Smiths Detection sorgt seit 75 Jahren weltweit für Sicherheit

Geschäftsführer Rainer Henkel spricht über Meilensteine und zukünftige Herausforderungen

Egal ob Handkoffer oder tonnenschwere Seecontainer – die digitalen Sicherheitslösungen von Smiths Detection prüfen und scannen Gepäckstücke oder Fracht sehr präzise. Das Wiesbadener Unter­nehmen bietet hochwertige Detektions- und Screening-Technologien zur Identifikation von Explosivstoffen, biochemischen Substanzen, Waffen und Drogen.

Rainer Henkel, Geschäftsführer von Smiths Detection Germany, spricht zum 75-jährigen Jubiläum des Unter­nehmens über Meilensteine der Firmengeschichte, die Vorteile automatischer Detektion und die Herausforderungen der Zukunft.

In welchen Bereichen werden Ihre Produkte eingesetzt? Was ist das Alleinstellungsmerkmal Ihrer Detektions- und Screening-Technologien?

Rainer Henkel:
Unsere Produkte werden weltweit hauptsächlich an Flughäfen und an Grenzen, beispielsweise beim Zoll zur Warenkontrolle, eingesetzt. Außerdem sind sie im Bereich „Urban Security“ zu finden, etwa in Gerichtssälen, Botschaften oder Konsulaten. In einigen Ländern werden unsere Sicherheits- und Detektionslösungen auch in Schulen eingesetzt. Ihr Einsatzgebiet ist sehr vielfältig und dient zum Schutz von Infrastruktur und Fracht. So können mit unseren Technologien etwa auch geschlossene Seecontainer geröntgt werden. Unsere Produkte zeichnet eine sehr hohe Bildqualität aus. Außerdem sind die Systeme von Smiths Detection an den Flughäfen nahezu rund um die Uhr in Betrieb, da kommt es immer auf unseren starken und schnellen Service an. 
 
Welche Rolle spielt in Ihrem Unter­nehmen die Digitalisierung?

Rainer Henkel: Unsere Produkte sind digital. Bei der automatischen Sprengstoffdetektion gibt die Bildverarbeitung dem Operator, also der Sicherheitskontrollkraft, beim Einlaufen des Koffers einen Hinweis. Eine neue Entwicklung von uns ist die automatische Detektion von gefährlichen Gegenständen wie Messern. Die Behörden in Europa prüfen derzeit die Zulassung dieses automatisierten Verfahrens. In Südkorea ist die automatische Detektion von gefährlichen Gegenständen schon erfolgreich im Einsatz. Sie soll die Arbeit des Operators erleichtern, teilweise übertrifft die Technik ihn bereits.

Wo sehen Sie zukünftig die größte Herausforderung in Ihrer Branche?

Rainer Henkel: Die Corona-Pandemie hat bekanntlich den Luftverkehr hart getroffen und somit in unserem Haupteinsatzbereich für Verwerfungen gesorgt. Erst in einigen Jahren wird wieder das alte Niveau erreicht werden. Die zweite Herausforderung ist, dass sich der Wettbewerb zunehmend verschärft. Die Sicherheitstechnik-Branche ist ein reiner Käufermarkt, auf dem die Anbieter um die Kunden kämpfen. Die chinesischen Wettbewerber drängen immer stärker in den Markt.

Smiths Detection feiert in diesem Jahr sein 75. Jubiläum. Herzlichen Glückwunsch von HESSEN­METALL Rhein-Main-Taunus! Welche Meilensteine gab es in der 75-jährigen Firmengeschichte?

Rainer Henkel:
1946 wurde das Unter­nehmen von Walter Heimann, einem Pionier der Fernsehtechnologie, gegründet. 1970 begann die damalige Heimann GmbH das Geschäft mit Röntgengeneratoren, damals noch in schwarz-weiß. Unser erstes Computerprüfsystem war 1991 ein technischer Meilenstein. Es hat einen Schub für die Firma und das Umsatzvolumen gebracht. Fünf Jahre später folgte das erste automatische Sprengstoffsystem. Um die Jahrtausendwende begann die Expansion auf den US-amerikanischen Markt. Wir haben sozusagen damals bei Null begonnen, mittlerweile liegt unser Marktanteil in den USA im Aviation-Bereich bei rund 50 Prozent. Es war somit ein wichtiger Schritt bei der Globalisierung des Unter­nehmens. Die Heimann GmbH wurde 2002 durch die britische Smiths Group übernommen. 2013 gab es die erste Sprengstoffkontrolle mit CT (Computertomographie), was zukunftsweisend war und bis heute auf dem Markt sehr gut etabliert ist. Die CT-Geräte machen die Sicherheitskontrollen an Flughäfen deutlich effizienter.

Wie viele Mitarbeiter und Auszubildende beschäftigen Sie derzeit am Standort Wiesbaden?

Rainer Henkel: Wir haben in Wiesbaden rund 600 Mitarbeiter. Vier Auszubildende fangen jedes Jahr bei uns an und wir planen in Zukunft ein duales Studium anzubieten. In unserer Entwicklungsabteilung arbeiten rund 140 Beschäftigte, fast alle eben genannten Meilensteine stammen aus Wiesbaden. Wir sind stolz auf die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter, die durch unser regelmäßiges Talent Review und individuelle Entwicklungspläne gefördert wird.

Seit wann sind Sie bei Smiths Detection tätig?

Rainer Henkel:
Ich arbeite seit über 37 Jahren für das Unter­nehmen. Im August 2019 bin ich in die Geschäftsführung eingetreten und leite gemeinsam mit Jürgen Faulhaber den Betrieb.

Warum sind Sie Mitglied bei HESSEN­METALL Rhein-Main-Taunus?

Rainer Henkel:
Smiths Detection ist dem Verband im Jahr 2015 beigetreten. Neben der kompetenten Rechtsauskunft bieten auch die vielfältigen Seminarangebote von HESSEN­METALL einen echten Mehrwert für unser Unter­nehmen.

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