3. HESSENMETALL Kommunikationsgipfel: „Interne Kommunikation“

Dialog führt nur als robuste Streitkultur zum Erfolg von Unternehmen // Interne Kommunikation mit Bedeutungszuwachs, neuer Haltung und neuen Instrumenten

Frankfurt am Main. Über 60 Vertreter aus HESSENMETALL-Mitgliedsunternehmen – Geschäftsführer, Personal- und Kommunikations-Chefs – kamen im Haus der Wirtschaft Hessen zusammen. Anlass war der 3. Kommunikationsgipfel von HESSENMETALL zum Thema „Interne Kommunikation im Dialog – Schlüssel zum Erfolg?“

Einen Nachmittag lang tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erfahrungen aus über aktuelle Entwicklungen, Konzepte und vorbildliche Umsetzungen in der Mitarbeiter-Kommunikation, die zum unternehmerischen Erfolg beitragen. Im Zentrum stand die Frage, welche Rolle dabei dialogorientierte Ansätze spielen. Einig waren sich die Teilnehmer, dass die interne Kommunikation – gegenüber der externen – in den letzten Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen hat. Dass dies wesentlich mit den großen Veränderungen durch die Digitalisierung sowohl der Geschäftsprozesse als auch der Kommunikation zusammen hängt. Und dass Dialog nur dann zum Erfolg führt, wenn er ernst gemeint und genommen wird und kritische Perspektiven ausdrücklich integriert. Erfolgskritisch sind gleichermaßen die Haltung und die richtigen Instrumente.

Prof. Dr. Kerstin Thummes, Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster, betonte in ihrer Keynote, dass zuerst eine Grundlage für Mitarbeiterdialog geschaffen werden muss: „Das beginnt mit Zuhören. Die interne Kommunikation – und letztlich auch jede Führungskraft – muss zuerst glaubhaft zeigen, dass sie die Anliegen und Ideen ihrer Mitarbeiter versteht und in Entscheidungen berücksichtigen will. Dialog funktioniert dann am besten, wenn er als Kultur in der ganzen Organisation gelebt wird – nicht einmalig und punktuell, sondern als dauerhafte Umgangsform.“ Aber natürlich laufe eine solche Kommunikation nicht ohne Widerstände ab, denn echter Dialog bringe Widersprüche hervor, die Organisationen und ihre Mitglieder aushalten müssten.

Ihre Kernthese: „Wenn Dialog dazu beitragen soll, dass sich die Organisation weiterentwickelt, dann darf er nicht von Harmoniestreben geprägt sein, sondern braucht eine robuste Streitkultur, die neben rationalen Argumenten auch Intuitionen und Emotionen zulässt.“ Die positiven Folgen einer solchen internen Dialogkultur benannte sie klar: „Organisationen, die Dialog als echten Austausch mit Mitarbeitern betreiben, haben die Chance, enge interne Bindungen aufzubauen und flexibel auf komplexe Umweltbedingungen zu reagieren.“ Echter Dialog mit Mitarbeitern, der auch Kritisches diskutiere, sei ein Wettbewerbsvorteil in Zeiten großer Veränderungen für Unternehmen, weil er Perspektivenvielfalt sichere.

Jörg Schmidt,
Head of Public Relations der Viessmann Group, berichtete aus seiner Praxis bei der Bewältigung von internen Change-Prozessen. Mit Blick auf die Zukunftsthemen erläuterte er: „Die Energiewende, die digitale Transformation und der Generationenwechsel im Unternehmen sind die drei größten Herausforderungen, denen die Viessmann Group derzeit gegenübersteht. Alle drei sind untrennbar miteinander verbunden, denn die Energiewende wird ohne die Digitalisierung sämtlicher betroffener Sektoren nicht gelingen.“ Diese Veränderungen erforderten auch ein hohes Maß an interner Kommunikation. Denn auch die Mitarbeiter müssten sich der Digitalisierung anpassen, betonte er: „Um die mehr als 12.000 Mitarbeiter auf dem Weg zur Digitalisierung mitzunehmen, war ein allumfassender Kulturwandel notwendig: Jeder muss unternehmerisch denken, verantwortlich handeln und teamorientiert arbeiten.“ Auch bei der Wahl der Kanäle sei Viessmann innovativ und nutze unter anderem Q&A-Sessions oder eine eigene Mitarbeiter-App, „denn die Aufgabe der Unternehmenskommunikation ist es nicht nur, über Digitalisierung zu berichten, sondern sich auch selbst zu digitalisieren.“

