CEO im Interview: Armin Gruhs, geschäftsführender Gesellschafter der WVG alu-tec GmbH in Bad Arolsen

7 Fragen & 7 Antworten: persönlich, authentisch und unterhaltsam

Im Interview-Format „Fragen an die Geschäftsführer" stellen wir Geschäftsführer und ihre Unternehmen vor. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. Das Interview führte Frauke Syring, Referentin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL Nordhessen.

Heute im Interview: Armin Gruhs. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der WVG alu-tec GmbH in Bad Arolsen.

Herr Gruhs, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und was bietet das Unternehmen?

Die Firma WVG alu-tec GmbH besteht als eigenständiges Unternehmen seit 2001, wobei wir aber seit 1992 im Bereich des Kokillengusses unterwegs sind und einschlägige wie tiefgreifende Erfahrungen gesammelt haben. Unser Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Produktion von Gussteilen aus Aluminiumguss, hier besonders auf dem Verfahren des Kokillengusses. Durch hochmoderne und computergesteuerte Schmelzöfen, unterstützt durch eine sehr komplexe Prozesssimulationssoftware aus dem Hause MAGMA haben wir uns zu dem Top-Anbieter auf dem Gießereisektor entwickelt. Somit decken wir heute alles um den Rohstoff Aluminium ab. Im Einzelnen sind das Prototypen gefräst oder als Sandgussteile, Strangpressprofile, Gussteile, CNC-Bearbeitung, alle Oberflächen (beschichten, polieren, verchromen, eloxieren) bis hin zu fertig montierten und verpackten Baugruppen ganz nach Kundenwunsch als Systemanbieter.

Durch unsere umfangreichen CNC-Maschinen können wir auch in diesem Bereich fräsarbeiten für die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllen. Ob 3-4 oder 5 Achsen Bearbeitungszentren, schnelle Bearbeitungsmaschinen für Serienteile oder aber auch großflächiges Zerspanen bis zu einer Größe von 2600 x 750 x 690 mm sind neben den eigenen Vorrichtung- und Werkzeugbau machbar.

Der aktuelle Mitarbeiterstamm beläuft sich zurzeit auf 40 Personen. Davon sind zehn in Verwaltung, Konstruktion, Vertrieb und 30 im Produktionsbereich tätig. Darunter befinden sich zwei Auszubildende und zehn Frauen.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Diese Frage ist relativ kurz und knapp zu beantworten. Als Firmengründer gab es für mich gar keine andere Alternative, die Geschäftsführung und Verantwortung von Anfang an zu übernehmen.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Es reizen die Herausforderungen, denen man sich jeden Tag auf das Neue stellen muss sowie Verantwortung zu übernehmen. Aber auch zu sehen, wie sich die Mitarbeiter und das Unternehmen weiterentwickeln, und sich immer wieder neu erfinden muss, um auf dem Markt weiter erfolgreich existieren zu können.

Wie viel Freizeit haben Sie, und was machen Sie damit?

Die positive Entwicklung des Unternehmens nimmt aktuell doch recht viel Zeit in Anspruch. Um wieder Energie zu tanken, ist natürlich die Freizeit wichtig. Und da stehen Familie, Sport und Vereinsaktivitäten im Fokus.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften ist mittlerweile in allen Unternehmen zum wichtigen Thema geworden. Aber auch geeignete Bewerber für die technischen Ausbildungsberufe können aufgrund von Mangel an Bewerbern nicht immer besetzt werden. Hier sind Politik und Wirtschaft gefordert, neue Wege und Konzepte zu entwickeln, um Jugendliche in der Region zu halten.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, und was schätzen Sie besonders am AGV?

Gerade neue Gesetze und die wachsenden Anforderungen an Dokumentationen lassen sich in einer Gemeinschaft besser umsetzen, somit kann das Netzwerk eines Verbandes doch bestens genutzt werden. Der daraus resultierende Austausch mit den Mitgliedern rechtfertigt schon einen Beitritt. Aber auch in Bezug auf die Personalentwicklung ist es doch sehr wichtig, an klaren Strukturen und Vorgaben zu arbeiten sowie auch immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Dieses wird uns durch die Mitgliedschaft im AGV geboten. Auch die Rechtsberatung im Arbeitsrecht ist schon eine Mitgliedschaft wert.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Ich denke, dass wir recht viele Jungunternehmer, aber auch Start-up Unternehmen haben. Schlimm finde ich nur, dass jedes Jahr kleinere inhabergeführte Handwerksbetriebe, aufgrund von fehlender Nachfolge schließen. Hier muss eine Lösung gefunden werden, wie eine reibungslose Übergabe an interessierte Jungunternehmer erfolgen kann. Oft scheitert es aber an der Situation, dass die Inhaber nicht früh genug loslassen wollen. Der Bund der Familienunternehmer ist hier sicherlich eine interessante Adresse.

Auch die Schulen und gerade die Berufsschulen sind gefordert, den Unternehmergeist der Jugendlichen zu wecken und Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen.

Vielen Dank, Herr Gruhs!

 

 

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