ifaa-Trendstudie: Zukunftstechnologien

Zukunftstechnologien wie KI und 5G gewinnen in deutschen Industrieunternehmen an Bedeutung, jedoch bleibt der grundlegende Digitalisierungsgrad vieler Betriebe überraschend niedrig.

Die aktuelle ifaa‑Trendstudie zeigt ein klares Bild: Während Zukunftstechnologien wie KI und 5G in deutschen Industrieunternehmen rasant an Bedeutung gewinnen, bleibt der grundlegende Digitalisierungsgrad vieler Betriebe überraschend niedrig. Die Studie offenbart ein Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt und organisatorischer Realität – ein Thema von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz.

Deutsche Unternehmen geben sich bei der Digitalisierung nur die Schulnote ‚ausreichend plus‘ – KI boomt trotzdem.“

  • Der Digitalisierungsgrad wird von Führungskräften im Schnitt nur mit „ausreichend plus“ bewertet (Note: 3,72–3,73).
  • Bis zu 40 % vergeben sogar „mangelhaft“ oder „ungenügend“.
  • Größenunabhängig – selbst große Unternehmen sind nicht signifikant digitaler.
  • Haupthemmnisse: Hoher Anpassungsbedarf eingekaufter Software, Fehlende Komplettlösungen, Projektbezogene Insellösungen, Fehlendes Fachwissen
    Zukunftstechnologien:

KI schießt an allen vorbei – Robotik dahinter – Humanoide zwar als Zukunftslösung wahrgenommen, aber praktisch kaum eingesetzt.

Top verbreitete Technologien:

  • 5G
  • Cloud Computing
  • Generative KI (Texte, Bilder, Code)

Weniger genutzt:

  • Cobots
  • Mobile Robotik
  • Digitale Zwillinge

KI-Einsatz: Der große Sprung seit 2022

Die gesamtheitliche Einführung von KI hat seit der ifaa-Studie 2022 zugenommen (von 32 % auf 58%), kleine Unternehmen haben jedoch vermehrten Unterstützungsbedarf.

  • Besonders stark wächst KI in administrativen Bereichen: Buchhaltung, Controlling, Personalwesen, Planung.
  • Damit verändert KI erstmals Tätigkeiten, die bislang kaum von Digitalisierung betroffen waren.
  • Unterschiede nach Unternehmensgröße:
    • Große Unternehmen: 94 % haben KI im Einsatz oder planen sie.
    • Mittlere Unternehmen: 85 %
    • Kleine Unternehmen: nur 21 % (Schlusslicht)
    • Akzeptanz & Emotionen: Die Angst arbeitet mit

Wesentliche Aspekte:

  • 40 % sehen KI nur mit gemischten Gefühlen.
  • In kleinen Unternehmen überwiegt bei 26 % die Risikowahrnehmung.
  • Hauptängste der Belegschaften:
    • Abhängigkeit von Technik
    • Kontrolle der Arbeit
    • Arbeitsplatzverlust
    • Datensicherheitsbedenken

„Die deutsche KI‑Revolution scheitert nicht nur an der Technologie – sondern auch an der Psychologie der Mitarbeitenden.“

Die Akzeptanz von KI in Unternehmen ist wesentlich von der Einführung abhängig: 72 % der Befragten im Unternehmen mit umgesetzter KI bewerten die Akzeptanz als hoch oder sehr hoch, dagegen nur 13% in Unternehmen ohne realisierte KI-Anwendungen.

Humanoide Robotik: Hohe Erwartungen, kaum reale Berührung

  • 65 % glauben an hohe allgemeine Bedeutung der humanoiden Robotik.
  • Aber nur 12 % haben sie überhaupt schon einmal im Einsatz gesehen.
  • Wahrnehmung geprägt von:
    • Flexibler Einsetzbarkeit
    • Menschenähnlichem Aussehen

Was Unternehmen wirklich brauchen: nicht nur Technologie, sondern Change-Kultur

  • Studienfazit:
    • Die größte Hürde ist nicht die Technologie, sondern deren Einführung.
    • Erfolg hängt ab von:
      • Schulungen
      • Partizipation der Belegschaft
      • Transparenz
      • Soziotechnischer Integration

Patrick Schulze

Geschäftsführer Kommunikation

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