Kurzarbeit und Weiterbildung

Ein Unter­nehmen, das sich in Kurzarbeit befindet und die freie Zeit nutzt, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Weiterbildung zu ermöglichen, wird vom Staat schon lange gefördert. Grundlage hierfür ist § 106a SGB III. Seit dem 1. Januar 2021 sind die Kriterien für eine Förderung noch einmal vereinfacht worden. Auch das Arbeit-von-morgen-Gesetz aus dem Herbst 2020 hat Förderoptionen erleichtert.
 

  • Konkret erhalten Unter­nehmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während und nach deren Kurzarbeitsphase einen Zuschuss zu den Weiterbildungskosten, wenn sie eine Weiterbildung absolvieren. Die Erstattung der Weiterbildungskosten richtet sich nach der Unter­nehmensgröße und umfasst bei Unter­nehmen bis zu neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 100 Prozent.
  • Unter­nehmen bekommen über die genannten Förderungen hinaus die Hälfte ihres Beitrags zur Sozialversicherung erstattet, wenn während der Kurzarbeit eine Weiterbildung absolviert wird. Dies gilt nur für die Monate, in denen die Weiterbildung auch stattfindet.
  • Wichtig ist: Eine zeitgleiche Gewährung von Kurzarbeitergeld und einem Zuschuss zum Arbeitsentgelt ist jedoch nicht möglich.

Neben den beiden wesentlichen Förderungen – der Erstattung von Weiterbildungskosten als auch der Sozialversicherungsbeiträge – gilt seit dem 1. Januar 2021 für die Kurzarbeit in Kombination mit Qualifizierung konkret:
 

  • Ab dem 1. Juli 2021 bis 31. Juli 2023 können Betriebe für Beschäftigte, die in Kurzarbeit sind und sich gleichzeitig qualifizieren, die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge abzüglich des Beitrages zur Arbeitsförderung erstattet bekommen.
  • Zwischen 1. Juli 2021 und 31. Dezember 2021 ist eine Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent möglich, wenn Beschäftigte eine förderfähige Weiterbildungsmaßnahme absolvieren und mit der Kurzarbeit vor dem 30. Juni 2021 begonnen wurde.
  • Eine hälftige Übernahme der Sozialversicherungsbeträge erfolgt dann, wenn die Maßnahme mehr als 120 Stunden dauert und eine Träger- und Maßnahmenzulassung vorliegt oder wenn es sich um eine Maßnahme nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) handelt.
  • Neu ist seit dem 1. Januar 2021: Die Weiterbildungsmaßnahme muss nicht mehr mindestens 50 Prozent der Arbeitsausfallzeit betragen, so wie es bis 31. Dezember 2020 der Fall war.
  • Organisatorisch gab es folgende Anpassungen: Die Mindestgruppengröße der Teilnehmer und Teilnehmerinnen ist auf 12 Personen reduziert worden. Auch das Antragsverfahren wurde vereinfacht. Seit dem 1. Januar 2021 sind Sammelanträge für eine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglich.

Sämtliche Leistungen der Förderinstrumente werden nur auf Antrag erbracht. Die Arbeitsagenturen beraten zu den Voraussetzungen und Möglichkeiten der Förderinstrumente. Ansprechpartner sind die jeweiligen Arbeitgeberservices.
Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Leitfaden „Kurzarbeit“ sowie im Leitfaden „Weiterbildung von Beschäftigten - Staatliche Förderinstrumente“.
Die fachlichen Weisungen § 106a SGB III der Bundesagentur für Arbeit finden Sie >> hier im Service-Portal.