Azubis in der Hauptrolle

I AM MINT Osthessen

Seit 2012 begeistert I AM MINT hessenweit Jugendliche der Vorabgangsklassen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) und gewinnt sie für Berufsausbildungen in diesen Fachgebieten.

Seit 2012 begeistert  I AM MINT hessenweit Jugendliche der Vorabgangsklassen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) und gewinnt sie für Berufsausbildungen in diesen Fachgebieten. Beate Löb ist seit 2016 Regionalkoordinatorin für Osthessen und berichtet vom aktuellen Stand des Erfolgsprojekts.

Beate Löb, Regionalkoordinatorin I AM MINT für OsthessenFrau Löb, für alle, die das Projekt noch gar nicht kennen, was ist I AM MINT?

Das „AM“ im Namen steht direkt für diejenigen, die im Projekt die Hauptrolle spielen – die „Azubi-Mentorinnen und -Mentoren“. Sie geben Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe Informationen über und Einblicke in die Unter­nehmen der eigenen Region, die für sie mögliche Ausbildungsstätten sein können und auch zu den Themen Praktikum und Bewerbung. Außerdem erfahren die Jugendlichen direkt mehr über die „Lebenslinien“ der Azubis selbst, die entsprechende Berufe gerade schon bei diesen Firmen erlernen und können ihnen direkt die Fragen stellen, die für sie am wichtigsten sind: Wie sind die Azubis zu ihrer Ausbildung gekommen, welche Rolle haben Praktika dabei gespielt, was, wenn Schulnoten nicht ganz so gut sind? – und natürlich Vieles mehr. Motivierte Azubis sind für die erfolgreiche Berufswahl von Jugendlichen das A und O, vor allem, wenn sie die Dinge mit so großer Begeisterung rüberbringen!

Absolut. Wann und wie sind Sie denn auf I AM MINT aufmerksam geworden?

Wegen meiner eigenen Tätigkeit im MINT-Bereich wurde ich direkt darauf angesprochen und fand das Projekt auf Anhieb gut. Ich bin seit 2016 dabei und es ist eine sehr schöne Aufgabe junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen zu können.

Was hat Sie überzeugt?

Dass das Projekt im Wesentlichen unmittelbar MINT-interessierte Jugendliche anspricht und damit eine größere Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Nachwuchsförderung besteht.

Wie wird dieses Erfolgskonzept finanziert?

Insgesamt widmet sich das Projekt der Nachwuchsfachkräfteförderung im MINT-Bereich und wurde deshalb vom Land Hessen initiiert. Die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, das hessische Wirtschaftsministerium mit dem Europäischen Sozialfonds unterstützen es und die Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft (BWHW) führt I AM MINT durch – Zielgruppe sind die Vorabgangsklassen der Haupt- und Realschulen und die neunten und zehnten Klassen der Gymnasien.

Was beinhaltet I AM MINT, wenn Sie es mit einem Unter­nehmen durchführen?

Zur Durchführung gehören eine Kick-Off-Veranstaltung, mehrere Unter­nehmenserkundungen sowie eine abschließende Reflexionsveranstaltung. Die jeweilige Projektdauer umfasst das gesamte Schuljahr. In enger Abstimmung geben die Schulen uns Koordinatorinnen und Koordinatoren ihre Wunschtermine durch und wir stimmen sie mit unserem Trainerteam und den jeweiligen Unter­nehmen ab – das spart allen zeitaufwendigen Organisationsaufwand und verspricht ein professionelles Komplettprogramm.

Wie können Unter­nehmen und Schulen aktiv werden, die Teil des Projekts werden möchten?

Ein Anruf bei mir genügt, wenn Sie aus Osthessen kommen – und werfen Sie auch gerne direkt einen Blick auf unsere Webseite! Wir Regionalkoordinatorinnen und -koordinatoren sind für Sie da!

Und wie geht es dann nach der Anfrage weiter?

Wir nehmen dann mit den interessierten Schulen oder Unter­nehmen Kontakt auf und organisieren einen Besichtigungs- und Kennenlerntermin, gegebenenfalls auch vorab eine Info-Veranstaltung.

Perfekt. Was ist denn der aktuelle Stand von I AM MINT?

Bisher haben wir hessenweit über 750 Azubi-Mentorinnen und -Mentoren als Ausbildungs-Botschafterinnen und -Botschafter geschult. Im Kontakt mit den Jugendlichen tragen sie wesentlich zur Nachwuchssicherung der Betriebe bei. In der zehnjährigen Projektlaufzeit haben bislang über 6.800 Schülerinnen und Schüler teilgenommen, dadurch sind viele Ausbildungsverträge zustande gekommen, wie wir erfahren haben. Bemerkenswert ist auch der Anteil von Schülerinnen, der bei über 42 % liegt. Insgesamt haben wir inzwischen 400 Kooperationen zwischen Schulen und Unter­nehmen vermittelt.

Das sind beeindruckende Zahlen, wie sind Sie mit dem Projekt durch die Pandemie gekommen, gab es regionale Unterschiede?

Unser Team hat gleich auf die Gegebenheiten der Pandemie reagiert und Livestreams sowie Online-Unter­nehmenserkundungen ermöglicht. In Osthessen gab es kaum Unterschiede beim Interesse im Vergleich zu den Vorjahren. Da kein Unterricht ausfallen sollte, gab es auch keine Probleme, die virtuellen Unter­nehmenserkundungen auf den Nachmittag zu verlegen und die meisten Schulen hatten auch generell früh auf virtuellen Unterricht umgestellt. Für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler bedeutete all das Mehraufwand, dennoch waren sehr viele dabei. Ich denke, allein hieran kann man das Interesse am I AM MINT-Projekt und seinen Inhalten ablesen. Außerdem ergab sich sogar ein Vorteil: Da wir virtuell nicht auf eine begrenzte Teilnehmendenzahl angewiesen waren, konnten immer alle interessierten Schülerinnen und Schüler an den Veranstaltungen der Betriebe teilnehmen und sie näher kennenlernen. In der Regel hatten wir zwischen 30 bis 50 Teilnehmende. Jugendliche können sich übrigens auch jetzt noch jederzeit auf unserem YouTube-Kanal in virtuellen Betriebserkundungen über die beteiligten Unter­nehmen und deren Ausbildungen informieren.

Dann sind Sie mit der wohl größten Herausforderung der Gegenwart ja super zurechtgekommen. Wie sehen Sie die Zukunft von I AM MINT?

Ich denke die genannten Zahlen, Daten und Fakten sprechen für die vielfältigen Chancen, die das I AM MINT-Projekt allen Teilnehmenden bietet. Da Schulen und Unter­nehmen die Erfolge sehen, blicke ich in eine vielversprechende Zukunft und bin guter Dinge, dass wir in diesem Projekt noch mehr Jugendliche über MINT-Berufe informieren und dafür begeistern werden. Unser Ziel, die Nachwuchsfachkräfteförderung im Bereich der MINT-Berufe voranzubringen, haben wir erreicht und bleiben weiter dran – und deshalb hoffe ich, dass das Projekt auch noch lange von den Institutionen getragen wird, die es aktuell finanzieren.

Was war denn ein besonders denkwürdiges Erlebnis für Sie – auf dem Weg zu diesen ehrenwerten Zielen?

Nun, denkwürdig ist ein großes Wort. Sprechen wir lieber von freudigen Ereignissen, zum Beispiel, wenn mir ehemalige MINT-Schülerinnen und Schüler in Unter­nehmen als Azubi-Mentorinnen oder Mentoren wiederbegegnen!

Redaktion und Text: Talisa Dean

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