Tarifrunde 2016

Am 13. Mai 2016 einigten sich die Tarifparteien von M+E MITTE mit der IG Metall Bezirk Mitte in Koblenz auf die Übernahme des erst wenige Stunden zuvor in Köln als Pilotabschluss erreichten Verhandlungsergebnisses. Vorausgegangen waren drei erfolglose Verhandlungsrunden und Warnstreiks über fast 2 Wochen.

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Der Tarifabschluss sieht eine Erhöhung der Entgelte um 2,8 % ab dem 1. Juli 2016 und eine weitere Erhöhung der Entgelte um 2,0 % ab dem 1. April 2017 vor. Nach zwei Leermonaten im April und Mai 2016 erhalten Vollzeitbeschäftigte eine Einmalzahlung von 150,00 € für den Monat Juni 2016, Auszubildende 65,00 €. Die Laufzeit beträgt insgesamt 21 Monate vom 1. April 2016 bis einschließlich Dezember 2017.

Dr. Thomas Brunn, Verhandlungsführer von HESSENMETALL und M+E MITTE, bewertete die Tarifeinigung positiv. Man habe eine tragfähige Lösung für die meisten Mitgliedsbetriebe erreicht. Insbesondere die Differenzierungsbestandteile trügen dazu bei, den unterschiedlichen Geschäftslagen der Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie Rechnung zu tragen. Die Differenzierungsregelung sieht für Unternehmen in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage die Möglichkeit vor, die für den Monat Juni 2016 zu gewährende Einmalzahlung für die Beschäftigten bis auf „null“ abzusenken bzw. in der Auszahlung zeitlich zu verschieben und die Tariferhöhung der zweiten Stufe von 2,0 % um bis zu drei Monate zu verschieben.

Der Tarifabschluss wird insgesamt als vernünftiger Kompromiss bewertet: der nordrhein-westfälische Arbeitgeberpräsident und Verhandlungsführer Kirchhoff betonte die Bedeutung der Ausnahmeregeln für schwächere Betriebe. Diese böten vor allem den mittelständischen Unternehmen die Chance, auf wirtschaftliche Schieflagen flexibel zu reagieren. Der Abschluss sei ein „Türöffner für einen Wiedereinstieg in die innovative Tarifpolitik“, sagte Kirchhoff. Der Trend der vergangenen Jahre zu überhöhten Tarifabschlüssen sei gestoppt; das Kölner Abkommen könne aber nur ein erster Schritt der dauerhaften Trendwende sein, betonte Kirchhoff. Dazu müsse auch in künftigen Tarifrunden „nah an den wirtschaftlichen Realitäten“ verhandelt werden.

Die tarifliche Belastung des Abschlusses für das Tarifgebiet Hessen über die gesamte Laufzeit beträgt 2,45 %, für das Kalenderjahr 2016 2,14 % und für das Kalenderjahr 2017 2,64 %. Hierbei nicht berücksichtigt wurde die Nutzung der Differenzierungsmöglichkeiten.

Ansprechpartner
Peter Hampel

Peter Hampel
Geschäftsführer Tarifwesen und Arbeitswissenschaft