HESSENMETALL zum 2. Mal auf dem DIGITAL FUTUREcongress

Wozu braucht die Maschine noch den Menschen? Um eine gute Zukunft zu gestalten! // Pollert: „HESSENMETALL präsentiert sich als Erfahrungsplattform seiner Mitglieder bei der Gestaltung der digitalen Transformation.“

Frankfurt am Main. HESSENMETALL war Mitte Februar zum 2. Mal beim DIGITAL FUTUREcongress in Frankfurt – der größten Kongressmesse für Digitalisierung in Hessen mit über 3.000 Besuchern. An unserem Stand gab es viel Interesse nach unserer aktuellen Digitalumfrage, dem Startup-Programm und unseren Foren zur Künstlichen Intelligenz. Dass wir als Win-Win-Gemeinschaft zum einen für IT-Nutzer, unsere produzierenden Mitglieder, und zum anderen für IT-Anbieter auftreten, überzeugte die Besucher erneut. Mittlerweile haben wir dort auch schon viele Mitgliedsunternehmen als Aussteller getroffen. An dem spannenden Programm haben wir uns mit unserem Kooperationspartner, dem Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) gleich zweifach beteiligt: mit einem Vortrag von Prof. Stowasser und einem Workshop von Frau Dr. Frost zu KI und der Arbeitswelt der Zukunft.

Wozu braucht die Maschine noch den Menschen?

Obwohl Künstliche Intelligenz alles besser kann, was Menschen kognitiv können, und obwohl Robotor alles besser können, was der Mensch physisch kann, brauchen KI und Roboter die Menschen. Um von ihnen entwickelt, gebaut und betrieben zu werden und ihnen zu nützen. Dazu müssen wir Menschen aber Profis dabei werden, sich von beiden helfen zu lassen. Mit dieser starken These startete Dr. Pero Micic,Gründer und Vorstand FutureManagement Group, in den Kongress. Nicht jeder muss ein Elon Musk werden und unablässig Visionen erfinden – von SpaceEx über Starlink, Hyperloop bis hin zu Tesla, Boxing Company, Open AI und Neuralink. Aber alle Menschen müssen der Zukunft mehr Raum im eigenen Bewusstsein geben. Und chancenorientiert auf die eigenen Zukunftsvorstellungen zugehen. Mit der Zukunft sei es wie bei einem Puzzle. Ohne Vorlage wird es schwierig, die Einzelteile zusammen zu setzen. Und eine solche Vorlage sei das Zukunftsbild, das Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen brauchen. Er gab als einfaches Beispiel den Arztbesuch. Auch in Zukunft werden wir wollen, dass uns ein Mensch behandelt. Aber wir werden ihn als Profi nur akzeptieren, wenn er die Grenzen seiner persönlichen ärztlichen Erfahrung erweitert um die Möglichkeiten der Datenabgleiche mit smarten Gesundheitsdaten – und aus dem vollen Menschheitswissen schöpft. Und diese Professionalitätserwartung wird sich über alle Lebensbereiche erstrecken.

Impressionen vom DIGITAL FUTUREcongress 2020

M+E-Industrie größte Anwenderindustrie: oft Treiber, manchmal auch Getriebene der Digitalisierung

