1. HESSENMETALL Personalkongress IT: „IT-Fachkräfte finden, gewinnen, binden und halten“

Fachkräftemangel trifft in M+E-Unternehmen insbesondere den Bereich IT // Attraktive Arbeitsbedingungen sind im Wettbewerb um IT-Talente entscheidend // IT wird zum Innovationstreiber in der M+E-Industrie

Frankfurt am Main/Darmstadt. Der Fachkräftemangel ist teuer: Fehlen qualifizierte Mitarbeiter, müssen Metall- und Elektro-Betriebe häufig an der Auslastungsgrenze arbeiten oder können neue Aufträge gar nicht erst annehmen. Dieser Fachkräftemangel trifft die M+E-Unternehmen insbesondere im Bereich IT – denn die M+E-Industrie digitalisiert ihre Geschäftsprozesse und setzt verstärkt auf Industrie 4.0. Wie M+E-Unternehmen im Wettbewerb um die besten IT-Fachkräfte bestehen können, war daher das Thema beim 1. Personalkongress IT des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL.

„Egal ob Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz oder autonomes Fahren: Software ist Trumpf! Und IT-Spezialisten sind die zentrale Schnittstelle in Unternehmen, die diese Technologien erst möglich machen“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer von HESSENMETALL. „Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, müssen M+E-Unternehmen qualifizierte Kandidaten nicht nur finden, sondern auch langfristig an sich binden – und dabei spielen natürlich attraktive Arbeitsbedingungen eine zentrale Rolle.“ Die digitale Transformation verändert die Arbeitsorganisation im Unternehmen und erfordert daher neue Berufsbilder und Stellenprofile beziehungsweise erhebliche Anpassungen. Das bringt (arbeits)rechtliche Fallstricke mit sich, eröffnet aber auch neue Wege im Personalrecruiting. 100 Teilnehmer waren am 25. Oktober 2018 ins Haus der Wirtschaft Südhessen in Darmstadt gekommen, um sich über diese und andere Themen auszutauschen.

„Auf dem Personalkongress IT bringen wir unsere Mitgliedsunternehmen mit führenden Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um neue Ansätze und Best Practices der Personalarbeit zu diskutieren.“ so Dirk Widuch, Geschäftsführer HESSENMETALL der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen. „Damit bieten wir die ideale Plattform, um sich über Themen der Arbeitswelt 4.0 auszutauschen, neue Trends kennenzulernen und so den für das eigene Unternehmen passenden Weg zu finden.“

Im Wettbewerb um IT-Fachkräfte spielt das Entgelt eine entscheidende Rolle – das geht aus dem Vergütungsreport IT hervor, den das ifaa, das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, für HESSENMETALL erstellt hat: „Im Zuge der Digitalisierung wächst die Bedeutung von IT-spezifischen Aufgaben stark. Die Verdienste einiger IT-Fachkräfte (z.B. IT-Berater oder IT-Softwareentwickler) in der hessischen M+E-Industrie liegen dabei signifikant über dem bundesweiten Durchschnitt aller Branchen“, so Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa. „Ergänzend zum Entgelt treten aber auch verschiedene Zusatzleistungen in den Vordergrund: insbesondere Weiterbildungs- und – auch finanzielle – Entwicklungsmöglichkeiten, Modelle zur flexiblen Gestaltung von Arbeitszeit und –ort, betriebliche Kinderbetreuung oder andere Angebote zur Steigerung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

„Agilität oder agile Softwareentwicklung hat sich in den vergangenen 10 Jahren von einer belächelten Randerscheinung zu dem quasi Standard in Technologieunternehmen entwickelt. Aber Agilität alleine ist nur ein Baustein des kulturellen Wertewandels auf dem Weg hin zu hoher Eigenverantwortung und Mitbestimmung der Mitarbeiter“, betonte Joern Bock, Chief Operating Officer AOE. „Dazu gehören auch neue Führungsbilder oder dynamischere Karrierekonzepte welche ganz selbstverständlich von den jungen Mitarbeitern eingefordert werden. Um also weiterhin als attraktiver Arbeitgeber im Rennen um hochqualifizierte Hochschulabsolventen bestehen zu können, müssen sich alle Unternehmen von ihren tradierten Organisationsstrukturen verabschieden und den mutigen Schritt in das Zeitalter der Generation Y wagen“, so Bock weiter.

Dr. Cyrus Asgarian,
Executive Director und Partner bei Kienbaum Consultants International: „Chief Innovation Officers sind mehr denn je gefragt, wesentliche Stellschrauben des IT Operating Modells zu verändern: Agilität, Mehrwert und Innovation werden neben den traditionellen IT-Herausforderungen – wie Service-Kontinuität und Kostenoptimierung – zu einem Muss für wettbewerbsstarke IT-Organisationen. Damit verbunden ist ein grundlegendes Aufbrechen der tradierten Zusammenarbeit von Business und IT hin zu vereinten Business- und IT Teams, mit transparenten Verantwortungen und übergeordneten Zielen.“

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Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse