Konjunktur der hessischen M+E Industrie im 1. Hj. 2017

Strukturwandel erfordert gewaltige Investitionen

Frankfurt am Main. Die hessische Metall- und Elektroindustrie hat sich im ersten Halbjahr 2017 gut entwickelt. Der Zukunftsindikator Auftragseingänge ist über 1 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau gestiegen. Ausschlaggebend war die Inlandsnachfrage mit einem Plus von knapp 4 Prozent. Die Umsätze erhöhten sich um 6,5 Prozent auf knapp 30 Mrd. €. Auch die Beschäftigung wuchs um 0,7 Prozent auf 213.640 festangestellte Mitarbeiter. Dies geht aus den für HESSENMETALL exklusiv ausgewerteten Daten des Statistischen Landesamtes Hessen hervor.

"Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E) in Deutschland steht zurzeit gut da. Zum Glück – denn sie hat in den nächsten Jahren einen Strukturwandel mit zwei ungewöhnlich großen Herausforderungen zu meistern. Der Umbau der Produktion hin zu digitalisierten, "intelligenten" Fabriken (Industrie 4.0) und in der Automobilindustrie die sukzessive Marktdurchdringung mit neuen Antrieben wie z. B. der Elektromobilität, die uns noch jahrelang beschäftigen wird, erfordern erhebliche Investitionen", kommentierte HESSENMETALL-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert die Zahlen.



Wo diese Investitionen hinfließen und wo damit in Zukunft die Produktion stattfinde, sei aber keineswegs sicher. Schon heute müssten wir feststellen, dass Investitionen vor allem in ausländische Standorte erfolgten. Und anders als noch vor 20 Jahren seien diese Standorte längst aufgebaut, so dass Unternehmen viel schneller als früher auf ungünstige Bedingungen am Standort Deutschland reagieren könnten. Dabei gehe es vor allem um die Arbeitskosten, die viel schneller stiegen als bei den Wettbewerbern, aber auch um die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. "Wir haben alle Chancen, aus den Umbrüchen gestärkt hervorzugehen. Aber das gelingt nur, wenn Unternehmen und Belegschaften diese Herausforderungen auch annehmen, die gewaltigen Veränderungen anpacken, um die digitale Transformation aktiv zu steuern, hier in die betriebliche Umsetzung der Digitalisierung zu investieren und durch beschleunigte Innovation neue Produktivitätsvorsprünge herauszuarbeiten", so Pollert weiter.

Inlandsaufträge um 3,9 Prozent gestiegen

Nach dem negativen Jahresauftakt und dem starken Auf und Ab hat das erste Halbjahr 2017 mit einem Plus von insgesamt 1,1 Prozent das Niveau des ersten Halbjahres 2016 leicht überschritten. Allerdings ist allein die Inlandsnachfrage mit einem Plus von 3,9 Prozent für diesen positiven Wert verantwortlich. Die Aufträge aus dem Ausland sind im Durchschnitt um 1,4 Prozent niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum ausgefallen.

Knapp 30 Mrd. € Umsatz

Die Gesamtumsätze der hessischen M+E-Industrie sind im ersten Halbjahr 2017 mit einem Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf knapp 30 Mrd. € gestiegen. Während die Inlandsgeschäfte nur leicht anstiegen, wuchsen die Auslandsgeschäfte um 11 Prozent auf ca. 16,5 Mrd. €. Die Exportquote hat im Halbjahresdurchschnitt 55,0 Prozent betragen.

Knapp 1.800 Mitarbeiter mehr

Im Durchschnitt des ersten Halbjahres 2017 waren 213.640 Menschen beschäftigt. Das sind 0,7 Prozent – also 1.790 Mitarbeiter – mehr als im Vorjahr.

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Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse