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Verhandlungsführer Dr. Kulenkamp: „Forderungsempfehlung von ‚6 oder 6,5 Prozent’ wirtschaftlich unangemessen!“

M+E Mitte zur Forderungsempfehlung der IG Metall

27.01.2012
kulenkamp-dr-eduard_90.jpgFrankfurt am Main. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberverbände von M+E Mitte, Dr. Eduard Kulenkamp, hat die Forderungsempfehlung der IG Metall von „6 oder 6,5 Prozent“ als wirtschaftlich unangemessen bezeichnet. „Die Betriebe der deutschen Metall- und Elektroindustrie haben Wort gehalten und 800.000 Jobs über die Krise gerettet – und das trotz einer teils dramatisch gesunkenen Auslastung. Jetzt geht es darum, gemeinsam den Erfolgskurs zu halten“, sagte Kulenkamp am Freitag.
Durch die weitreichende Beschäftigungssicherung und die Entgelterhöhungen von insgesamt rund sieben Prozent seit 2008 seien die Unternehmen massiv in Vorleistung gegangen. „Das war richtig teuer für die Betriebe.“ Auch wenn 2011 viele Betriebe höhere Umsätze als 2010 verbucht hätten, sei 2011 für die Metall- und Elektroindustrie (M+E) ein Aufholjahr gewesen; erst im Herbst habe die Produktion im Durchschnitt wieder das Vorkrisenniveau erreicht und bei der Beschäftigung seien wir vom Vorkrisenniveau noch etwas entfernt. Angesichts der derzeitigen Stagnation und wieder zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheiten „geht es nun darum, die Betriebe und die Arbeitsplätze krisensicherer zu machen“, sagte Kulenkamp. Eine viel zu hohe Forderungsempfehlung passe daher nicht in diese Zeit.

Tarifverträge müssten vor allem nach vorne schauen und die konjunkturelle Erwartung im Blick haben. „Man kann man das Fell des Bären erst verteilen, wenn er erlegt ist. Und 2012 rechnen wir mit einem normalen Abschwung. Das ist auch der IG Metall klar. Deshalb sollte sie die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen“, betonte der Verhandlungsführer.

Die Unternehmen bräuchten mehr Flexibilität statt weniger. Die Forderungen der Gewerkschaft nach einer erweiterten Beteiligung der Betriebsräte beim Einsatz von Zeitarbeitern sowie nach einer unbefristeten Übernahme der Auszubildenden seien daher kontraproduktiv. Damit schränke die IG Metall die dringend notwendigen Handlungsspielräume der Betriebe ein.

Die “Arbeitsgemeinschaft M+E MITTE”
M+E Mitte spricht und handelt für die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie Hessens (HESSENMETALL), der Pfalz (PFALZMETALL), Rheinland-Rheinhessens (vem.die arbeitgeber) und des Saarlandes (ME Saar). In diesen drei Bundesländern umfasst die M+E-Industrie rd. 1.400 Unternehmen mit 400.000 Beschäftigten“. M+E MITTE” verhandelt mit dem tarifpolitischen Verhandlungspartner aller vier Verbände: der IG Metall Bezirksleitung Frankfurt. Die vier Arbeitgeberverbände treten seit 1995 als Verhandlungsgemeinschaft für die Tarifverhandlungen auf und bauten diese 2001 zur “Arbeitsgemeinschaft M+E MITTE” aus.

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