Unternehmerverbände Südhessen zur Testpflicht in Unter­nehmen

Corona-Testpflicht nicht zielführend in der Pandemiebekämpfung / Widuch: „Verordnung verursacht Bürokratie und hohe Kosten für Unter­nehmen“

Darmstadt. „Die ab kommender Woche geltende Angebotspflicht für Corona-Tests in Unter­nehmen lehnen wir ab. Eine Testpflicht ist sinnlos und nicht zielführend, sofern das Angebot nicht verbindlich von den Mitarbeitern angenommen werden muss. Hohe Zusatzkosten, insbesondere durch beschaffte aber ungenutzte Tests, belasten unsere Unter­nehmen, die vielfach bereits durch die Corona-Pandemie verursachte Wirtschaftskrise starke finanzielle Verluste hinnehmen müssen. Zudem befürchten wir, dass es vielen Unter­nehmen aufgrund der durch eine allgemeine Testpflicht verursachten Lieferengpässe schwer fällt, ausreichend Tests zu beschaffen. Eine aufwändige Organisation der Tests im Betrieb sowie zusätzliche Dokumentations- und Nachweispflichten führen darüber hinaus zu mehr Bürokratie“, sagte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Unternehmerverbände Südhessen.

Durch die Testpflicht versuche die Politik von eigenen Fehlern in der Pandemiebewältigung abzulenken und die Kosten auf die Unter­nehmen abzuwälzen.
„Wir fordern stattdessen bei einem freiwilligen Testangebot zu bleiben, das viele Unter­nehmen bereits überall dort praktizieren, wo es sinnvoll und durchführbar ist. Vielmehr müssen wir unsere ganze Anstrengung auf eine flächendeckende Beschleunigung der Impfkampagne in Deutschland fokussieren. Auch Betriebsärzte in Unter­nehmen wollen nun vielerorts ihren Beitrag dazu leisten, um das Impftempo zu steigern, werden aber durch eine fehlende Impferlaubnis oder Impfstoffknappheit davon abgehalten“, sagte der UVSH-Geschäftsführer.

„Unsere Mitgliedsunternehmen stehen zu ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bei der Pandemiebekämpfung und wollen auch weiterhin einen wichtigen Beitrag hierzu leisten. Überall wo möglich, bieten unsere Mitgliedsunternehmen schon jetzt umfassende Angebote zu mobilem Arbeiten an. Unter­nehmen haben mit Pandemieplänen, Hygienekonzepten und flexiblen Arbeitszeitregelungen bereits seit Beginn der Pandemie zielgerichtet reagiert sowie die Kontakte signifikant gesenkt und damit Arbeitsplätze zu vergleichsweise sicheren Orten gemacht“, sagte Dirk Widuch.

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