Arbeitszeitumfrage HESSENMETALL

„Die Arbeitgeber sehen Arbeitszeit als zentralen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der M+E-Unternehmen. Der Kunde entscheidet, wann und in welcher Qualität er Produkte und Dienstleistungen abnimmt. Dem müssen die Arbeitszeiten Rechnung tragen“, erläuterte HESSENMETALL-Haupt- geschäftsführer Dirk Pollert. „In unserer komplexen Industrie ist Teamarbeit unabdingbar. Nur das zusammenwirkende Know-how unserer gut ausgebildeten Mitarbeiter führt zu Ergebnissen, die unseren Wirtschaftsstandort weiter stärken. Starre Einheitsregeln passen da nicht mehr. Wo möglich, müssen Öffnungsklauseln betrieblich passgenaue und die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter treffende Regelungen zulassen – am Bedarf ausgerichtete und kurzfristige Verabredungen im Team und ‘autonomen Gruppen‘ gehören ebenso wie mobiles Arbeiten zur Arbeitszeitgestaltung der Zukunft.“

 

Die Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektro-Industrie sind mit den Gestaltungsspielräumen, die sie von ihren Arbeitgebern für ihre eigene Arbeitszeit bekommen, sehr zufrieden. Doch die gesetzlichen Vorgaben für Ruhezeiten und tägliche Höchstarbeitszeit passen nicht mehr in ihr Leben. Denn das Smartphone-Zeitalter ermöglicht immer mehr mobiles Arbeiten. „Wir brauchen eine Modernisierung unseres Arbeitszeitgesetzes, das mit der Modernisierung unserer Industrie und unseres Lebens Schritt hält.  Dazu fordern wir vom Gesetzgeber, die starre Tageshöchstarbeitszeit wie im EU-Recht flexibel über die Woche zu verteilen und die starre Ruheregelung so zu verändern, dass Mitarbeiter manchmal mehr und manchmal weniger arbeiten können“, sagte Dr. Thomas Brunn, Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL heute bei der Erläuterung einer repräsentativen Umfrage unter Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

 

 

Ausgangslage und Entwicklungen

Ausgangslage und Entwicklungen

Ausgangslage

  • Sorgfältig austariertes Gleichgewicht:
  • Bisheriger Ausgleich: weltweit kürzeste Arbeitszeiten, aber Flexibilitäts-Weltmeister bei Arbeitszeit
  • Absehbarer neuer Ausgleich: Mehr „Zeitsouveränität“ im Team vs. hohe Bereitschaft, kundenorientiert mal mehr, mal weniger zu arbeiten
  • Kunde entscheidet, welcher Arbeitserfolg wann geleistet sein muss – nicht Arbeitgeber oder Arbeitnehmer!
  • Die Arbeitszeitgestaltung dient der Aufgaben- und Arbeitserfüllung für den  Kunden. Ansprechzeiten müssen nicht Arbeitszeiten des Einzelnen sein!

Veränderungen

  • Gab es schon immer, aber Tempo und Risiko, überholt zu werden, grundlegende anders!
  • Digitale Transformation der Arbeitswelt
  • Wertewandel
  • Demografie / Fachkräftemangel
  • Neue Geschäftsmodelle und neue Prozesse
  • Daten als Ergänzung des Produkts: Added value
  • Fernwartung

Digitale Transformation

  • Neue Wertschöpfungsketten
  • Unternehmen ermöglichen viele neue Arbeitsformen (Homeoffice, familienorientiert)
  • Für essentiellen Produktionsbereich auch künftig: Zeitvorgaben, Präsenz und Schichtpläne! Aber auch hier wird Arbeit durch Assistenzsysteme, mobiles Arbeiten leichter und interessanter, z. B. Mehrmaschinenbedienung.
  • Flexibilität keine Einbahnstraße für Arbeitnehmer: individuelle Zeitsouveränität als Alleinentscheidungsanspruch für Arbeitszeit und -ort führt in Konflikt mit Kundenbedürfnissen
  • Lösung: Kundenbedürfnisse sind von einer Abteilung abzubilden, die Gruppe verständigt sich darauf, wie der Gesamterfolg hergestellt wird, auch über größtmögliche individuelle Zeiteinteilung des Einzelnen. Der betriebliche Erfolg darf nie gefährdet werden!

Trend zur Individualisierung, Teamarbeit unabdingbar

  • Jeder hat seine individuellen Wünsche.
  • Dazu passen keine Einheitsregeln mehr.
  • Selbstorganisierte Generationen X,Y,Z wollen keine Vorschriften, sondern selbständig arbeiten
  • Es gibt aber auch künftig den unselbständigen Arbeitnehmertypen
  • Digital Natives wissen um den Deal von Leistung (Entgelt) und Gegenleistung (Arbeitszeit & Ergebnis)

Positionen HESSENMETALL

Positionen HESSENMETALL

Demografischer Wandel bedeutet Fachkräftemangel

  • Auch hierdurch bekommt Arbeitszeit herausragende Dimension
  • Weniger Menschen können Arbeit erledigen: 39 statt 50 Mio. bis 2050
  • Selbst wenn – noch zu leistende Flüchtlingsintegration (mehr Menschen) und Digitalisierung (ggf. weniger, aber andere  Arbeitsplätze: Qualifizierung) gegenläufig sind, es braucht die richtigen (sachgrundlose Befristung)!
  • Wir werden in Zukunft zu wenige Menschen für die anfallende Arbeit haben und dies darf nicht der Grund dafür sein, dass Wertschöpfungung nicht vor Ort, sondern im Ausland stattfindet

Die Kernpositionen der M + E Arbeitgeber

  • Die Arbeit muss erledigt werden
  • Mehr individueller Spielraum heißt mehr Eigenverantwortung
  • Arbeit darf nicht noch teurer werden
  • Flexibilität gilt für beide Seiten
  • Freiwilliger Einstieg in neue Regelungen
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen aktualisieren

Demografischer Wandel bedeutet Fachkräftemangel

  • Auch hierdurch bekommt Arbeitszeit herausragende Dimension
  • Weniger Menschen können Arbeit erledigen: 39 statt 50 Mio. bis 2050
  • Selbst wenn – noch zu leistende Flüchtlingsintegration (mehr Menschen) und Digitalisierung (ggf. weniger, aber andere  Arbeitsplätze: Qualifizierung) gegenläufig sind, es braucht die richtigen (sachgrundlose Befristung)!
  • Wir werden in Zukunft zu wenige Menschen für die anfallende Arbeit haben und dies darf nicht der Grund dafür sein, dass Wertschöpfungung nicht vor Ort, sondern im Ausland stattfindet

Arbeitszeitumfrage der M + E Industrie

Zur Vorbereitung unserer Positionierung in der Arbeitszeitdiskussion haben wir – Gesamtmetall und die sie tragenden Arbeitgeberverbände, also auch HESSENMETALL, bundesweit sowohl unsere Mitgliedsunternehmen als auch deren Beschäftigte nach ihren Präferenzen zum Thema Arbeitszeit befragt.
Die Befragung der Arbeitgeber erfolgte über die regionalen Arbeitgeberverbände und IW Consult; im Erhebungszeitraum Dezember 2016 und Januar 2017 nahmen 1.153 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie an der Umfrage teil.
Für die im Januar 2017 im Auftrag von Gesamtmetall durch Emnid durchgeführte Befragung der Beschäftigten wurden 1.005 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie bundesweit befragt. Im Überblick zeigen die Ergebnisse der Beschäftigtenumfrage Folgendes:

  • Die Beschäftigten selbst sehen, dass sie schon heute einen großen Gestaltungsspielraum bei ihrer eigenen Arbeitszeit haben – für noch mehr selbstbestimmte Spielräume sind sie nicht bereit, auf Geld zu verzichten.
  • Für 2/3 aller Beschäftigten ist ihre Arbeitszeit planbar – kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit sind selten und erfolgen wenn, dann in der weit überwiegenden Mehrheit der Fälle im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigtem.
  • Kaum ein Beschäftigter der Branche muss nach Feierabend erreichbar sein. Diejenigen, die erreichbar sind, werden nur selten wirklich auch kontaktiert und wenn doch, empfinden die Betroffenen es mehrheitlich nicht als Belastung.

Bei den Arbeitgebern ergibt sich die wesentliche Erkenntnis:

  • eine Arbeitswelt 4.0 braucht ein modernes Arbeitszeitgesetz.
  • Die tägliche Höchstarbeitszeit, die heute im Durchschnitt 8 Stunden pro Tag beträgt, passt nicht mehr in die heutige Arbeitswelt.
  • Auch die Mindestruhezeit von 11 Stunden nicht.

     

    Die große Mehrheit der Beschäftigten wäre ebenfalls für eine Flexibilisierung dieser Arbeitszeitregelungen.

    Zu den Ergebnissen der beiden Umfragen im Einzelnen, und hier zunächst zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen: Das Arbeitszeitgesetz sieht derzeit grundsätzlich eine tägliche Höchstarbeitszeit von 10 Stunden vor, wobei die Arbeitszeit im Sechs-Monats-Durchschnitt nicht mehr als 8 Stunden pro Werktag betragen darf.

    Hier die kompletten Ergebnisse der Umfrage als pdf-Datei zum Download.

Arbeit und Privatleben

Arbeit und Privatleben

Knapp 48 % der Beschäftigten gaben an, dass es ihnen erlaubt ist, während der Arbeitszeit private Angelegenheiten wie z. B. private Internet- oder Handynutzung, Vereinbarung privater Termine, etc. zu erledigen.

Arbeitgeber:

Auf die Frage an die Arbeitgeber, in welchem Umfang sie vermuten, dass Beschäftigte während der Arbeitszeit private Dinge erledigen, gaben 68 % der Arbeitgeber an, dass dies pro Tag und Mitarbeiter bis zu 20 Minuten der Fall sein könne, 10% bis zu 30 Minuten oder darüber hinaus.

Auf die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde festgestellt, dass mehr als die Hälfte – über 56% - aller Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie über flexible Arbeitszeitmodelle hinaus zusätzliche Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie anbieten.

Hierzu gehören vorrangig :

  • Angebote auf befristete Absenkungen der Arbeitszeit,
  • das Angebot eines Homeoffice-Arbeitsplatzes
  • oder mobiles Arbeiten sowie eine generelle Zeitsouveränität der Arbeitnehmer.

Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit

Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit

Das Thema Arbeitszeit wird seitens der Gewerkschaften häufig damit verknüpft, dass über das heutige Maß hinaus künftig eine ständige Erreichbarkeit der Beschäftigten zu befürchten sei: Dazu geben 70 % der befragten Beschäftigten an, außerhalb der Arbeitszeit grundsätzlich erreichbar zu sein, aber nur bei 2 % der Beschäftigten fordert der Arbeitgeber die Erreichbarkeit aktiv ein. Auch hierzu einige Einzelergebnisse: 70 % der Beschäftigten sind außerhalb der Arbeitszeit per Telefon oder E-Mail erreichbar. Von der Motivlage her verteilt sich das wie folgt: 40 % nur in Ausnahmefällen, 20 % aus eigenem Antrieb, 8 % weil es vom Arbeitgeber stillschweigend erwartend empfunden wird und nur 2 %, weil es vom Arbeitgeber aktiv eingefordert wird.

Einmal im Monat oder seltener vom Vorgesetzen kontaktiert werden 85 % der Beschäftigten, nur 7 % einmal pro Woche oder öfter. 85 % der Arbeitnehmer, die angeben, erreichbar zu sein, werden maximal einmal im Monat auch wirklich vom Vorgesetzten außerhalb der betriebsüblichen Arbeitszeit kontaktiert. Als Belastung wird das jedoch nicht empfunden. Die hohe Akzeptanz hängt mutmaßlich daran, dass die Beschäftigten einen fairen Ausgleich erhalten und dies für sich auch so bewerten: schließlich dürfen sie in knapp der Hälfte der befragten Unternehmen ihrerseits auch private Angelegenheiten am Arbeitsplatz erledigen.

Auch Anrufe von Kollegen sind selten: 74 % der Beschäftigten gaben an, einmal im Monat oder seltener von Kollegen kontaktiert worden zu sein, 14 % einmal pro Woche und öfters.

Auf die Frage, wie die Anrufe außerhalb der Arbeitszeit empfunden werden, antworteten
48 % der Beschäftigten, dass Kontakte durch den Vorgesetzten nicht als Belastung empfunden werden, bei Kontakten durch Kollegen waren es sogar 55 %. Nur 14 % der Beschäftigten gaben Vorgesetztenkontakte außerhalb der Arbeitszeit als belastend an 5 % solche Kontakte von Kollegen.

Mobiles Arbeiten

Mobiles Arbeiten

Arbeitgeber:

Im Einzelnen: Knapp 64 % der befragten Arbeitgeber gaben an, dass bestimmte Beschäftigte oder Beschäftigtengruppen ihre Arbeit auch außerhalb des Betriebes erledigen können.

Nach Schätzung der befragten Arbeitgeber nutzen heute situativ oder regelmäßig 9 % der Beschäftigten die Möglichkeit zu mobilem Arbeiten oder Homeoffice. 15 % der Arbeitsplätze wären dafür grundsätzlich geeignet.

Arbeitnehmer:

Damit sind die Arbeitgeber hier eher etwas zurückhaltend in ihrer Einschätzung, denn von den befragten Beschäftigten gaben 20 % an, einen Teil ihrer Arbeit außerhalb des Betriebes erledigen zu können.

Von den Beschäftigten, die heute noch nicht die Möglichkeit haben, würden 39% gerne einen Teil der Arbeit außerhalb des Betriebs erledigen, als Dauerlösung aber nur 15%, gleichzeitig sagen aber nur 21% der Beschäftigten, dass dies bei ihnen im Betrieb überhaupt möglich wäre.

Zeitsouveränität

Zeitsouveränität

Ergebnisse zum Thema Zeitsouveränität: Die Beschäftigten erleben in ihrem Alltag ein faires Geben und NehmenKurzfristige Änderungen der Arbeitszeit durch den Arbeitgeber sind die Ausnahme. Sie finden wenn, dann einvernehmlich statt. Umgekehrt kann die große Mehrheit der befragten Beschäftigten ihrerseits selbst kurzfristig die Arbeitszeit ändern, z. B. im Rahmen von Gleitzeitregelungen.

48 % der Beschäftigten bestätigen, dass sie die tägliche Arbeitszeit kurzfristig an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen können, für weitere 24 % ist dieses manchmal möglich. Nur 6 % sagen, dass sie diese Möglichkeit gar nicht haben. Die weit überwiegende Mehrheit der Beschäftigten, die diese Möglichkeit grundsätzlich zur Verfügung steht, nimmt diese einmal pro Monat oder seltener in Anspruch. Mehrmals pro Monat, mehrmals pro Woche oder gar täglich nehmen aber immerhin 33 % der Beschäftigten diese Möglichkeit der Arbeitszeitgestaltung in Anspruch.

Die Gegenfrage, ob sich die tägliche Arbeitszeit kurzfristig auf Anweisung des Arbeitgebers ändert, beantworten 70 % der Beschäftigten mit „selten/nie“, in weiteren 24 % der Fälle passiert dies „gelegentlich“ und nur in 6 % der Fälle „oft/sehr oft“. Nach Angaben von 60 % der von solchen Änderungen überhaupt betroffenen Beschäftigten werden die Änderungen einvernehmlich abgesprochen; 59 % dieser Beschäftigten haben meistens Verständnis für die kurzfristigen Änderungen.

Die Beschäftigten sind eindeutig dafür, dass wer künftig weniger arbeiten will, dieses auch selber finanzieren soll. 84% erteilen damit einer kollektiv finanzierten Arbeitszeitverkürzung eine deutliche Absage, nur 16% wären dazu bereit. Auf die Frage des Zusammenhangs zwischen finanziellem Ausgleich und Arbeitszeitsenkungen bzw. Auszeiten hätten 64 % der Beschäftigten ein Interesse daran, sich einen finanziellen Ausgleich für Auszeiten oder Arbeitsabsenkungen selbst zu erarbeiten. Dies könnte so aussehen, dass ein Mitarbeiter für 5 Jahre mit 40 Stunden pro Woche arbeitet und anschließend 2,5 Jahre mit 25 Stunden pro Woche, für den gesamten 7,5 Jahreszeitraum jedoch durchgängig für 35 Stunden pro Woche bezahlt wird.

Auf die Frage, ob den Beschäftigten mehr Entgelt oder mehr Möglichkeiten, die Arbeitszeit selbst zu bestimmen, wichtiger ist, entscheiden sich 64 % für ein höheres Entgelt, nur 30 % für mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit. Angesichts der sich verändernden Arbeitswelt, in der das Arbeiten mit Mobile Devices zunehmend zum Alltag vieler Beschäftigter gehört, hat uns dieser Themenkomplex ebenfalls interessiert: Schon heute bieten 2/3 aller Betriebe mobiles Arbeiten oder Homeoffice an. Nach Schätzungen der Arbeitgeberseite sind allerdings nur 15 % der Arbeitsplätze dafür geeignet. Rund 20 % der Beschäftigten geben an, schon heute einen Teil der Arbeit außerhalb des Betriebs erledigen zu können. Von denen, die das heute noch nicht können, haben wiederum 39 %  grundsätzliches Interesse am mobilen Arbeiten.

Arbeits- und Ruhezeit

Arbeits- und Ruhezeit

Arbeitgeberumfrage:

Mehr Flexibilität in der Gestaltung der täglichen Arbeitszeit könnte hier schon durch eine Abkehr von der Tages- hin zur Wochenbetrachtung erreicht werden, selbst wenn man die heute schon zulässigen 48 Stunden pro Woche (8 Stunden durchschnittlich pro Tag, multipliziert mit 6 Werktagen pro Woche) beibehalten würde.Hier sehen knapp 70% der Arbeitgeber Flexibilisierungsbedarf bei den gesetzlichen Regelungen, davon 24 % dann, wenn der Arbeitnehmer die Lage der Arbeitszeit z. B. bei mobilem Arbeiten wenigstens teilweise selbst bestimmen kann. 24% der befragten Arbeitgeber sehen hier keinen Änderungsbedarf.

Das Arbeitszeitgesetz sieht vor, dass nach dem Ende der täglichen Arbeit der Mitarbeiter eine Mindestruhezeit von 11 Stunden einhalten muss. Dies bedeutet z.B., dass ein Mitarbeiter, der seinen Arbeitsplatz um 17:00 Uhr verlassen hat, um die Kinder aus der Kita abzuholen und mit ihnen den restlichen Nachmittag und Abend zu verbringen, sich dann um halb 10 noch einmal kurz an den Rechner gesetzt hat, um E-Mails zu checken, die Arbeit am nächsten Tag nicht vor halb 9 aufnehmen dürfte. Hier sehen 60% der Arbeitgeber eine Verkürzung dieser Ruhezeit als erforderlich an; davon 29 % aber nur, wenn der Beschäftigte die Lage der Arbeitszeit jedenfalls teilweise selbst bestimmen kann. 35% sehen keinen Regelungsbedarf.

Arbeitnehmerumfrage:

Von den Beschäftigten sagen 77 %, dass sie sich vorstellen können, länger als die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 10 Stunden pro Tag zu arbeiten. Davon 62 % aber nur dann, wenn sie dies selbst bestimmen können.  Immerhin 15 % wären dazu bereit, auch wenn dies vom Arbeitgeber einseitig angeordnet werden könnte. 20 % der Beschäftigten lehnen eine Verlängerung der täglichen Maximalarbeitszeit generell ab. Bei der täglichen Ruhezeit können sich 52 % der Beschäftigten eine kürzere Ruhezeit als 11 Stunden vorstellen, 40 %, wenn sie die Lage der Arbeitszeit mitbestimmen können, 21 % wenn dafür klare Regeln gelten und sich die Arbeitszeit insgesamt nicht erhöht. Immerhin 44 % der Beschäftigten aber lehnen eine Verkürzung der Ruhezeit generell ab.

Ansprechpartner
Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse