem bietet der Wettbewerb eine Plattform, um die besten Ideen in Hessens größter Industrie dem Fachpublikum zu präsentieren und damit auch kreative Impulse in die Unternehmen zu tragen. Der Wettbewerb soll Anregung und Ansporn sein, vorgestellte Ideen zu übernehmen und neue zu entwickeln. Denn Ideen sind auch in der hessischen Metall- und Elektro-Industrie die wichtigste Währung der Zukunft.

Die Jury bildeten:
Vorsitzender Ulrich Schumacher (Mitglied des Vorstands von HESSENMETALL) Prof. Dr.-Ing. Christina Berger (Technische Universität Darmstadt); Heinz Günter Decker (Ausbildungsleiter HESSENMETALL), Jörg Froharth (Universität Kassel), Bernhard Jöckel (Jöckel Innovation Consulting GmbH) und Prof. Dr. Anita Röhm (Wissenschaftliches Zentrum Duales Hochschulstudium Wetzlar).

Hier die Veranstaltunsfotos zum download:

Die Teamliste:


Kategorie: Administration und Personalmanagement
    

  • Bombardier Transportation GmbH - Thema:  Zug um Zug zum Ausbildungsplatz
  • Continental Corporation, Frankfurt - Thema: WAZe Race - Wie Autos die Zukunft erkennen
  • Horizont Group GmbH - Thema: Die Forscherwerkstatt
  • Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG - Thema: RoboServe
  • Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co KG - Thema: Community Projekt
  • Schenck Process Europe GmbH - Thema: Global Give-away Shop
  • WESO-Aurorahütte GmbH

Kategorie: Produktionsablauf und Logistik       

  • Druck- und Spritzgusswerk Hettich GmbH & Co. KG - Thema: Prozessstabilität
  • Kamax GmbH & Co. KG - Thema: Prüfstand zur Validierung elektrisch isolierender Oberflächen auf hochfesten Verbindungselementen
  • PRÄWEMA Antriebstechnik GmbH - Thema: Automatische Schneidanlage für Werkzeugspanner

Kategorie: Einzelne Produkte und Dienstleistungen    

  • Continental Automotive GmbH, Babenhausen - Thema: Interaktiver Lageplan für den Standort Babenhausen
  • Continental Automotive GmbH, Babenhausen - Thema: Wörterbuch für technische Begriffe in der Ausbildung
  • Continental Automotive GmbH, Bebra - Thema: Konstruktion und Bau eines Simulators zur Geräuschprüfung und Ordnungsanalyse
  • Limtronik GmbH - Thema: HYPERION-LIGHT 
  • Sirona Dental Services GmbH, Bensheim - Thema: Leitungsprüfstand für Behandlungseinheiten
  • Viessmann Werke GmbH & Co. KG

Vorabberichte:

 Brettspiel rund um die Ausbildung - Bombardier-Lehrlinge nehmen an Wettbewerb teil (Quelle Hessische/Niedersächsische Allgemeine - HNA)


 Zum Glück gibt´s die Physik - Auszubildende von Horizont (Quelle: Waldeckische Landeszeitung)

 Ihre Erfindung spart Zeit - Auszubildende von Präwema (Quelle Werra Rundschau)

 Azubis mit pfiffigen Ideen - Auszubildende von Hettich und Viessmann stellten Projekte für Ideenwettbewerb vor (Quelle: HNA - Frankenberg)

  Die Zukunft im Blick Azubis aus dem Landkreis präsentieren innovative Ideen Die Auszubildenden Felix Penno, Moritz Koller und Marcel Schäfer - (v. l.) von der Firma Hettich zeigen ihre neue Klebevorrichtung // - Niko Kassubek, Pascal Schneider und Niko Irle (v. l.) sind das Team der Firma Viessmann vor der Präsentation ihres „Smart Energy Cube“.

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Ansprechpartner
Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse