Damit die Menschen mitkommen - Digitalisierung - Ausbilder setzen auf das Netzwerk Q 4.0

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Kaufungen. Vollautomatische Produktion, chaotische Lagersysteme, in denen nur der Computer weiß, was wo liegt, Roboter und künstliche Intelligenz, Homeoffice sowie virtuelle Teambesprechungen über Werkgrenzen hinaus und vieles mehr: Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt rasant, und jeder Betrieb hat dabei seine eigenen, individuellen Anforderungen zu bewältigen.

Damit alle Beschäftigten da noch mitkommen, ist das Personal in der Berufsbildung besonders gefordert. Um diese Leute fit zu machen für den digitalen Wandel, wurde das Netzwerk Q 4.0 ins Leben gerufen. Organisiert von den regionalen Bildungswerken der Wirtschaft und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, unterstützt es durch gezielte Schulungen, Infoveranstaltungen sowie virtuelle runde Tische.

Ausbilder werden zu Lernprozessbegleitern

„Dabei vermitteln wir nicht nur, wie man etwa Lernplattformen einsetzt, Online-Meetings durchführt oder wie IT-Systeme im Betrieb geschützt werden können, sondern wir lehren auch, wie man das neu gewonnene Wissen an andere weitergibt“, erläutert Dr. Angela Joost, verantwortliche Projektleiterin vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Bad Nauheim.

Katja Schmidt, Ausbildungsleiterin bei F. Hackländer in Kassel, ist seit dem Start von Q 4.0 im Herbst 2020 dabei und will das Angebot nicht mehr missen. Schon der erste Workshop hat bei ihr Unsicherheiten abgebaut. „Manches kannte man schon. Hier bekommt man auch Hintergrundwissen, das vieles klarer macht, und jede Menge Handwerkszeug“, betont die Ausbilderin.



Sie startete 1988 bei dem weltweit tätigen Stahlgroßhandel (300  Mitarbeiter) als kaufmännische Auszubildende. „Im Vergleich zu damals sind die Informationen, die unsere gut 20 Azubis heute zu bewältigen haben, gigantisch“, so Schmidt.

Dreh- und Angelpunkt am Standort Kaufungen ist ein hochmodernes Lager, in dem die Stahlwaren über ein modernes Warenwirtschaftssystem verwaltet werden.
„Wie digital das hier schon ist, dass die Tourenplanung der Lkws oder der Einlagerungsprozess komplett am PC abgewickelt werden, konnte ich mir vorher nicht vorstellen“, sagt Azubi Michael Fridrich. Auch Azubi Beschan Nawabi ist begeistert: „Mir macht das alles Spaß, auch weil wir uns hier gegenseitig unterstützen.“ Eine Einstellung, die Katja Schmidt begrüßt: „Die Digitalisierung verstehen wir als Prozess, der nie zu Ende geht. Unsere Aufgabe ist es, dranzubleiben, und wir Ausbilder werden dabei zu Lernprozessbegleitern.“     Text: M. Becker-Mohr