Smart Cities

Um die Städte von morgen zukunftsfähig zu machen, brauchen wir heute schon eine intelligente Industrie!

„Die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Industrie und Städten bietet Riesenchancen und wird weltweit als 350-Billionen-US-$-Markt in den nächsten 30 Jahren eingeschätzt. Die Städte von morgen brauchen heute schon eine intelligente Industrie, die ihnen hilft, ihre Infrastruktur für den Riesenansturm der Menschen viel schneller zukunftsfest zu machen. Das heutige Erneuerungstempo städtischer Infrastruktur liegt bei einem Prozent. Wenn in den nächsten 30 Jahren aber weltweit 5 Milliarden Menschen in Städten leben, können wir uns nicht 100 Jahre mit der Erneuerung Zeit lassen: Wir brauchen ein viel höheres Tempo und viel mehr vernetzte Intelligenz“, sagte Wolf M. Mang, der neue Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL, zur Eröffnung des Hessenforums 2013 vor 200 Gästen im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens. Das sei eine große Herausforderung für Oberbürgermeister, Dezernenten, Städteplaner und Stadtwerke- Manager ebenso wie für die hessischen Metall- und Elektro-Unternehmen.

„Städte und Gemeinden brauchen selbst mehr Innovationsdynamik, von der Industrie aber nicht nur Technologie, sondern auch Betreibermodelle mit Finanzierungsbausteinen und Lösungen zur Systemintegration“, erläuterte Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer, Stellvertretender Institutsleiter Fraunhofer IAO und IAT Universität Stuttgart, in seinem Impulsvortrag. Unsere Gesellschaft brauche mehr Städte-Innovationen. „Wir, die Metall- und Elektro-Unternehmen, sind nicht nur das Herz der Wirtschaft, wir arbeiten auch am Herzen der Städte und an ihrem Blutkreislauf, ihrer Infrastruktur“, so der Vorsitzende. Der Frühjahrs-Verbandsumfrage zufolge beteiligen sich die Unternehmen der hessischen
M+E-Industrie gegenwärtig mit unterschiedlichen Produkten und Lösungen an der Ausgestaltung der „Städte von morgen“.

Unternehmerstimmen

Uwe Glock, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch Thermotechnik

„Wenn die Energie aus Industrieprozessen in Zukunft noch besser für die Wärmeabgabe an Haushalte genutzt wird, können Industrie und Städte ganz neue Nutzergemeinschaften schaffen. Während im  europäischen Markt vor allem Heizungstechnik nachgefragt sei, boomt weltweit um den Äquator und vor allem in China und Korea das Geschäft mit Klimaanlagen. Allein in Deutschland gibt es 17 Millionen veraltete Heizungen – und allein deren Ersatz durch moderne Anlagen ermöglicht Energieeinsparungen
von bis zu 40 %."                            Das komplette Interview zum Download

Dr. Michael Kassner, Leiter der Siemens AG Region Mitte

„Eine ganzheitliche Infrastruktur & Stadttechnik spielt eine strategisch wichtige Rolle für Lebensqualität, Wohlstand und Nachhaltigkeit der Städte. Dabei bedient Siemens als integrierter Technologiekonzern deutsche Städte ebenso wie boomende Megacities mit ganzheitlichem City-Knowhow und -Portfolio, z. B. für Verkehr und Gebäude, Energie und Gesundheit, Sicherheit und Stadtmanagement. Zur „Smart City“ gehören dezernatsübergreifende Governance-Methodiken, ebenso wie intelligente, softwaregestützte Infrastrukturen, die z. B. Gebäude, Energie und  Verkehrssysteme vernetzen, und schließlich intelligente Geschäftsmodelle und Finanzierungskonzepte."  Das komplette Interview zum Download

Dr. Wolfgang Krewel, Strategie- und Marketingdirektor bei Alstom Grid

„Bei Alstom Grid befassen wir uns in der Abteilung „Infrastructure & Industry“ mit den Städten der Zukunft. Die sogenannten Smart Grids sind bei uns die für die Energieeffizienz wesentlichen Komponenten. In Deutschland wächst der Markt am schnellsten und der regulatorische  Rahmen ist auch am weitesten fortgeschritten. Der Netzentwicklungsplan, der im Dezember 2012 teilweise verabschiedet wurde, ist ein gutes Beispiel. Vor allem in Osteuropa gibt es ebenfalls großen Bedarf, aber dort ist der regulatorische Rahmen einfach noch nicht so weit."  Das komplette Interview zum Download

Oliver Bachner, Mitglied der Geschäftsleitung der Zumtobel Licht GmbH

„Ganzheitliche Lichtlösungen für Gebäude oder auch Städte können durch intelligente Integration von Beleuchtungs-, Daten-, Klimatisierungs- und Sicherheitssystemen ihren Energie-Verbrauch um bis zu 40% verringern. Dabei gibt es zwei Trends: LED- und OLED-Technologie. Während OLEDs derzeit noch in der Entwicklungsphase sind, kann mit LEDs bereits deutlich Energie eingespart werden. Im Übrigen müssen sich die Städte sputen, denn der ländliche Raum ist teilweise kreativer und weiter."

Manfred Greis, Generalbevollmächtigte der Viessmann Werke

„Das komplett von Viessmann entwickelte Bioenergiedorf Wettesingen bei Kassel versorgt inzwischen 200 Haushalte mit regenerativer Nahwärme und beteiligt die Bürger aktiv. Gegenüber den Kosten bei individuellen Heizungsanlagen auf Basis von Heizöl ist die Wärmeversorgung der Gemeinde jetzt rund 30% günstiger und spart jährlich 1.300 Tonnen CO2 ein. Die Kommunen wissen genau, was zu tun wäre, aber deren Fachleute können Entscheidungen meist nicht selbst treffen, sie müssen politische Mehrheiten hinter sich bringen. Von leeren Kassen ganz zu schweigen. Das Problem im Heizungsmarkt insgesamt ist ein immenser Modernisierungsstau. Seine Auflösung ist der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende. Die benötigte Technik ist marktverfügbar, doch es hapert an der Umsetzung, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen.“

Manfred Pfaar, Geschäftsführer von KH-Automation Projects

„Wir möchten als mittelständisches Unternehmen in Zukunft gemeinsam mit Mitsubishi global den Markt städtischer Infrastrukturen bedienen. KHAutomation Projects aus Fuldabrück ist Hersteller einer Software für Prozessleittechnik und liefert vollständige, schlüsselfertige EMSR-Anlagen mit  Feldinstrumentierung und Schaltanlagen und den entsprechenden Dienstleistungen, die einen reibungslosen Ablauf in der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung ermöglichen. Der Mitsubishi-Konzern sei stark daran interessiert, die Möglichkeiten, die speziell im asiatischen Raum bestehen, mit dem Know-how im Bereich Projektmanagement zu nutzen und Marktanteile zu stabilisieren. „Wir werden also auf der einen Seite die internationalen Kenntnisse von Mitsubishi haben und unsere in Mitteleuropa bestens erprobten technischen
Kenntnisse auf der anderen Seite.“  Das komplette Interview zum Download

Stefan Weber, Geschäftsführer von Duktus Wetzlar

„Der Durchschnittsdeutsche gibt für Trinkwasser
heute kaum mehr aus als für Tiernahrung. Hier müssen wir umdenken! Im Übrigen gibt es gerade bei der Trinkwasserversorgung in Deutschland ein funktionierendes Finanzierungsmodell: Ein Kunde in Deutschland zahlt nach Verbrauch. Damit ist in diesem Bereich genug Geld vorhanden, um die Infrastruktur zu erhalten und auszubauen. D. h. die Investitionen amortisieren sich aus dem sofortigen Rückfluss. Allerdings ist es häufig so, dass mit diesem Geld quersubventioniert wird – zum Beispiel der defizitäre öffentliche Nahverkehr.“  Das komplette Interview zum Download