HESSEN­METALL Ausbildungsumfrage 2021

Im Juli 2021 startete HESSEN­METALL zum zweitenmal eine Ausbildungsumfrage, an der sich hessenweit ca. 100 Ausbildungsunternehmen beteiligten. Nun liegen die Ergebnisse zu Übernahmen von Auszubildenden, zur Planung des neuen Ausbildungsjahres, zur Situation der momentan besetzten Ausbildungsplätze und dem Einsatz digitaler Elemente in der Ausbildung vor.

Zukünftige Fachkräfte - Übernahme von Auszubildenden in den Betrieb

Nach dem Corona-Jahr 2020 zeigen sich im Jahr 2021 positive Signale auf dem Ausbildungsmarkt der M+E Industrie in Hessen. Nachdem im vergangenen Jahr die Übernahmequote noch bei 75 Prozent lag, hat sich der Wert in diesem Jahr auf rund 90 Prozent gesteigert. Haben im letzten Jahr noch über zwei Drittel der befragten Unter­nehmen den übernommenen Auszubildenden einen unbefristeten Vertrag anbieten können, halten sich in diesem Jahr unbefristete und befristete Übernahmen die Waage. Etwas über drei Viertel der Unter­nehmen haben im Vergleich zum vergangenen Jahr gleich viele oder mehr Absolventinnen und Absolventen übernommen.

Besetzung und Planung von Ausbildungsplätzen in den M+E Unter­nehmen

Auch während der Pandemiezeit halten wie 2020 über drei Viertel der befragten Unter­nehmen an ihrem Ausbildungsangebot fest oder haben sogar die Anzahl der Plätze für das Ausbildungsjahr 2021/22 erhöht. So planen knapp 60 Prozent den Erhalt des Ausbildungsplatzniveaus und 19 Prozent eine Aufstockung der Ausbildungsplätze.
Dies bedeutet wiederum, dass - ebenfalls wie im letzten Jahr - jedes vierte befragte Unter­nehmen das Ausbildungsniveau senken musste. Die Reduktion der Ausbildungsplätze kann auf die weiterhin wirtschaftlich unsichere Lage zurückgeführt werden. So werden als Gründe die ökonomische Situation des Unter­nehmens, der Strukturwandel und die Folgen der Pandemie genannt.
Etwas mehr als die Hälfte der Unter­nehmen gab bei der Befragung an, alle ihre angebotenen Ausbildungsplätze zum Start 2021/2022 wie geplant besetzt zu haben. Ein wesentliches Hindernis bei der Besetzung der Ausbildungsplätze in diesem wie auch im vergangenen Jahr stellt für die M+E Unter­nehmen die Bewerberlage dar: Ein Drittel der Befragten gibt an, bisher nicht genügend oder nicht die geeigneten Bewerberinnen und Bewerber gefunden zu haben. Der gleiche Grund, den 40 Prozent der Unter­nehmen benannt haben, warum sie schon im Vorfeld im Vergleich zum letzten Jahr die Anzahl der Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2021/22 reduziert haben.
Zwei Drittel der Unter­nehmen, die noch offene Ausbildungsplätze haben, sind weiterhin auf der Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern. Die Chancen für Interessierte stehen also gut, auch im Nachvermittlungszeitraum eine Ausbildung in der M+E Industrie zu ergattern.
Mit Blick auf das Ausbildungsjahr 2022 sind die Unter­nehmen optimistisch: Ein Viertel der befragten Unter­nehmen plant mit mehr Ausbildungsplätzen als in diesem Jahr. Nur rund zehn Prozent der Unter­nehmen rechnen damit, das Ausbildungsplatzangebot reduzieren zu müssen.

Zusammenarbeit in Zeiten der Pandemie

Die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen bewerten die M+E Unter­nehmen im Vergleich zum vergangen Jahr positiver. Über 70 Prozent zeigen sich zufrieden mit der Kooperation, etwas mehr als ein Viertel sieht Optimierungsbedarf, vor allem bei der Kommunikation. Die Unter­nehmen wünschen sich jedoch auch mehr Praxisbezug im Unterricht und einen Sprung bei digitalen Arbeitsweisen.
Wurde das mobile Arbeiten während der Pandemie von knapp zwei Drittel der befragten Unter­nehmen genutzt, führen dies momentan nur noch ein Drittel fort. Demnach werden Videokonferenzen als Austauschmöglichkeit auch aktuell nur noch von etwas mehr als der Hälfte der Unter­nehmen genutzt im Gegensatz zu knapp zwei Drittel der Unter­nehmen während der Pandemie. Der Einsatz von digitalen Tools findet weiterhin bei einem Drittel der befragten Unter­nehmen Anklang. Am beliebtesten sind Lernvideos, gefolgt von Lernplattformen. Noch nicht so häufig kommen VR-Brillen oder Podcasts zum Einsatz.  

 

Ansprechpartner
Sebastian-Frederik Kühnel

Sebastian-Frederik Kühnel
Geschäftsführer Bildung,
Digitales und Technologietransfer

Asprechpartnerin
Sabine Stoll Wewior

Sabine Stoll Wewior
Referentin Bildung,
Digitales und Technologietransfer