Stationen - Der Weg zu mehr betrieblichen Gestaltungsmöglichkeiten

1984

  • Individuelle wöchentliche Arbeitszeit: keine einheitliche Vollzeit mehr, sondern nur noch im Betriebs-durchschnitt 38,5 Stunden. Die Arbeitszeit des einzelnen Arbeitnehmers kann zwischen 37 und 40 Wochenstunden betragen = Differenzierung Arbeitszeit kann im Übrigen ungleichmäßig verteilt werden = Flexibilisierung (Verteilungszeitraum zwei Monate oder Freischichten).

1987

  • Verteilungszeitraum sechs Monate, Einführung des Monatslohns nur fakultativ mit betrieblicher Abweichungsmöglichkeit

1990

  • 40er Regelung: bis zu 13 Prozent der Tarifarbeitnehmer können 40 Stunden arbeiten. Weitere Verbesserung der Flexibilisierung.

1993

  • Härtefallklausel Ost: Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten können die tariflichen Mindestnormen durch die Tarifparteien für einzelne Betriebe herabgesetzt werden.

1994

  • Verbesserung der 40er-Regelung, Erweiterung des Ausgleichszeitraums auf 12 Monate, kollektive Absenkung der Arbeitszeit ohne bzw. mit Teillohnausgleich möglich.

1996/97

  • Teillohnausgleich entfällt, betriebsindividuelle Regelung der Sonderzahlung in Abhängigkeit von Fehlzeiten möglich, IG Metall bekennt sich zu betrieblichen Sonderregelungen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten

1997

  • Altersteilzeittarifvertrag mit grundsätzlicher Freiwilligkeit und weitgehenden Abweichungsmöglichkeiten für Betriebe.

2001

  • Tarifvertrag Entgeltumwandlung mit freier Wahl des Arbeitgebers hinsichtlich des Durchführungsweges und freier Wahl des Arbeitnehmers auch über das "Ob" Zusätzlich Schaffung des gemeinsamen Versorgungs-werkes "MetallRente".

2004

  • "Pforzheimer Abschluss": Öffnung für zahlreiche betriebliche Gestaltungsmöglichkeiten und TV-Abweichungen zur Zukunftssicherung von Betrieben,
  • Entgeltrahmenabkommen mit zahlreichen neuen Gestaltungselementen in Form von Öffnungs- oder Kleinbetriebsklauseln sowie neue Möglichkeit für Leistungsentgelt mit Zielvereinbarung

2006

  • Tarifvertrag Altersvorsorgewirksame Leistungen (anstelle VWL) mit Öffnung für arbeitgeberfinanzierte BaV Differenzierungsmöglichkeiten bei Entgelterhöhung,
  • Einmalzahlung differenzierbar zwischen 0 und 620 Euro

2007

  • Verschiebbarkeit der 2. Stufe der Tariferhöhung und Differenzierung des Konjunkturbonus von 0,7 Prozent.

2008

  • Differenzierung: Verschiebbarkeit der zweiten Tarifperiode um maximal 7 Monate. Ratierliche Kürzung des Einmalbetrages von 122 Euro.
  • Neuer „Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente“(TV FlexÜ) mit modifizierter Altersteilzeit und betrieblich auswählbaren Demografie-Elementen
  • Tarifliche Flankierung für Qualifizierungsmaßnahmen in der Kurzarbeit.

2010

  • Neuer Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“ (TV ZiA) mit neuen Instrumenten zur Beschäftigungssicherung: Verschiebbarkeit der Tariferhöhung ab 1. April 2011 um jeweils zwei Monate in die Zukunft oder nach hinten.