In seinem für die Messe erstellten Interview über Arbeit 4.0 erläuterte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer von HESSENMETAL: „Für uns macht das absolut Sinn: Die Metall- und Elektroindustrie ist bereits heute hoch digitalisiert, also alles andere als altes Eisen. Durch das Internet of Things werden Produktionsanlagen miteinander vernetzt. Die gesamte Wertschöpfungskette wird digitalisiert. Es entstehen neue, digitale Geschäftsmodelle. Für unsere Mitglieder ist Industrie 4.0 keine ferne Zukunftsmusik mehr. Sie stecken bereits mitten im Strukturwandel der digitalen Transformation. Die M+E-Industrie ist selbst die größte Anwenderindustrie: oft Treiber, manchmal auch Getriebene der Digitalisierung. Als Arbeitgeberverband möchten wir unsere Mitglieder in diesem Prozess begleiten. Wir bei HESSENMETALL verstehen uns als Plattform für den digitalen Wandel - mit der Kernkompetenz rund um die Arbeitsbeziehungen, also auch für Arbeit 4.0. Deshalb bringen wir unter anderem auch Anwender und Anbieter digitaler Lösungen zusammen. Dadurch vernetzen wir Herstellerwissen mit Anwenderpraxis in einer konstruktiven Win-Win-Gemeinschaft, die beiden Seiten nützt – durch den Austausch und die Erweiterung von Digitalisierungswissen und den Zugang zu einem Netzwerk aus über 620 Mitgliedsunternehmen.“

75% der Arbeitsplätze werden sich verändern

Wie diese Veränderung aussehen können erläuterte der Chef unserer Denkfabrik, Prof. Dr. Ing. habil. Sascha Stowasser vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa). Statt Risiko-fixierte Diskussionen zu führen, ob oder gar wie viele Arbeitsplätze durch den digitalen Strukturwandel entfallen werden, gilt es die Chancen nüchtern festzuhalten.

Dabei sollten wir uns nicht von den drei Hauptängsten leiten lassen: Ist mein Job sicher? Wie sicher sind meine Daten? Schaffe ich das angesichts der Größe der Aufgabe?  Sondern uns nüchtern anschauen, wie Veränderungen geschehen: nämlich in erster Linie als verändernde Umgestaltung der Arbeitsfunktionen und Arbeitsplätze, als Neuentstehung, aber natürlich auch als Wegfall. Und hier geht es in erster Linie – weiß die Arbeitswissenschaft! – nicht um den Wegfall ganzer Arbeitsplätze, die es natürlich auch gibt, sondern um den Wegfall und Ersatz von Teilfunktionen und die neue Zusammensetzung aller Funktionen – u.a. in einem Kompetenz-Cluster der Beschäftigten. Bestehend aus Methodenkompetenz, Selbstkompetenz, Fachkompetenz und Sozialkompetenz. „Die Ängste müssen wir ernstnehmen. Aber gemeinsam schaffen wir die Bewältigung im Miteinander zwischen Führung, Mitarbeitern und Betriebsrat. Und durch eine Modernisierung der Mitbestimmung“, zeigte sich Stowasser zuversichtlich.

 Zu der Präsentation von Prof. Stowasser ...

 

Branchenvertreter und Digitalisierungspartner für eine Industrie am Puls der Zeit - Dirk Pollert im Interview

Branchenvertreter und Digitalisierungspartner für eine Industrie am Puls der Zeit - Dirk Pollert im Interview

HESSENMETALL, der Verband der Elektro- und Metallunternehmen in Hessen repräsentiert als Arbeitgeberverband mehr als 625 Mitgliedsunternehmen. Er ist Interessenvertreter in Politik und Öffentlichkeit, Verhandlungspartner für Gewerkschaften, fördert Networking und bietet Beratung in arbeits- und tarifrechtlichen Fragen.

Entscheider kompakt: Auch 2020 stehen die Unter­nehmen der Metall- und Elektroindustrie vor großen Herausforderungen. Eine besonders wichtige ist die Veränderungsnotwendigkeit durch Digitalisierung. Was kann Ihr Verband diesbezüglich für seine Mitglieder leisten?

Dirk Pollert: Richtig, die Metall- und Elektroindustrie in Hessen ist mitten im digitalen Wandel: Neue Technologien wie die Künstliche Intelligenz oder die Additive Fertigung verändern die Produktion; aus den Unmengen an verfügbaren Daten entstehen neue Geschäftsmodelle. Digitale Tools und mobile Endgeräte ermöglichen eine neue Dimension der Kommunikation und Zusammenarbeit. Dabei werden alle Aspekte eines Geschäftsmodells – egal ob Kundenbedürfnisse, neue Produkte, Möglichkeiten und Herausforderungen im Markt – auf den Prüfstand gestellt und Arbeitsprozesse komplett umgekrempelt, stark verändert oder abgeschafft. Diese digitale Transformation ist eindeutig das zentrale Thema, wenn es um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Industrie und der gesamten Wirtschaft in Hessen geht. Für viele Unter­nehmen ein echter Kraftakt – gerade in Zeiten der sich eintrübenden Konjunktur.
Als Verband unterstützen wir unsere Mitgliedsunternehmen hier mit vielfältigen Serviceangeboten. Mit Fachkongressen und Veranstaltungen wie unseren IT-Foren bieten wir IT-Anwendern und -Anbietern eine Plattform, auf der sie neue Produkte und Services bzw. neue Kunden kennenlernen können. Darüber hinaus können unsere Mitglieder ein breites Weiterbildungsangebot nutzen: durch das Seminar- und Coaching-Angebot unseres Bildungswerkes sowie die Kooperation mit mittlerweile drei hessischen Hochschulen und dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum in Darmstadt. Unser klassisches Kerngeschäft ist die tarif- und arbeitsrechtliche Beratung unserer Mitglieder. Hier spielen digitale Themen eine immer größere Rolle, sei es beim mobilen Arbeiten oder beim Datenschutz. Auch hier möchten wir unsere Mitglieder bestmöglich auf die damit verbundenen Herausforderungen vorbereiten: in der persönlichen Beratung, durch Schulungen und Leitfäden.

Entscheider kompakt: Laut einer Mitgliederbefragung sehen sich erst die Hälfte Ihrer Mitgliedsunternehmen als ausreichend digitalisiert an. Da scheint noch einige Luft nach oben zu sein. Wo sehen Sie die entscheidenden Hemmnisse auf diesem Weg?

Dirk Pollert: Das sehe ich genau umgekehrt: Schon die Hälfte der Unter­nehmen in unserer Umfrage schätzt sich als digital ein – meiner Meinung nach ganz ordentlich, wenn man bedenkt, dass die Digitalisierung eines Unter­nehmens eine sehr komplexe Aufgabe ist.
Es stimmt aber, dass bei der Digitalisierung der Produktion und entlang der Wertschöpfungsketten noch Luft nach oben ist. Die große Mehrheit der M+E-Unter­nehmen ist sich dieser Herausforderung aber bewusst. Teilweise oder vollständig digitale Produkte und Dienstleistungen haben in der hessischen Wirtschaft heute schon eine große Bedeutung und sind wichtige Umsatztreiber. Und ihr Anteil wird weiter wachsen.
Das spiegelt sich übrigens auch in der Investitionstätigkeit der Unter­nehmen wider: In den kommenden fünf Jahren wollen die Unter­nehmen noch einmal deutlich mehr in Digitalisierungsmaßnahmen investieren. Dabei gibt es aber eine ganze Reihe an Hindernissen: Vor allem fehlen die notwendigen Fachkräfte, um Digitalisierungsprojekte voranzutreiben. Ganz allgemein fehlt oft das unternehmensinterne Knowhow, um komplexe Transformationsprozesse anzustoßen und erfolgreich umzusetzen. Und dann scheitern ambitionierte Digitalisierungsprojekte nicht zuletzt an der unzulänglichen Breitbandinfrastruktur.

