Neuerungen im Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Neu: Anpassungen der 2. Förderlinie zur Auftrags- und Verbundausbildung

Die Bundesregierung hat am 17. März 2021 im Kabinett beschlossen, die Förderlinien im Bundesprogramm "Ausbildung sichern" anzupassen und auszuweiten. Das Bundesprogramm wurde im August 2020 gestartet und hat zum Ziel, Unter­nehmen während der Pandemie bei der Durchführung von Ausbildungen finanziell zu unterstützen. Nachdem die Änderungen zur 1. Förderlinie bereits im März bekannt gemacht wurden, wurden am 30. April 2021 die Anpassungen der 2. Förderlinie zur Auftrags- und Verbundausbildung veröffentlicht (siehe weiter unten).

1. Förderlinie: Ausbildungsprämie, AusbildungsprämiePlus, Übernahmeprämie/Insolvenz, Zuschuss zur Ausbildungsvergütung bei Ausnahme von der Kurzarbeit

Hier ein Überblick über die wesentlichen Änderungen im Rahmen der ersten Förderlinie:

  • Ausweitung der Fördermaßnahmen auf das Ausbildungsjahr 2021/22.
  • Absenkung des Kriteriums der Corona-Betroffenheit durch Angleichung an die Kriterien der Überbrückungshilfen-III (mind. 1 Monat Kurzarbeit seit Januar 2020 und vor Ausbildungsbeginn, alternativ Umsatzsatzrückgang seit April 2020 um durchschnittlich mindestens 50 % in zwei oder 30 % in fünf zusammenhängenden, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monaten gegenüber dem entsprechenden Monat im Jahr 2019).
  • Verdopplung der Prämien auf 4.000 € (Ausbildungsprämie), 6.000 € (AusbildungspämiePlus) und 6.000 € (Übernahmeprämie/Insolvenz).
  • Zuschuss auch zur Ausbildervergütung i.H.v. 50%, wenn dieser ebenso wie der/die Auszubildende/n von der Kurzarbeit ausgenommen wird.
  • Ausweitung der Betriebsgrößenbeschränkung auf max. 499 statt bisher 249 Beschäftigte.
  • NEU: Sonderzuschuss i.H.v. 1.000 € für ausbildende Kleinstunternehmen mit bis zu 4 Beschäftigen, die trotz pandemiebedingter Schließung die Ausbildung für mind. 30 Tage fortgesetzt haben.

Am 23. März 2021 sind die Änderungen für die Förderlinie 1 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Die Änderungsbekanntmachung finden Sie  hier.

Die Änderungsbekanntmachung enthält Angaben dazu, ab wann bzw. für welche Zeiträume die geänderten Fördertatbestände beantragt werden können. Diese sind wie folgt:

  • Ausbildungsprämie und AusbildungsprämiePlus für Ausbildungsverhältnisse, die ab dem 1. Juni 2021 beginnen.
  • Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit für Auszubildende und Ausbilder und Ausbilderinnen für die Monate ab April 2021.
  • Übernahmeprämie ab Inkrafttreten der Richtlinie, d. h. ab sofort.
  • "Lockdown-II-Zuschuss für Kleinstunternehmen", die aufgrund behördlicher Anordnung seit November 2020 oder später ihre Geschäftstätigkeit nicht/in geringem Umfang ausüben durften.

Ebenfalls zusätzlich wurde die Berechnung der Anzahl an Ausbildungsverhältnissen für die Ausbildungsprämien angepasst. Im Unterschied zu der bisherigen Berechnung wird nun nicht mehr der Durchschnitt, sondern die Summe der jeweiligen Ausbildungsverhältnisse für den Vergleich mit der Ausbildungsleistung der letzten drei Jahre herangezogen. Zum besseren Verständnis sollen dazu Rechenbeispiele zur Verfügung gestellt werden.

Anträge können bei der für den jeweiligen Ausbildungsbetrieb zuständigen Agentur für Arbeit gestellt werden. Alle Antragsformulare, Neuerungen und Informationen zu den Programmen Ausbildungsprämie, Ausbildungsprämie Plus, Übernahmeprämie und zum Zuschuss zur Ausbildungsvergütung bei Ausnahme von der Kurzarbeit finden Sie unter dem Link der Bundesagentur für Arbeit.

2. Förderlinie: Auftrags- und Verbundausbildung

Am 30. April 2021 sind die Anpassungen der 2. Förderrichtlinie des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern" im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Die Änderungsbekanntmachung finden Sie  hier.


Insbesondere folgende Anpassungen ergeben sich im Vergleich zur bisherigen Fassung der Richtlinie:

  • Eine Prämie zur Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung wird nun entweder an den Stammausbildungsbetrieb oder an den Interims-Ausbildungsbetrieb / die Überbetriebliche Berufsbildungsstätte (ÜBS) / den Ausbildungsdienstleister gezahlt. Die Antragsberechtigten verständigen sich untereinander, wer von ihnen die Prämie beantragt.
  • Die Prämienhöhe beträgt für jede(n) Auszubildende(n), die/der an der geförderten Auftrags- oder Verbundausbildung teilnimmt, 450 € pro Woche, maximal 8.100 €.
  • Die Mindestdauer der geförderten Auftrags- und Verbundausbildung wird auf vier Wochen gesenkt. Die Auftrags- und Verbundausbildung kann auf mehrere, nicht zusammenhängende Zeiträume aufgeteilt werden.


Neuer Fördertatbestand Prüfungsvorbereitungslehrgang:

  • Gefördert wird die Teilnahme an Prüfungsvorbereitungslehrgängen für Auszubildende, die im Laufe des Jahres 2021 ganz oder teilweise ihre Abschlussprüfung ablegen wollen.
  • Antragsberechtigt ist hier nur der Stammausbildungsbetrieb.
  • Die Prämienhöhe beträgt 50 % des dem Stammausbildungsbetrieb für die Prüfungsvorbereitung in Rechnung gestellten Entgelts, maximal 500 € pro teilnehmendem Auszubildenden.
  • Die Prämie wird für jede(n) Auszubildende(n) im Jahr 2021 nur einmal gezahlt. Die Prämienzahlung ist abhängig von der regelmäßigen Teilnahme der/des Auszubildenden an der Prüfungsvorbereitung.
  • Die Teilnahme an der Prüfungsvorbereitung muss der/dem Auszubildenden ohne Eigenbeteiligung am Entgelt zur Verfügung gestellt werden.


Die Knappschaft Bahn See, welche die Richtlinie umsetzt, stellt alle relevanten Informationen, Antragsformulare sowie Fragen und Antworten zur Richtlinie auf ihrer Internetseite bereit.