100. Jahrestag des Stinnes-Legien-Abkommens

Die Geburtsstunde der Tarifautonomie und der Sozialpartnerschaft // Mang: „Meilenstein der Sozialen Marktwirtschaft. Erfolgsgeschichte fortschreiben!“

Es ist die Geburtsstunde der Tarifautonomie und der Sozialpartnerschaft in Deutschland: Heute vor genau 100 Jahren wurde das „Stinnes-Legien-Abkommen“ unterzeichnet. Mit diesem Abkommen erkannten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften gegenseitig als Vertragspartner an. Benannt ist es nach den beiden Hauptakteuren, dem Industriellen Hugo Stinnes und dem Gewerkschaftsfunktionär Carl Legien. „Das Abkommen gab beiden Seiten Planungssicherheit und Stabilität – ohne staatliche Einmischung. Es wurde so zu einem Meilenstein der Sozialen Marktwirtschaft und der Tarifautonomie, die heute in Artikel 9 Absatz 3 unseres Grundgesetzes verankert ist. Und sie muss uns zugleich Auftrag sein zur Sicherung einer guten Zukunft“, würdigte HESSENMETALL-Vorstandsvorsitzender Wolf Matthias Mang dieses historische Ereignis.

„Das Recht von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, Löhne und Arbeitsbedingungen ohne den Staat zu regeln, was uns heute selbstverständlich erscheint, war vor 100 Jahren geradezu visionär“, so Mang. „Diese gemeinsamen 100 Jahre sind eine Erfolgsgeschichte. Wir müssen aber auch alles tun, damit Tarifverträge weiterhin eine Erfolgsgeschichte bleiben.“

Denn die Tarifautonomie beruhe auf Freiwilligkeit und gegenseitigem Vertrauen: „Maximalforderungen und das Schüren von Konflikten mag in Teilen der eigenen Mitgliedschaft zwar gut ankommen. Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn auf der anderen Seite die Bereitschaft sinkt, Teil dieser Partnerschaft zu sein“, betonte Mang. Der Kompromiss sei jedoch ein zentraler Bestandteil von Tarifverhandlungen. „Die Politik lässt sich gegenwärtig leider gerne dazu verleiten einzugreifen – und zwar zunehmend auf Einladung der Gewerkschaften. Diese schließen Tarifverträge mit verhandelten Kompromissen. Danach aber rufen sie nach dem Gesetzgeber, um noch weitere ihrer Forderungen erfüllt zu bekommen. Eine faire autonome Tarifpartnerschaft muss aber zu ihren Kompromissen stehen!“ so Mang.

Dabei sind die Herausforderungen der Zukunft enorm: Die Unternehmen der hessischen M+E-Industrie müssen die Chancen der digitalen Transformation, der Industrie 4.0 und der Künstlichen Intelligenz nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dies erfordert erhebliche Investitionen in neue Geschäftsmodelle, neue Technologien und in die Qualifikation der Mitarbeiter. „Die Verantwortung, gemeinsam das Richtige zu tun, ist auch heute für beide Sozialpartner groß. Die Anforderungen an flexible und wettbewerbsfähige Tarifverträge, die passgenaue Lösungen eröffnen, steigen. Sie zu erfüllen, gelingt nur in einer fairen Tarifpartnerschaft“, ist Mang überzeugt.

Zurück zur Übersicht
Ansprechpartner
Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse