Wie sich die Metall- und Elektro-Industrie gegen „Cyber-Angriffe“ wappnet

Frankfurt, 25. Oktober 2017. „IT-Sicherheit und Datenschutz müssen Chefsache werden. Wenn wir die digitale Transformation steuern wollen, dann müssen gerade wir in der Metall- und Elektro-Industrie als einer ihrer wesentlichen Treiber auch Vorreiter in Sachen Sicherheit werden“, sagte Wolf Matthias Mang, Vorstandsvorsitzender von HESSEN­METALL, vor über 90 Gästen im Haus der Wirtschaft Hessen beim 1. IT-Forum „Cyber-Angriffe und IT-Sicherheit“. Für die Gesamtwirtschaft skizzierte er eine zu geringe Risikosensibilität in diesem Bereich und stellte zugleich das umfassende Unterstützungsprogramm des Arbeitgeberverbands HESSEN­METALL für seine 573 Mitgliedsunternehmen vor.

Cyber-Angriffe gehören heute zum Alltag von Unter­nehmen. Dennoch sind viele Unter­nehmen nur unzureichend geschützt, wie spektakuläre Fälle immer wieder gezeigt hätten. Nur wenige Unter­nehmen hätten Krisenstrategien. Viele brauchen zu lange, um Angriffe zu entdecken, und dann auch eher durch Zufall. Viele haben lange Reaktionszeiten: im Durchschnitt zwischen 3 und 5 Monaten. Und nur ein Viertel sei überhaupt gegen Hacker-Attacken versichert. Deshalb entstehen den Unter­nehmen in Deutschland pro Jahr – laut Branchenverband Bitkom – Schäden in Höhe von 55 Mrd. Euro.

Dr. Timo Hauschild, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), sagte: „Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung erhöht sich auch die digitale Verwundbarkeit. Wie notwendig eine nachhaltige Informationssicherheit ist, haben zuletzt Vorfälle wie WannaCry oder NotPetya gezeigt, die teils erhebliche Auswirkungen auf Unter­nehmen und andere Anwender hatten. Als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde steht das BSI in der Allianz für Cybersicherheit auch den Unter­nehmen als kompetenter Ansprechpartner zur Seite“.


Peter Knapp, Chief Digital Officer, SAMSON AG, erläuterte: „Im Zuge der digitalen Transformation entstehen ganz neue Wertschöpfungsketten. Neben Agilität und Flexibilität werden die Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit immer wichtiger. Informationssicherheit ist eine strategische Aufgabe,  die aus der Unter­nehmensstrategie und der Digitalisierungsstrategie abgeleitet werden muss. Sicherheit und Datenschutz sind keine reinen Technik-Themen, sondern Unternehmer-Themen und erfordern deshalb die uneingeschränkte Unterstützung durch das TOP-Management.“ 

Gerald Kaufhold, Geschäftsführer KOGIT GmbH, betonte: „Der sichere Umgang mit digitalen Identitäten ist zwingend erforderlich, sowohl aus eigenem Interesse zum Schutz des Unter­nehmens als auch aus rechtlichen Gründen wegen der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Wer heute nicht aktiv wird, für den steigen Aufwände und Gefahren. Spezialisten können entsprechend maßgeschneiderte Lösungen für angemessene Projektgrößen definieren und damit eine Sicherheitssteigerung erzielen.“

„Wir wollen unsere Mitgliedsunternehmen im Bereich der Cybersicherheit, aber auch bei anderen wichtigen IT-Themen wie Datenschutz oder Künstliche Intelligenz mit Veranstaltungsformaten und Leitfäden unterstützen, IT-Anbieter und IT-Nutzer zusammenzubringen und eine Win-Win-Gemeinschaft für die digitale Transformation schaffen“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer von HESSEN­METALL.

Hintergrund:

Mit der neuen HESSEN­METALL-Veranstaltungsreihe zum Themengebiet Informationstechnologien will Hessens größter Arbeitgeberverband IT-Anwender in ihren Fähigkeiten unterstützen, den gegenwärtigen und zukünftigen IT-Herausforderungen und vor allem Cyber-Gefahren zu begegnen. 

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Das Forum im Videorückblick: