ERA

In Tarifverträgen wurde früher nach Arbeitern und Angestellten unterschieden, weil zwischen diesen beiden Gruppen von Beschäftigten, auch „blue collar“ und „white collar“ genannt, in vielen Gesetzen des Arbeits- und Sozialrechts unterschieden wurde. Für beide Gruppen galten bei vielen Themen, wie z.B. dem zusätzlichen Urlaubsgeld, unterschiedliche Regelungen. So erhielten Arbeiter früher nach dem alten Gemeinsamen Manteltarifvertrag 69% eines Monatslohns als Urlaubsgeld, Angestellte 72%.

Durch die Veränderung der Arbeitswelt infolge von Automatisierung und Digitalisierung näherten sich die Arbeitsumstände beider Gruppen auch in den Anforderungen an Wissen und Können der Beschäftigten, die solche Arbeitsplätze besetzten, aneinander an. Es wurde zunehmend schlechter vermittelbar, wieso für beide Gruppen von Beschäftigten unterschiedliche Arbeitsbedingungen gelten sollten.

Dementsprechend wurden in gesetzlichen Regelungen bestehende Unterschiede zunehmend eliminiert. Im Tarifwerk der hessischen M+E-Industrie wurden, parallel zur bundesweiten Entwicklung in der Branche, nach mehreren erfolglosen Anläufen in den Jahren zuvor, 2004 die wichtigen tariflichen Regelungen zur Beschreibung von Anforderungen an einem Arbeitsplatz, aus denen sich dann die Entgeltgruppe und damit auch der Entgeltanspruch der Beschäftigten ergibt, vereinheitlicht: aus Lohnrahmen- und Gehaltsrahmentarifvertrag wurde das EntgeltRahmenAbkommen, mit dem die Anforderungen des Arbeitsplatzes für alle tariflichen Beschäftigten nach einheitlichen Kriterien in 11 Entgeltgruppen bewertet werden. Zur Unterstützung der Unternehmen vereinbarten die Tarifparteien 108 Niveaubeispiele, in denen ein konkreter Arbeitsplatz beschrieben, seine Anforderungen definiert und dieser der richtigen tariflichen Entgeltgruppe zugeordnet wird.

Neben der Ermittlung des tariflichen Grundentgelts regelt das ERA noch die leistungsbezogene Vergütung, die als Leistungszulage, Mehrverdienst aufgrund eines Kennzahlenvergleichs oder Zielerreichungszulage nach einer Zielvereinbarung gewährt wird.

Die Regelungen des ERA stellen eine transparente, gerechte Bezahlung der Beschäftigten sicher und sind daher ein wichtiges Element für die Akzeptanz des Flächentarifvertrags in der M+E-Branche.

Ansprechpartner
Peter Hampel

Peter Hampel
Geschäftsführer Tarifwesen und Arbeitswissenschaft