2012

  • Ab 1. Mai 2012 erhöhen sich die Tariftabellen um 4,3 %. Die Gesamtlaufzeit beträgt 13 Monate vom 1. April 2012 bis zum 30. April 2013. Die Kostenbelastung beträgt 3,43 % für das Kalenderjahr 2012 bzw. 4,0 % für die Gesamtlaufzeit von 13 Monaten.
  • Ergebnis zur Übernahme Ausgebildeter: Zunächst beraten die Betriebsparteien im Rahmen der Personalplanung nach dem Betriebsverfassungsgesetz den Bedarf an Ausbildungsplätzen. Anschließend bestehen zwei mögliche Vorgehensweisen:   Arbeitgeber und Betriebsrat können zu Beginn der Ausbildung eine freiwillige Betriebsvereinbarung abschließen, in der der voraussichtliche Bedarf an Auszubildenden festgelegt wird. Die entsprechende Anzahl Ausgebildeter hat später einen Anspruch auf unbefristete Übernahme. Kommt die freiwillige Betriebsvereinbarung nicht zustande, legt der Arbeitgeber – nach Beratung des Bedarfs mit dem Betriebsrat – spätestens sechs Monate vor Ausbildungsende fest, wie viele Auszubildende er nach bestandener Abschlussprüfung unbefristet übernimmt.
  • Ergebnis zum Einsatz von Zeitarbeitnehmern im Betrieb: Im Grundsatz ist Zeitarbeit wie bisher nahezu ohne Einschränkung möglich. In zwei Punkten mussten allerdings Kompromisse geschlossen werden: Der vorübergehende Einsatz von Zeitarbeitnehmern ist weiterhin im Rahmen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zulässig. Der neue Tarifvertrag zur Zeitarbeit nennt hier nur einige nicht abschließend aufgezählte Beispiele, in denen nach Auffassung der Tarifvertragsparteien der Einsatz von Zeitarbeit auf jeden Fall zulässig ist: Wenn der Einsatz des Zeitarbeitnehmers zeitlich befristet ist oder ein Sachgrund vorliegt (spezielle Fachkräfte mit speziellen Qualifikation, Projektarbeit, Vertretungsfälle) oder der Einsatz dazu dient, Auftragsspitzen oder zeitlich begrenzten Mehrbedarf abzuarbeiten.
  • Gesprächsverpflichtung zu Demografie und Fachkräftemangel: Ein weiterer Bestandteil des Tarifabschlusses ist eine Gesprächsverpflichtung zu den Herausforderungen des demografischen Wandels und des absehbaren Fachkräftemangels für die Wettbewerbsfähigkeit der M+E-Industrie.

2013

  • Entgelt: die Tabellenentgelte werden nach zwei Nullmonaten(Mai/Juni) zum 1. Juli 2013 um 3,4 Prozent für zehn Monate und am 1. Mai 2014 um weitere 2,2 Prozent für acht Monate erhöht.  Über die gesamte Laufzeit betrachtet liegt die durchschnittliche Belastung mit 2,9 Prozent deutlich unter jener des vorigen Abschlusses von 3,7 Prozent.
  • Laufzeit: der Tarifvertrag hat eine Gesamtlaufzeit von 20 Monaten, vom 1. Mai 2013 bis zum 31. Dezember 2014.

2015

  • Entgelt: zum 1. April 2015 erhalten die Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie 3,4 Prozent erhöhte Tabellenentgelte. Der Tarifabschluss hat eine Gesamtlaufzeit von 15 Monaten und zwar vom 1. Januar 2015 bis 31. März 2016. Die ersten beiden Monate des Tarifabschlusses (Januar und Februar 2015) sind sogenannte Nullmonate. Im März 2015 wird eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro (für Auszubildende 55 Euro) gezahlt.
  • Altersteilzeit: Der Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente (TV FlexÜ) tritt am 1. April 2015 in Kraft und läuft bis zum 31. Dezember 2021. Zur Entlastung der Unternehmen und um die betriebliche Umsetzung der tarifvertraglichen Regelungen zu gewährleisten, gilt der TV FlexÜ erst ab dem 1. Januar 2016 – nach Ablauf einer Übergangsfrist – zwingend. Die Finanzierung der Altersteilzeit wird zukünftig in einem neuen Tarifvertrag Anspruchsvoraussetzungen (TV AVo) geregelt.
  • Weiterbildung: Im Bereich der Weiterbildung gab es vor der Tarifrunde teilweise regional unterschiedliche Regelungen. Dieser Sondersituation wurde mit dem aktuellen Tarifabschluss Rechnung getragen. Dennoch konnte für die meisten Regionen eine einheitliche Lösung gefunden werden. Es ist gelungen, die bisher bestehenden und von der Gewerkschaft gekündigten Regelungen zur betrieblich notwendigen Weiterbildung in allen Regionen nahezu unverändert wieder in Kraft zu setzen.

2016

  • Mehr Geld: Stufe 1: 2,8 % ab 1. Juli 2016 und Stufe 2: 2,0 % ab 1. April 2017
    Pauschalbetrag: 150 € für den Juni 2016
  • Laufzeit des Tarifvertrages:21 Monate vom 1. April 2016 bis zum 31. Dezember 2017
  • Wettbewerbs-Komponente: Für Betriebe in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage können die Tarifparteien vor Ort die für Juni 2016 verabredete Einmalzahlung verschieben oder auf null reduzieren und die Tariferhöhungen der zweiten Stufe um drei Monate verschieben.