2. HESSENMETALL Energieeffizienzkongress an der TU Darmstadt

40 % Energieeinsparung durch vernetzte Produktion // Pollert: “Voneinander lernen, um Klimawandel und Energiekosten zu begrenzen!“

Frankfurt am Main / Darmstadt. Im Energie-, Technologie- und Anwendungszentrum (ETA) an der Technischen Universität Darmstadt trafen sich über 40 Unternehmer der hessischen Metall- und Elektroindustrie mit Wissenschaftlern der ETA-Fabrik zum Erfahrungsaustausch. Dabei ging es gleich doppelt um Vernetzung: Inhaltlich um die intelligente Vernetzung der energetischen und informationstechnischen Produktions- und Gebäudeanlagen. Persönlich um die Vernetzung der Experten aus Wissenschaft und industrieller Praxis, um Energieeinsparpotentiale zu realisieren.

Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL: „Vernetzte Anlagen und interdisziplinäre Ansätze helfen, den Klimawandel zu begrenzen und die Energieeffizienz zu steigern. Das ist ein Dauerthema in unserer M+E-Industrie. Deshalb tagt der 2. HESSENMETALL-Energieeffizienzkongress im Rahmen unserer Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt erneut in der  ETA-Fabrik. Sie zeigt im Originalmaßstab, wie mit intelligenter Vernetzung in der Produktion bis zu 40 Prozent der Energie einzusparen sind. Die hier arbeitenden Wissenschaftler suchen nach immer neuen Möglichkeiten, Energie effizienter zu nutzen.“

Prof. Dr.-Ing. Joachim Metternich, Institutsleiter PTW, TU Darmstadt:  "Der fortschreitende Klimawandel steigert die Bedeutung des Themas Energieeffizienz für Industrieunternehmen stetig. Energieeffizienz leistet dabei nicht nur einen ökologischen Beitrag. In einem sich wandelnden Energiesystem mit einem hohen Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen wird ein rationeller und an das aktuelle Angebot angepasster Energieverbrauch zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Das Titelthema des Kongresses „Vernetzte Produktion“ ist dabei gleich in mehrfacher Hinsicht bedeutsam: Überschüssige Abwärme kann in thermisch vernetzten Anlagen wiederverwendet werden. Außerdem können digital vernetzte Fabriken durch eine intelligente Steuerung zu einer Stabilisierung der Energieversorgungsnetze beitragen.“

Das sagten Unternehmer zur Vernetzung und Energie-Effizienz
 

Dr. Harald Schöning, Vice President Research von der Software AG in Darmstadt: „Die Energiewende führt dazu, dass es sich für Unternehmen lohnt, durch Flexibilisierung ihrer Produktion auf die Volatilitäten im Strommarkt zu reagieren. Software spielt eine wesentliche Rolle bei dieser Transformation, sowohl zur Steuerung im Unternehmen als auch im Zugang zum Strommarkt.“

Dominik Flick, Energy Performance Management von der Opel Automobile GmbH in Rüsselsheim: „Energy Performance Management bindet kontinuierlich das ganze Unternehmen mit ein und fokussiert auf entsprechende Leistungskennzahlen zur regelmäßigen Bewertung und Identifizierung von Optimierungspotentialen. Hierbei führt die enge Verzahnung von bewährten Lean-Production-Principles, mit modernsten Methoden der Datenerfassung und -analyse zu nachhaltigen Energieeinsparungen.“

Rainer Schwan, Deputy Head of Department bei der Samson AG in Frankfurt: „Präzise Prozessmessdaten, zusammengeführt, organisiert und strukturiert in SAMSONs Cloudlösung führen sukzessive zur Steigerung der Gesamteffizienz. SAMSON – SMART IN FLOW CONTROL. SAMSON hat das Potenzial, neben der Aktorik auch die Mess- und Regeltechnik sowie mit dem digitalen Portfolio SAM DIGITAL die heute geforderte Vernetzung bereitstellen zu können. Mit all diesen Komponenten bietet SAMSON seinen Kunden die bestmögliche Lösung inklusive Service aus einer Hand.“

Vernetzung und Energie-Effizienz aus Sicht der Wissenschaft
 

Dominik Flum von der ETA-Fabrik in Darmstadt: „Vernetzung ist ein essenzielles Element, um unsere Klimaschutzziele zu erreichen. Eine vernetzte Produktion umfasst dabei neben der energetischen und informationstechnischen Vernetzung von Produktions- und Gebäudeanlagen auch eine Vernetzung unterschiedlicher Fachexperten aus Wissenschaft und industrieller Praxis.“   

Nina Strobel von der ETA-Fabrik: "Der Strommarkt befindet sich aktuell im Wandel, um den steigenden Anteil erneuerbarer Energien zu integrieren. Fabrikbetreiber, die ihre Energieverbraucher kennen und in der Lage sind, ihren Strombedarf an volatile Preise anzupassen, sind gut für die Zukunft gerüstet. Trotzdem sollte der Fokus zunächst auf der Steigerung der Energieeffizienz der Anlagen liegen.“

Thomas Kohne von der ETA-Fabrik: „Die Industrie von morgen muss sich darauf einstellen, zunehmend interaktiv in urbanen und lokalen Energiesystemen zu agieren; das können Systemdienstleistungen für das Stromnetz, aber auch die flexible Interaktion mit Wärmenetzen sein. Daten und modellbasierte Ansätze geben die Möglichkeit, dieser Herausforderung ökonomisch, aber auch ökologisch optimal zu entgegnen.“

Niklas Panten von der ETA-Fabrik: „Künstliche Intelligenz und optimierte Betriebsstrategien für Energiesysteme können in Zukunft einen bedeutenden Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.“

Dr.-Ing. Philipp Schraml, Geschäftsführer der ETA Solutions GmbH in Darmstadt: "Energieeffizienz in der Industrie weiter zu denken bedeutet, neue Wege zu beschreiten, um ein neues, ganzheitliches Verständnis von Energieeffizienz zu entwickeln. Entgegen einem rein dogmatischen Ansatz Energie zu ‚sparen‘, geht es hier darum, das Energiesystem zu verstehen sowie energetische Abhängigkeiten zu erkennen.“

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