Ausbildungsumfrage 2022

Dritte Ausbildungsumfrage von HESSENMETALL

Im Juli 2022 startete HESSENMETALL zum dritten Mal eine Ausbildungsumfrage, an der sich 110 ausbildende Mitgliedsunternehmen beteiligten. Nun liegen die Ergebnisse vor und geben einen guten Einblick in die Situation auf dem Ausbildungsmarkt der hessischen M+E Industrie:

Größeres Ausbildungsangebot, starke Übernahmequote

Bezogen auf das Ausbildungsangebot ist – nach einem Corona-Einbruch im Jahr 2020 und der positiven Entwicklung 2021 – erneut Entspannung erkennbar: Ein Großteil der befragten Unternehmen hatte sein Stellenangebot bereits für dieses Jahr deutlich aufgestockt, für das nächste Ausbildungsjahr 2023/2024 planen nun 61 % mit einem gleichbleibenden und 30 % mit einem größeren Ausbildungsangebot.

Nicht nur das Angebot von Ausbildungsstellen ist erneut gestiegen, auch die Quote der Übernahme von Auszubildenden nach Ausbildungsabschluss hat von zuvor schon starken 90 % noch einmal einen Sprung auf 94,5 % gemacht. Im Jahr 2020 hatte diese Quote pandemiebedingt noch bei 75 % gelegen. Die hohe Quote zeigt deutlich, dass die hessischen M+E Unternehmen auf ihren Nachwuchs setzen und beste Zukunftsperspektiven bieten.

Problematische Bewerbungslage und Stellenbesetzung

Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen gab bei der Befragung an, dass nicht alle Stellen zum Ausbildungsstart am 1. September wie geplant besetzt werden konnten.

Ein wesentliches Hindernis bei der Besetzung der Ausbildungsplätze stellte für die M+E Unternehmen dabei die Bewerbungslage dar. Entweder erhalten die Unternehmen nicht genügend (10 %) oder zu wenige geeignete Bewerbungen (34 %). Im Vergleich zu den Vorjahren, als dies 7 % bzw. 27 % der befragten Unternehmen zurückmeldeten, hat sich diese Situation noch einmal verschärft.

Stand der Vorbildung und Verbindlichkeit schlechter

Anspruchsvoll ist aus Sicht vieler Unternehmen auch der Stand der Vorbildung bei Bewerberinnen und Bewerbern. 73 % melden zurück, dass dieser schlechter sei als in den Vorjahren. Auch nehmen viele Unternehmen eine abnehmende Verbindlichkeit von Zusagen wahr. 41 % der befragten Unternehmen geben an, dass aktuell mehr Verträge von Auszubildenden vor Ausbildungsbeginn wieder gelöst werden, als bisher.

Unternehmen stellen sich der Situation

Die M+E Industrie stellt sich der angespannten Situation mit vielfältigen Aktivitäten, wie zum Beispiel einem modernen Ausbildungsmarketing, Onboarding-Maßnahmen schon vor dem Start der Ausbildung oder ergänzendem betrieblichem Unterricht zum Schließen von Wissenslücken aus der Schulzeit. Gebraucht wird darüber hinaus vor allem eine gute und breite Berufsorientierung in den Schulen.

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen, die noch offene Ausbildungsplätze haben, sind weiterhin auf der Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern. Die Chancen für Interessierte stehen also gut, jetzt noch eine Ausbildung in der M+E Industrie zu ergattern. In der Stellenbörse www.me-vermitteln.de sind aktuell noch über 400 Stellen bei hessischen Unternehmen zum Ausbildungsstart in diesem Herbst verfügbar.

Berufsschulstandortkonzept der Landesregierung

Die von der Landesregierung angestrebte Neuordnung von Berufsschulstandorten („Die zukunftsfähige Berufsschule“) ist dem Großteil der Unternehmen (52 %) noch unbekannt.

Von den rund 30 % der befragten Unternehmen, die bereits von den Plänen gehört haben, ist der weit überwiegende Teil (86 %) besorgt bzgl. möglicher Auswirkungen auf den eigenen Ausbildungsbereich, nur 14 % sind optimistisch.

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Jonas Fidler

Leiter Bildung

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