100 Jahre Metallarbeitgeberverbände in Mittelhessen

Am 3.12.2018 fand die 1. Hauptversammlung des Arbeitgeberverbandes in Wetzlar statt.

Vor 100 Jahren fand am 3.12.1918 in Wetzlar die 1. Konstituierende Hauptversammlung des „Arbeitgeberverbandes des Berg-, Hütten- und Maschinenwesens sowie verwandter Betriebe für Lahn, Dill und Oberhessen e.V.“ statt – Mittelhessen hatte nach Wahl des Vorstandes offiziell seinen ersten Metallarbeitgeberverband. Vorausgegangen war ein Treffen zwischen Vertretern von 39 Wetzlarer Firmen auf Einladung der Buderus’schen Eisenwerke, um die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses verwandter Betriebe der Region aufgrund der politischen Ereignisse zu besprechen.

Den Anlass zur Gründung hatte das kurz zuvor beschlossene Stinnes-Legien-Abkommen gegeben, welches auch heute noch als Geburtsstunde der Tarifautonomie und als zentraler Meilenstein der Sozialen Marktwirtschaft gilt. Das Abkommen war ein gemeinsamer Versuch, um der Verstaatlichung von Unternehmen entgegen zu wirken und Wirtschafts- wie Arbeitsleben in Balance zu bringen. Mit der gegenseitigen Anerkennung der Gewerkschaften als berufliche Vertretung der Arbeiterschaft auf der einen und der freien Unternehmerwirtschaft auf der anderen Seite, wurden die Grundlagen für einen partnerschaftlichen Austausch gelegt.

Auf den Zusammenschluss folgten Jahre der Bewährung und der Kompromissfindung, bis 1933 auf Druck des Staates die Auflösung aller Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände folgte. Nach Ende des 2. Weltkrieges lag die deutsche Wirtschaft am Boden und auch Mittelhessen war von den zerstörerischen Auswirkungen nicht verschont geblieben. Bis Mitte 1947 waren Arbeitgeberverbände zwar verboten, dennoch stellte sich innerhalb der Unternehmerschaft die Frage, welche Rolle die Arbeitgeber im Rahmen der entstehenden Marktwirtschaft einnehmen könnten. Nach der Gründung des Arbeitgeberverbandes der hessischen Metallindustrie e.V. im Oktober 1947 in Frankfurt am Main, folgte im März 1950 schließlich die regionale Gründung der Bezirksgruppe Mittelhessen mit Sitz in Wetzlar.

Oliver Barta, Vorsitzender von HESSENMETALL Mittelhessen blickt auf das vergangene Jahrhundert zurück: „Wir können stolz auf diese Gründerväter sein und darauf, was in den letzten 100 Jahren von unserem Arbeitgeberverband erreicht wurde. Allerdings dürfen wir uns auf den Erfolgen der Vergangenheit nicht ausruhen. Neue Produkte, der digitale Transformationsprozess, flexible Arbeitszeitmodelle und vor allem der Fachkräfteengpass stellen die mittelhessischen M+E Unternehmen vor große Herausforderungen.“ Man könne den nun anstehenden Wandel in eine digitalisierte Arbeitswelt nur bewältigen, wenn auch die Politik auf Bundes- und Landesebene mit den Arbeitgebern an einem Strang ziehe, so der Vorsitzende.  „Nur so können die heimischen M+E-Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und international erfolgreich sein. Wir als Arbeitgeberverband tun unser Möglichstes, um die Betriebe auf diesem Weg auch in den kommenden 100 Jahren bestmöglich zu unterstützen.“

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