Gerade kleine und mittlere Unter­nehmen brauchen Unterstützung - auch seitens der Politik, um Mitarbeiter passgenau zu qualifizieren, den Nutzen der Digitalisierung für das eigene Unter­nehmen herauszuarbeiten oder digitales Knowhow aufzubauen. Deshalb haben wir Ende letzten Jahres die Ergebnisse unserer Mitgliederbefragung zusammengefasst und Ansatzpunkte für eine innovative, industriefreundliche Wirtschafts- und Digitalisierungspolitik definiert. Dabei geht es insbesondere darum, bereits bestehende Strukturen und Maßnahmen wie z.B. die Initiative Digitales Hessen oder das Mittelstandkompetenzzentrum weiter zu nutzen und auszubauen. Unter­nehmen brauchen eine fundierte Hilfe zur Selbsthilfe, die es ihnen ermöglicht, von Good Practices zu lernen und Wissen in den Bereichen aufzubauen, in denen sie es brauchen. Deshalb wäre es sinnvoll, den vom hessischen Wirtschaftsministerium initiierten Digi-Check weiterzuentwickeln, branchenspezifisch aufzuschlüsseln und Förderangebote zur Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter auszubauen.

Entscheider kompakt: Künstliche Intelligenz hält immer stärker Einzug in die Produktionsprozesse. Kann man sagen dass sich hier einige Befürchtungen nicht bestätigt, aber auch viele Hoffnungen noch nicht erfüllt haben?

Dirk Pollert: Gerade hat eine Studie den potentiellen Beitrag der Künstlichen Intelligenz zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bis 2025 auf 13 Prozent geschätzt. Wenn sich KI in der Breite durchsetzt, werden wir die nächste Stufe der Digitalisierung erreichen. Sie hilft, effizienter zu sein und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln; Produktionsprozesse lassen sich optimieren und die Maschinen und Dienstleistungen werden durch eingebettete KI-Lösungen um intelligente Funktionen erweitert. Und die Einsatz­möglichkeiten beschränken sich nicht nur auf Produktionsprozesse, sondern auch auf weitere Unter­nehmensbereiche wie Vertrieb, Logistik oder in der Personalabteilung. Durch Effizienzsteigerungen setzt KI Arbeitskraft und Ressourcen frei, um in neue, dringend notwendige Innovationen investieren zu können.
Bei unseren Mitgliedsunternehmen sehen wir, dass der KI zwar großes Potenzial zugeschrieben wird, oft aber noch nicht klar ist, wo sie gewinnbringend im eigenen Unter­nehmen eingesetzt werden kann: Rund Dreiviertel der befragten Unter­nehmen halten KI für eine zentrale Zukunftstechnologie, aber weniger als 20 Prozent verwenden sie schon. Aber: die KI kommt genau zur richtigen Zeit, in der sich die Wirtschaft sowieso in einer Transformationsphase befindet. Jetzt gilt es, bei den Unter­nehmen die entsprechende Awareness zu schaffen. Denn KI ist maßgeblich für unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit im technologischen Wettlauf mit China und den USA. Im Rahmen ihrer KI-Strategie stellt die Bundesregierung bis 2025 3 Milliarden Euro für Investitionen in diesem Bereich bereit – im Vergleich dazu will China bis 2030 bis zu 150 Milliarden in KI investieren. Umso wichtiger ist es, dass Innovationen durch KI möglichst bald in den deutschen Mittelstand mit seinen zahlreichen Weltmarktführern Einzug halten.

Der Standort Hessen hat übrigens sehr gute Chancen, in diesem Wettbewerb die Nase vorn zu haben. Aber Hessen muss diese Chancen auch nutzen und die Vernetzung mit der Breite der KMUs und des industriellen Mittelstandes vorantreiben. KI-Forschung darf nicht nur horizontale Grundlagenforschung sein, sondern muss vor allem auf konkrete Anwendungen in Wirtschaft und Industrie ausgerichtet werden. Hier könnte beispielsweise ein KI-Check Unter­nehmen in einem ersten Schritt zeigen, wie sie Künstliche Intelligenz für sich nutzen können. Denn am Ende muss der Einzelne entscheiden, wo er die Technologie am gewinnbringendsten für sich einsetzen kann.
Auch wir als Verband möchten unsere Mitglieder hier unterstützen und haben das Thema Künstliche Intelligenz deshalb in diesem Jahr zum Schwerpunktthema gemacht. Beispielsweise zeigen wir auf unserem IT-Forum am 3. März den Teilnehmern in Kooperation mit Prof. Peter Buxmann von der TU Darmstadt praxisnahe Anwendungsmöglichkeiten der KI.

Entscheider kompakt: Mitarbeiter arbeiten heute zunehmend mit digitalen Endgeräten und die Arbeitsorte verändern sich. Welche arbeitsrechtlichen Herausforderungen ergeben sich dadurch?

Dirk Pollert: Digitale Technologien bieten die Möglichkeit, die Arbeitswelt sowohl auf die Flexibilitätsbedürfnisse der Beschäftigten als auch der Unter­nehmen hin auszurichten. Unter­nehmen ermöglichen ihren Mitarbeitern gerne Home Office und mobile Arbeit, wenn es zur Tätigkeit passt. Mit zunehmender Digitalisierung gibt es auch mehr Möglichkeiten hierzu. Solche Angebote sind am Ende auch gut für die Arbeitgebermarke und gehören in jede Employer-Branding-Strategie. Das deutsche Arbeitszeitgesetz ist in diesem Zusammenhang aber eine echte Herausforderung. Danach müssen Sie, wenn Sie kein leitender Angestellter oder Geschäftsführer sind, nach acht bis zehn Stunden werktäglicher Arbeit alles fallen lassen. Das Ganze hat auch noch an einem Stück mit kurzen Pausen zu passieren. Konstellationen bei denen Sie morgens arbeiten, nachmittags Pause machen und sich abends nochmal an den Computer setzen, können Sie damit gar nicht abbilden. Oder warum soll man nicht beispielsweise drei Tage in der Woche zwölf Stunden arbeiten dürfen, am Donnerstag dann den Rest und Freitag frei haben? Das alles macht es sehr schwierig, Arbeitszeitmodelle zu finden, in denen man Erfolge schuldet und nicht Anwesenheit – die Technik ist bereits im 21. Jahrhundert, unser Arbeitsrecht auch 20 Jahre später leider noch nicht.

Technologien wie Künstliche Intelligenz und Predictive Maintenance treiben das mobile Arbeiten weiter voran. Mittlerweile kann die Fernwartung vom Home Office aus oder aber an jedem beliebigen Platz auf der Welt per Laptop, Tablet oder App gesteuert werden. Als Tarifpolitiker drängt sich natürlich die Frage auf, wie solche Arbeitseinsätze zukünftig zu vergüten sind. Dies sind dann aber auch Arbeitsplätze, die bei globaler Tätigkeit 24 Stunden rund um die Uhr Lösungen bieten müssen. Da tun wir uns mit dem deutschen Arbeitszeitgesetz schwer und müssen sehr aufpassen, dass solche Arbeitsplätze vor Ort gar nicht erst entstehen oder nicht verlagert werden, womöglich noch mitsamt der dazugehörenden hervorragend ausgebildeten Ingenieurin.

Entscheider kompakt: Bereits zum zweiten Mal ist HESSENMETALL in diesem Jahr auf dem Digital Future Congress in Frankfurt vertreten, neben einem Stand auch mit einem Slot im Vortragsprogramm und einem Workshop. Welche Erfahrungen können Sie weitergeben?

Dirk Pollert: Für uns war die Teilnahme am Digital FUTUREcongress im letzten Jahr ein echter Erfolg. Unser Ziel war es, unsere Angebote im Bereich digitale Transformation bekannt zu machen und uns bei hessischen IT-Unter­nehmen als Netzwerk und als Partner für die Arbeitsbeziehungen 4.0 vorzustellen. Ausgehend von den Gesprächen, die wir an unserem Stand geführt haben und den Kontakten, die wir auf der Messe geknüpft haben, kann ich sagen, dass uns das gelungen ist: Wir konnten durch unseren Auftritt auf der Messe und die Gespräche im Nachgang mehrere Unter­nehmen von unseren Services überzeugen und als Mitglieder gewinnen.

Auch die Mitgliedsunternehmen, die uns auf die Messe begleitet haben um sich über neue digitale Trends zu informieren, hat das Angebot überzeugt. Das ist genau das, was wir wollen: IT-Anwender und -Anbieter in einer Win-Win-Gemeinschaft zusammenbringen – wie sich gezeigt hat, ist der Digital FUTUREcongress hier in Hessen der richtige Ort dafür. Das war für uns Grund genug, nach dem gelungenen Auftakt 2019 auch in diesem Jahr bei der Messe mit einem Stand, einem Vortrag im Konferenzprogramm und einem Workshop dabei zu sein. Wir freuen uns auf spannende Gespräche!

Das Interview führte Erika Alkemper-Heinrich

Wirtschaftszeitung AKTIV: Wertvoller Austausch von IT-Anbietern und IT-Anwendern beim Digital Future Congress

Wirtschaftszeitung AKTIV: Wertvoller Austausch von IT-Anbietern und IT-Anwendern beim Digital Future Congress

Frankfurt. Mehr als 160 Aussteller und über 3.800 Besucher: So viele registrierte der Digital Future Congress, der kürzlich in Frankfurt stattfand. Die Veranstaltung bot vor allem mittelständischen Entscheidern die Möglichkeit, sich in Sachen Digitalisierung und Transformation zu informieren. Einen ganzen Tag lang drehte sich an den Messeständen, auf sechs Bühnen und in verschiedenen Workshops alles um die neuen Technologien, etwa Prozessoptimierung, Arbeit 4.0, Cyber-Security, künstliche Intelligenz (kurz KI) und vieles mehr.

Besucher kamen aus ganz verschiedenen Branchen

„Ein tolles Angebot – und man kann sich gut mit anderen Nutzern austauschen“, freute sich zum Beispiel Regina Goldstein vom Automobilzulieferer Hanon Systems EFP in Bad Homburg. David Vake vom Spezialisten für Internetsicherheit Antago in Bensheim schätzt die „gesunde Mischung von Besuchern aus verschiedensten Branchen“. Mittendrin: ein Infostand des Arbeitgeberverbands Hessenmetall, der seine Mitgliedsunternehmen bei der digitalen Transformation aktiv unterstützt.

Auf Einladung des Verbands sprach Professor Sascha Stowasser, Chef des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) in Düsseldorf, über die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt.
Er warnte: Während Menschen bereit sind, KI ohne große Vorbehalte privat zu nutzen, beispielsweise bei Navigationshilfen oder auch der Musikauswahl, hätten die meisten doch Vorbehalte, wenn es um KI an ihrem Arbeitsplatz geht. „Viele befürchten den Missbrauch personenbedingter Daten und haben auch Angst vor Kontrolle durch neue Technologien“, so Stowasser. Er empfahl deshalb rechtssichere Betriebsvereinbarungen, die den Einsatz von KI in der Firma und vor allem auch den Umgang mit Beschäftigtendaten verbindlich klären.

Martina Frost, Arbeits- und Organisationspsychologin im ifaa, zeigte auf, wie sich die Arbeit der Zukunft mit KI gestalten lässt. Assistenzsysteme wie Datenbrillen, Unterstützungssysteme wie Mensch-Roboter-Kollaborationen und weitere Automatisierungsmechanismen werden demnach den Betriebsalltag prägen. „Die erfolgreiche Einführung neuer Arbeitswelten wird nur gelingen mit einer vertrauensvollen und menschengerechten Unter­nehmenskultur“, sagte Frost. Eine von vielen wichtigen Botschaften, die die Kongressbesucher an diesem Tag mitnehmen konnten.

TEXT: Maja Becker-Mohr