Editorial

Liebe Mitglieder!

Hessen ist ein starker Standort mit hoher Internationalisierungsdichte, durchgängiger industriellen Wertschöpfungskette, vielfältigster unternehmensnaher Dienstleistung und hervorragender weltweiter Logistik. Unsere hessischen Metall- und Elektro-Unternehmen sind fast alle globalen Unternehmen mit weltweitem Vertriebsnetz, oft mit weiteren Produktionsstandorten in Osteuropa und in Asien. Zum andern haben wir viele hessische Betriebsstandorte globaler Unternehmen mit Entscheidungszentralen im Ausland. Beide haben – wie die Bürger bei der Politik – immer die Wahl, neue Investitionen in aus- oder inländische Standorte zu lenken. Wie attraktiv also ist der Industriestandort Deutschland und Hessen?

Herausforderung Standort: Strukturwandel fordert M+E-Industrie heraus

Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) in Deutschland steht zurzeit gut da. Zum Glück – denn sie hat in den nächsten Jahren einen Strukturwandel zu meistern. Der Umbau der Produktion hin zu digitalisierten, „intelligenten“ Fabriken (Industrie 4.0) und die sukzessive Marktdurchdringung der Automobilindustrie mit neuen Antrieben wie z. B. der Elektromobilität, die uns noch jahrelang beschäftigen wird , erfordern erhebliche Investitionen. Schon heute erfolgen Investitionen vor allem in ausländische Standorte. Und anders als noch vor 20 Jahren können die Unternehmen viel schneller als früher auf ungünstige Bedingungen am Standort Deutschland reagieren. Dabei geht es um die Arbeitskosten, die viel schneller steigen als anderswo, aber auch um die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Wir haben alle Chancen, aus den Umbrüchen gestärkt hervorzugehen. Aber das gelingt nur, wenn sich Unternehmen und Belegschaften die digitale Transformation aktiv steuern und durch beschleunigte Innovation neue Produktivitätsvorsprünge herausarbeiten.

Umso spannender, warum entgegen diesem Trend drei Mitgliedsunternehmen doch mit guten Gründen in Homberg, Linsengericht und Kassel investieren.

Hart aber herzlich investiert hessische KAMAX 35 Millionen Euro

Wenn Autos leichter werden sollen, müssen auch Schrauben leichter werden und gleichzeitig leistungsfähiger. Deshalb arbeitet KAMAX an neuen Materialien. Das Unternehmen hat gerade mit den Arbeitnehmervertretern einen Zukunftspakt geschlossen und wird in Homberg in den nächsten Jahren 35 Millionen Euro investieren, auch in Digitalisierung – vor allem in eine weitgehend automatisierte und vernetzte Herstellung von Werkzeugen.

US-Gruppe Ametek betreibt global größtes Bewitterungslabor im Materials Valley

Für Tests mit „offener“ Bewitterungstechnik entwickelten sich zwei Wettbewerber, Heraeus (Xenotest) in Hanau und Ametek (ATLAS) in Chicago. 1995 verkaufte Heraeus Xenotest an den amerikanischen Wettbewerber. Dieser wollte das Knowhow der Mitarbeiter halten, suchte nach einem Standort in der Nähe und kam nach Linsengericht. Hier führte die US-Gruppe mit inzwischen 20 Standorten weltweit mehrere Unternehmensbereiche und Labore zusammen und betreibt ihr Europa-Hauptquartier.

7 Fragen, 7 Antworten: Drei Existenzgründer machen Messtechnik ganz anders

Drei junge Geschäftsführer mit dualer Ausbildung noch "unter 30", der Technische Zeichner Benjamin März, der Werkzeugmechaniker Pascal Mohr und der Zerspanungsmechaniker Daniel Wilhelm haben sich bei ihrem letzten Arbeitgeber kennengelernt und gut als Team zusammengearbeitet. Und danach ein eigenes Unternehmen gegründet. Sie zeigen nicht nur, was in ihnen steckt, sondern auch die Leistungsfähigkeit der dualen Ausbildung.

Gerne weise ich Sie auf zwei neue Services hin:

Online-Service Tarifglossar

Dort finden Sie viele nützliche Erläuterungen: von Aussperrung über Cafeteria-Prinzip und Günstigkeitsprinzip, Streik und Weststrickformel bis Zielvereinbarung.

1. IT-Forum zur IT-Sicherheit am 25. Oktober in Frankfurt

In unserer neu aufgesetzten Reihe bringen wir bei HESSENMETALL IT-Anbieter und IT-Anwender zusammen. Zum Start referieren hochkarätige Experten über Cyberangriffe, IT-Compliance und wie man sein Unternehmen schützen kann.

Aus unserer juristischen Werkstatt finden Sie aktuell zwei neue Beiträge.

Nicht jede Betriebsratsschulung ist erforderlich

Syndikusrechtsanwältin Stefanie Engler aus unserer Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen zeigt an einem aktuellen Fall, dass Arbeitgeber durchaus Recht bekommen können, wenn sie begründet eine Schulungsanforderung ihres Betriebsrats ablehnen.

BAG: Keine Vergünstigungen von Betriebsräten bei Vergütungen

Unternehmen, die mit Betriebsräten oder Gesamtbetriebsräten eine Vereinbarung über die Vergütung freigestellter Betriebsräte schließen wollen, müssen dabei das Betriebsverfassungsrecht beachten, rät der Leiter der HESSENMETALL-Rechtsabteilung, Prof. Dr. Franz-Josef Rose. Eine dort nicht vorgesehene Begünstigung von Betriebsräten durch Betriebsvereinbarung scheidet daher aus.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Start in den Nachsommer!
Bleiben Sie uns gewogen!

Herzliche Grüße

Ihr Dirk Pollert


Ansprechpartner
Dirk Pollert

Dirk Pollert
Hauptgeschäftsführer