IT-Anwender und IT-Anbieter im Austausch: Neue Einsatz­möglichkeiten für KI

Künstliche Intelligenz (KI) gilt als die prägende Technologie des 21. Jahrhunderts – vergleichbar der Dampfmaschine, dem Verbrennungsmotor oder der Elektrizität. Gerade die Metall- und Elektroindustrie ist bereits heute hoch digitalisiert und  Industrie 4.0 für ihre Unter­nehmen keine ferne Zukunftsmusik mehr. Einsatz­möglichkeiten für KI gibt es hier also jede Menge. Deswegen war sie auch das Thema beim 7. IT-Forum von HESSENMETALL.

In Kooperation mit der TU Darmstadt gab es im TechQuartier Frankfurt Einblicke in die Potenziale und Erfolge von Künstlicher Intelligenz in Forschung und Industrie:

  • Welche Aufgaben können zukünftig von Algorithmen übernommen werden? Wie entstehen auf der Basis von Algorithmen neue Geschäftsmodelle?
  • Wie können Unter­nehmen erfolgreich KI-Anwendungen nutzen?

Diese Fragen standen im Fokus, um Unter­nehmen die praktischen Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz aufzuzeigen. „Die Ergebnisse unserer Digital-Umfrage zeigen, dass unsere Mitgliedsunternehmen der KI zwar großes Potenzial zuschreiben, vielfach jedoch Unsicherheit darüber besteht, wo sie im Unter­nehmen gewinnbringend eingesetzt werden kann“, erklärte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert hinsichtlich der Bedeutung des Themas für HESSENMETALL. „Mit Veranstaltungen wie dem IT-Forum möchten wir unserem Anspruch gerecht werden, IT-Anwender und IT-Anbieter – in diesem Fall mit dem Schwerpunkt KI – zusammenzubringen und konkrete, praxisnahe Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie aufzeigen.“

Dass die Einsatzbereiche von KI vielfältig und faszinierend sind, zeigte Prof. Dr. Buxmann von der TU Darmstadt in seinem Vortrag auf. Er unterstrich das große Potential der Technologie, und thematisierte gleichzeitig neben den damit verbundenen Chancen auch ihre Grenzen. „In der KI spielen neben Technologien, Innovationen und Geschäftsmodellen auch die Ethik und der gesellschaftliche Konsens eine große Rolle“, so Buxmann. Denn eine Frage brenne der Gesellschaft besonders unter den Nägeln: Müssen wir vor einer zu starken KI Angst haben, mit der die Roboter die Herrschaft übernehmen werden? Laut Buxmann ist diese Angst aber unbegründet, vielmehr müsse man sich vor einer zu dummen KI fürchten. Viele Entwicklungen seien zu wenig transparent, wodurch sie ständig überwacht werden müssten. So könne ein System Fehler erkennen, aber oftmals nicht deren erklären. 

Dr. Adrian Engelbrecht, Head of AI der Firma Serviceware SE, verriet in seinem Vortrag, welche Erfolgsfaktoren es zu beachten gilt, um Services auf Basis von Maschinellem Lernen in Unter­nehmen zu implementieren: „Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen bieten vielfältige Potenziale für verschiedenste Branchen. Der Erfolg einer KI-Initiative hängt allerdings nicht nur von einer passenden Idee, sondern vor allem von der Qualität der Umsetzung ab. Dabei spielen zahlreiche Faktoren wie der Aufbau der nötigen Expertise, die Bereitstellung einer geeigneten Infrastruktur sowie die Möglichkeit zur Skalierung eine Rolle. Zur zeitnahen Nutzung der Potenziale gilt es, diese Erfolgsfaktoren besser zu verstehen und bei der Implementierung zu berücksichtigen.“

Dass eine gute Recherche Zeit und Geld spart, zeigte auch Simon Gineiger, Consultant der BOLDLY GO INDUSTRIES GmbH, mit Beispielen aus mittelständischen Unter­nehmen: „In der datenbasierten Wirtschaft von heute und morgen ist der besonnene, zielgerichtete Einsatz von Künstlicher Intelligenz wettbewerbsentscheidend. Es handelt sich nämlich nicht um technologische Magie aus Silicon Valley, sondern um frei verfügbare, leistungsfähige Analysewerkzeuge, für die schon heute im fertigenden Mittelstand etablierte Best Practices existieren“, erklärte Gineiger. Es empfehle sich, auf der Grundlage dieser bereits bestehenden Analysewerkzeuge neue Anwendungen zu bauen, im Vorfeld eines Projektes eine breite Machbarkeitsstudie durchzuführen und mit konkreten Anwendungsfällen aus Studien zu starten, bei denen in kurzen Schleifen gearbeitet wird, um Ergebnisse greifbar zu halten.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Timm Jäger, Referent des Vorstands von Eintracht Frankfurt, die Digitalstrategie des Vereins vor – und machte dabei deutlich, dass die Digitalisierung auch für einen erfolgreichen Fußballverein ein wichtiger Zukunftsfaktor ist: „Sportlicher Erfolg ist entscheidend für Eintracht Frankfurt, jedoch ist hierfür wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich. Eintracht Frankfurt fokussiert sich im Zuge dessen auf neue digitale Geschäftsmodelle rund um eine eigene digitale Plattform und die „Arena of IoT“.“ Und natürlich sei auch im Fußball selbst alles vernetzt, bis hin zu den Spielern – denn auch bei den sportlichen Erfolgen können Daten eine große Rolle spielen.

Eindrücke

Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse