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Künstliche Intelligenz ist nach unserem Verständnis Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation, Grundlage für viele neue Geschäftsmodelle und der Schlüsselmarkt für die Marktführerschaft. Das hatte Wolf M. Mang, der Vorstandsvorsitzende von HESSENMETALL, in seiner Einführung herausgearbeitet.


Impuls 1 Digitaler Schlüsselmarkt KI

Winfried Holz, CEO von Atos Deutschland, skizzierte die Verschmelzung zweier Welten im Übergang zu „Large Data“: der  Office IT, also die Datenverarbeitung zur unternehmerischen Steuerung wie z. B. die von SAP, und der Operationalen IT, die Automation in der Fertigung durch Systemsteuerung, nun als Internet der Dinge zusammen. Denn die Prozessorleistungen plus die Internetverbindung machen Künstliche Intelligenz operabel.

Prof. Peter Buxmann von der TU Darmstadt empfahl vor allem Vertrauensaufbau, um die Potenziale einer Big Data Analyse zu heben. Den Mitarbeitern muss bei der Nutzung von Algorithmen kommuniziert werden, welchen Nutzen sie aus der Auswertung der Daten selbst ziehen können. Zudem müssen die Daten vertraulich bleiben, wenn Mitarbeiter dies wünschen. Daneben gibt es technische Ansätze wie Verschlüsselung, Anonymisierung oder Pseudonymisierung, die den Vertrauensaufbau unterstützen können. 

Impuls 2 Fallbeispiele aus der hessischen M+E-Industrie

„Die Bearbeitung der Hardware ist unsere Kernkompetenz, auch wenn da viel Software drin steckt. Dieses Stück Metall, aus dem die Vakuumpumpe entsteht, ist und bleibt auf absehbare Zeit unser Kerngeschäft.“, betonte Manfred Bender, Vorstandsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum Technology AG. „Auch wenn Vernetzung und Fernwartung wichtige Themen sind, werde der Mensch, gerade bei Intuition und Empathie, der Maschine immer voraus sein.

Andreas Evertz, Präsident und Geschäftsführer der Schenck Process Holding GmbH, erläuterte den angestoßenen Wandel: „Schenck Process gleicht einem großer Tanker. Da kann man nicht ständig den Kurs wechseln. Aber ein kleines Schnellboot daneben wäre schon gut für Experimente. Und so haben wir einen Freiraum für Kreativität in einem Zukunftslabor „future lab“ geschaffen und ein Verhalten entwickelt, das wir „easynizing“ nennen. Damit wollen wir die berühmten alten Zöpfe abschneiden und neue Wege gehen.“

Von rasanten Veränderungen in der Automobilbranche sprach Dr. Burkhard Milke, Direktor Elektrische Systeme und Infotainment der Adam Opel GmbH in Rüsselsheim. „Vier große Zukunftstrends prägen den schnellen Wandel in der Automobilindustrie: die Elektrifizierung des Antriebsstrangs, die Vernetzung aller Fahrzeuge, die Sharing Economy, in der individuelle Mobilität kein eigenes Auto erfordert, und autonome Fahrzeuge, die das Straßenbild prägen werden. Es gilt, diesen Wandel aktiv zu gestalten und die Chancen zu nutzen, die sich daraus ergeben.“

„Der Nukleus der digitalen Transformation bei KAMAX ist der Werkzeugbau 4.0 und zwar über alle Prozessschritte hinweg – von der Anfrage bis hin zur Lieferung einer ersten Vorserie“, berichtete Dr. Rolf Hengstenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung der KAMAX-Gruppe mit Sitz in Homberg/Ohm. „Deswegen werden sich die Anforderungen an die Facharbeiter gerade im Bereich des Werkzeugbaus massiv wandeln.

„Smart Home bedeutet bei uns smart farming, eine Plattform, die all das zusammenführt, was auf einem Bauernhof so passiert“, erklärte Steffen Müller, Geschäftsführender Gesellschafter der horizont group in Korbach. „Mit Sensoren kann man beinahe alles erfassen: Das Wetter, die Ammoniakbelastung im Stall, der Füllstand im Dieseltank oder in einem Futtermittelsilo, die Wasserqualität, die abgegebene Milchmenge der Kuh und vieles mehr. Wir haben z.B. einen Abkalbemelder im Programm, der am Schweif einer trächtigen Kuh befestigt wird und rechtzeitig vor dem Kalben darüber informiert, wann es losgeht und sogar ob mit Komplikationen zu rechnen ist und deshalb ein Tierarzt gerufen werden sollte.“

Im Impuls 3 Erfolgsfaktor Mensch in der digitalen Arbeitswelt …

Mit Blick auf die zukünftige Organisationsentwicklung in der Wirtschaft, sprach Dr. Uwe Schirmer, Leiter Zentralabteilung Personalgrundsatzfragen, Robert Bosch GmbH vom Leben in drei Welten: der reinen Start-up-Welt, der reinen Fertigungswelt und einer Zwischenwelt der Mischformen.

Die für ihr Buch „Rationalität – eine Kartierung“ ausgezeichnete Philosophieprofessorin Susanne Hahn von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf knöpfte sich u.a. das falsche Bild des „homo oeconomicus“ vor. Der Praxis-Test habe gezeigt, dass Menschen auch nach Regeln handeln, z.B. nach Fairness-Regeln. Regelgeleitetes Handeln ist oft erfolgreicher als Handeln, das auf den Einzelfall bezogen den Nutzen maximiert. Auch bei Robotern. Wenn sie im Fußball gegeneinander antreten, sind die Roboter erfolgreicher, die einer Faustregel folgen – „So bewegen, dass der Ball immer in dem-und-dem Einfallswinkel bleibt“ – als solche, die die Bewegung aus dem erwünschten Aufprallpunkt und zurückzulegender Strecke usf. optimierend berechnen.
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Ausblick

Die M+E-Industrie ist der größte Nutzer und Treiber der Künstlichen Intelligenz als Schlüsselmarkt der digitalen Transformation. Alle M+E-Unternehmen benötigen eine individuelle Datenstrategie, die Produkte, Prozesse und Arbeitswelt gleichermaßen umfasst.

Deswegen arbeiten wir bei HESSENMETALL daran, wie wir IT-Anwender, IT-Anbieter und die zur M+E-Industrie zu zählenden Start-ups in einem mehrwertstiftenden Ökosystem zusammenbringen können.

Heute schon möchte ich Sie auf drei geplante IT-Foren aufmerksam machen. Am 25. Oktober findet das erste zum Thema IT-Sicherheit bei uns im Haus der Wirtschaft Hessen, Frankfurt, statt.

Wir haben viel geschafft und eine Menge vor uns.
Bleiben Sie uns gewogen!

Herzliche Grüße

Ihr Dirk Pollert


Ansprechpartner
Dirk Pollert

Dirk Pollert
Hauptgeschäftsführer