„Ob global oder regional – Social Intranet verbindet und bietet Unternehmen wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen neue Form der Kommunikation“, führte Claudia Ceh, Standortkommunikation der Continental Chassis & Safety Division, aus. Sie betonte insbesondere die einende Kraft des Social Intranets: „Ob der Vorstandsvorsitzende, der Bereichsleiter oder der Kollege von nebenan, Social Intranet ist für alle da: Mitarbeiter können Kolleginnen und Kollegen an ihrem Arbeitsleben teilhaben lassen, Informationen austauschen und zusammenarbeiten.“ Außerdem erweitere sich damit auch der Fokus des Mitarbeiterdialogs, denn „im Social Intranet geht es nicht länger nur um Information, es geht mehr denn je um Kollaboration und Kommunikation.“

Dr. Ulrich Kirsch,
Geschäftsführer Kommunikation von HESSENMETALL, ging es um den Zusammenhang zwischen Erfolg und Dialog. Denn Unternehmen und die auf ihren Erfolg gerichtete Kommunikation seien großen Veränderungen unterworfen. „Heute ist nicht mehr nur der CEO die Stimme des Unternehmens, sondern es kann prinzipiell jeder Mitarbeiter eines Unternehmens ein potenzieller Kommunikator werden, der jederzeit sprechfähig gehalten werden muss. Gerade in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels sind Mitarbeiter oft authentischere Botschafter des Employer Branding als die Chefs. Deshalb tritt immer mehr anstelle einer One-Voice-Politik die Maßgabe: Many Voices – one Choir!“

Kommunikationsverantwortliche müssten in Zeiten der Digitalisierung „mehr Themen, mehr Dialog und mehr Partizipation einen Rahmen geben, der die Kommunikation über alle Kanäle steuert und alle Zielgruppen im Blick behält.“ Das Kompetenzprofil der Kommunikatoren erweitere sich und umfasse neben dem PR-Handwerk auch das Beziehungsmanagement mit verschiedenen Stakeholdern und Kompetenzen in Beratung oder Coaching.“

Beim anschließenden World Café konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmern dann in Kleingruppen die unterschiedlichen Ansätze diskutieren, ihre eigenen Erfahrungen austauschen und neue Ideen entwickeln.

Ulrich von Lampe, Chefredakteur der IW Medien, präsentierte zum Abschluss die Möglichkeiten der Wirtschaftszeitung AKTIV für die interne Kommunikation der Mitglieder von HESSENMETALL. „AKTIV ist die große, überbetriebliche Mitarbeiterzeitung für Hessens Industriebtriebe und eine publizistische Stimme der freien Wirtschaft“, erklärte er. Sie zeichne sich insbesondere durch die Nähe zu den Themen der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen aus, die sich auch auf der hessischen Regionalseite von AKTIVonline zeige. Diese Inhalte ließen sich auch problemlos in das firmeneigene Intranet integrieren.

Darüber hinaus unterhalte IW Medien den Content Kiosk Spektor, der eine große Auswahl an Inhalten für die interne Kommunikation anbiete. Das Leitmotiv von AKTIV fasste er so zusammen: „Diskurs statt Populismus, Fakten statt Fake-News.“

Bei einem sommerlichen Buffet im Anschluss an die Veranstaltung, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann noch die Möglichkeit einige Diskussionen zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen.

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Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse