12. IT-Forum „Was bringt die Cloud? Von Chancen, Risiken und sicheren Strukturen“

Cloud-Computing und Gaia-X standen im Mittelpunkt des 12. IT-Forums von HESSEN­METALL und der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen.

Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft stellten innovative Lösungen und relevante Use Cases vor und betrachteten Möglichkeiten und Risiken, die sich in der Cloud ergeben. Zudem informierten First-Mover darüber, was hinter der Gaia-X Initiative steckt, wie der Stand der Umsetzung ist und welche Erwartungen damit verbunden sind. Zwei Diskussionsrunden zu den Themen gaben viel Raum für intensiven Austausch zwischen Experten und Teilnehmern.
 

„Als Wirtschaftsvertreter spüren wir alltäglich wie umfassend der Strukturwandel ist, in dem unsere Industrie sich gerade befindet und die Digitalisierung von Produktionsprozessen ist ein wesentlicher Teil davon, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine enge Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft wird eine wesentliche Rolle dabei spielen, wie erfolgreich der Industriestandort Deutschland diesen Wandel bewältigt“, sagte Dirk Widuch, Geschäftsführer von HESSEN­METALL Darmstadt und Südhessen.
 

Toma Buchinsky, CEO von Adastra Germany sprach in der Keynote des 12. IT-Forums über die Bedeutung von Multi-Cloud-Lösungen in einem sich schnell verändernden Umfeld: „Die Verlagerung von Geschäftsprozessen und Daten von On-Premise-Systemen in die Cloud hat sich bereits von einem Nice-to-Have zu einem Must-Have gewandelt. Die Wahl des richtigen Anbieters erweist sich jedoch auf der Cloud-Reise vieler Unter­nehmen als Herausforderung, die entweder ganz am Anfang oder zu einem späteren Zeitpunkt auftritt – z. B. wenn sich Preise oder Lizenzbedingungen ändern“.

Meet our Startups

„Die Digitalisierung in unserer Gesellschaft ist nicht mehr zu stoppen. Aber gerade bei kleinen und mittelständischen Unter­nehmen gibt es einige Vorbehalte gegen Cloud-basierte Lösungen, seien es Sicherheitsbedenken, geringes Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der ausgelagerten Softwarelösungen oder das Unbehagen, sich in unbekannte Abhängigkeiten zu begeben“, sagte Dr. Jens Achenbach, CTO der Heavy Data GmbH. Er zeigte auf, welche Chancen es für den Mittelstand gibt, jetzt auch SaaS-Lösungen in der Produktion und Logistik einzusetzen.
 

Algorithmen Hubs und Data Lakes für Fahrzeugflotten und R&D stellte Daniel Dilmetz, Sales and Business Development bei der COMPREDICT GmbH, in seinem Vortrag vor. Vernetzte Fahrzeuge erzeugen große Datenmengen, die aber aktuell nur wenig genutzt werden. Das will COMPREDICT ändern. Das Darmstädter Startup entwickelt sogenannte „Virtuelle Sensoren“, die vorhandene Fahrzeugdaten mittels KI effizient und in großer Menge auswerten. „Diese Virtuellen Sensoren bestimmen beispielsweise die verbleibende Dicke der Bremsbeläge, die Reifenprofiltiefe, die Restlebensdauer einer Batterie oder die Fahrzeugmasse, rein softwarebasiert“, erläuterte Dilmetz. „Durch COMPREDICT‘s präzise Lebensdauerprognosen für einzelne Bauteile können Fahrzeughersteller verringertes Gewicht und Produktbeständigkeit unter einen Hut bringen. Mit Hilfe der Virtuellen Sensoren können so CO2-Emissionen über den gesamten Produktlebenszyklus reduziert werden.“
 

Was man Digitalen Zwillingen versteht, warum sie braucht und wie sie in die Cloud gelangen, erläuterte Marcel Hahn, Geschäftsführer der Hahn Projects GmbH: „Digitale Zwillinge verbinden die reale mit der virtuellen Welt. Sie ermöglichen es, Komplexität zu reduzieren und neue Geschäftsmodelle zu eröffnen“.

GAIA-X 

Die Gaia-X Initiative, die eine sichere, offene und souveräne Cloud-Infrastruktur basierend auf europäischen Werten umsetzen möchte, stand im Mittelpunkt des zweiten Teils des 12. IT-Forums. Hierzu wurde der aktuelle Stand relevanter Use Cases und deren Bedeutung für den Mittelstand vorgestellt.

Peter Janker von der Concircle Österreich GmbH stellte das deutsch-österreichische Gaia-X-Leitprojekt im Produktionsumfeld „EuProGigant – Europäisches Produktionsgiganet für eine smarte und souveräne Nutzung von Daten für die Produktion“ vor. Anhand zweier Anwendungsfälle erläuterte er den Nutzen von digitalen Daten-Ökosystemen insbesondere für kleine und mittelständische Unter­nehmen und zeigte insbesondere Lösungen für die dabei aufkommenden Fragen nach Datensouveränität und -sicherheit in Verbindung mit Gaia-X.
 

"Wandlungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit – diese Faktoren sind zentrale Anforderungen an die Automobilindustrie. Das Automotive Network Catena-X hat sich zusammengeschlossen, um die Marktteilnehmer für diese Herausforderungen zu stärken". Welche Erwartungen und Erfahrungen aus der aktiven Mitarbeit und Mitgestaltung ein Mittelstandsunternehmen bei Catena-X haben kann, stellte Plamen Kiradijev, Director of Solution Architects bei German Edge Cloud, vor. „Catena-X bietet ein offenes Ökosystem, an dem sich Automobilhersteller und -zulieferer, Branchenverbände sowie Ausrüster beteiligen können". Das Ziel: einheitliche Standards für sichere Daten- und Informationsflüsse in der gesamten automobilen Wertschöpfungskette. Als Digitalisierungsarm der Friedhelm Log Gruppe gehört German Edge Cloud zu den Gründungsmitgliedern von Catena-X.
 

Die Zustandsüberwachung von Maschinen zur vorbeugenden Wartung (CCM, Collaborative Condition Monitoring) ist ein aktuelles Thema bei vielen Fabrikbetreibern. Dabei ist das Datenteilen zwischen Fabrikbetreiber und Maschinenbauer eine erste Anwendung für die Cloud. Der größte Nutzen entsteht, wenn zusätzlich auch die Automatisierungskomponenten wie z. B. elektrische Antriebe einbezogen werden. Um dieses Datenteilen im Dreieck Betreiber - Maschinenbauer - Komponentenhersteller für Zwecke des CCM und als Grundlage für maschinelles Lernen befasst sich der Beitrag von Stefan Pollmeier. Er stellt den Use Case "Collaborative Condition Monitoring" (CCM) der Plattform Industrie 4.0 für Gaia-X vor, der durch Standardisierung die Kosten senken und die Datenqualität erhöhen will. Dies ist Grundlage dafür, CCM wirtschaftlich bei einer immer größeren Anzahl von Maschinen zum Einsatz bringen zu können.

Alle Präsentationen sowie zusätzliche Links mit weiteren interessanten Informationen finden Sie wie immer im Serviceportal.

 

 

   

 

   

 

Kontakt
Katja Farfan

Katja Farfan
Referentin Digitales und Technologietransfer