CEO im Interview: Lars Federau, Geschäftsführer der MAPA-Tech GmbH & Co. KG in Kassel

Unser Interview-Format „CEO imInterview" hat zum Ziel, Geschäftsführer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle AGV-Mitglieder teilnehmen. Wir setzen die Serie fort mit Herrn Lars Federau. Er ist Geschäftsführer der MAPA-Tech GmbH & Co. KG in Kassel.

Herr Federau, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie, und was bietet das Unternehmen?

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Im Februar dieses Jahres gründeten wir im Dreierteam die MAPA-Tech GmbH & Co. KG und beschäftigen inzwischen drei Mitarbeiter. Unser Unternehmen ist durch ganz unterschiedliche Charaktere geprägt, die in ihren Bereichen zu den Experten gehören und zusammen ein interdisziplinäres Team bilden. Dank unserer Bekanntheit im Automobilsektor gelang es uns binnen kurzer Zeit, namhafte Automobilhersteller von uns und unserem innovativen Produkt zu überzeugen und als Kunden zu gewinnen.

Wir als technologieführender Systemlieferant von Ritzprägetechnik für die Prägung von Fahrzeug-Identifizierungsnummern liefern nicht nur Investitionsgüter, sondern eine ganzheitlich durchdachte Lösung beginnend von der Entwicklung und weit über die Inbetriebnahme hinaus.

Die Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Sondermaschinen und -anlagen mit kurzer Time-to-Market ist nicht nur unsere Kernkompetenz, sondern Leidenschaft. Auch lokale mittelständische Unternehmen der verarbeitenden und produzierenden Industrie geben uns recht und setzen inzwischen auf unsere innovativen Lösungen.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Im Anschluss meiner Ausbildung zum Elektroniker mit vorzeitiger Abschlussprüfung erhielt ich aufgrund der damaligen unklaren wirtschaftlichen Lage nur einen auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag. Trotz sehr interessanter und verantwortungsvoller Tätigkeiten in der Qualitätssicherung eines bekannten Lokbauers war für mich klar, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange für meine berufliche Karriere ist. Für mich als praktisch veranlagter Mensch kam ein Studium nicht in Betracht. Ich entschied mich für eine Weiterbildung zum "Staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Energietechnik und Prozessautomatisierung", die ich dank eines Begabtenstipendiums des BMBF in Vollzeit gefördert bekam.

Die Zeit zwischen dem Ende des Arbeitsvertrags und dem Beginn der Technikerschule überbrückte ich mit "work & travel" in Australien und erlebte eine unvergessliche Zeit. Wieder in Deutschland angekommen und mitten in der Weiterbildung gründete ich im Nebenerwerb ein Kleinunternehmen im Bereich 3D-Scan und 3D-Druck und sammelte so erste unternehmerische Erfahrungen. Nach Abschluss der Weiterbildung erhielt ich über Zeitarbeit Einblicke in mittelständische und kleine Unternehmen. Dabei lernte ich meine Mitgründer kennen, was letztendlich zur Gründung von MAPA-Tech führte.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Ich war in mittelständischen und kleinen Unternehmen tätig. Einiges hatten sie gemeinsam - Probleme aufgrund starrer Prozesse und schlechter interner Kommunikation. Man kennt ja diese typischen und zugleich sehr frustrierenden Floskeln: „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „auch wenn es besser wäre, kann ich meinem Vorgesetzten nicht widersprechen“ usw.

Ich dachte mir oft, die Sachen würden besser laufen, wenn ich sie beeinflussen könnte. Genau das kann ich jetzt. Hinzu kommt natürlich die zeitliche Flexibilität, was mir als Spätaufsteher zugute kommt.

Wie viel Freizeit haben Sie, und was machen Sie damit?

Ich konnte noch nie gut Arbeit von Freizeit trennen, nur jetzt als Unternehmer zahlt es sich auch aus. Zum Abschalten fahre ich Motorrad, gehe Klettern oder fahre spontan in den Surf-, Tauch- oder Ski-Urlaub. Dennoch bin ich erreichbar für unsere Kunden. Das ist mein Verständnis für Service.  

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Neben dem Fachkräftemangel, der Digitalisierung und der zukünftigen Mobilität im Innenstadtbereich sehe ich aus Sicht des Jungunternehmers eine große Herausforderung darin, Nordhessen als Gründungsstandort attraktiver zu gestalten.

Der Science Park Kassel und das FiDT Technologie- und Gründerzentrum bilden mit ihrer Infrastruktur bereits eine gute Grundlage. Dennoch fehlt es an einer aktiven Gründerszene, lokalen Venture Capital Fonds und einem Startup-Ökosystem, wie man es von den Start-up Hotspots kennt.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, und was schätzen Sie besonders am AGV?

Für uns als junges Unternehmen sind arbeitsrechtliche Fragen, insbesondere im Zusammenhang mit Arbeitsverträgen und Arbeitszeitmodellen allgegenwärtig. Ich erhielt den Tipp, dass der AGV insbesondere bei der Erstellung und Prüfung von Arbeitsverträgen kompetent sei und über ein starkes Netzwerk verfügt.

Besonders schätze ich inzwischen am AGV einen persönlichen Ansprechpartner für alle arbeitsrelevanten Fragen zu haben und zugleich aber auch den Austausch mit interessanten Netzwerkpartnern bei tollen Veranstaltungen.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Ich denke, jeder wird mit einem gewissen Maße an Unternehmergeist geboren. Es gilt somit die intrinsische Motivation von Jugendlichen so früh wie möglich zu fördern, indem man ihnen ermöglicht, eigene Ideen zu verwirklichen und sie darin in bildender als auch finanzieller Hinsicht zu unterstützen.

Durch Youtube und die generelle Informationsvielfalt im Web mangelt es sicher nicht an Ideen oder fehlendem Fachwissen. Viel eher vermute ich zu große Hürden bei der Umsetzung bedingt durch fehlende individuelle kostenlose Betreuung und Unterstützung von Experten. Genau dort sollte man ansetzen.

Vielen Dank, Herr Federau!

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