PDF zum Download


Ansprechpartner

Achim Schnyder
Pressestelle Bezirksgruppe Nordhessen
Tel: 0561 1091-322
E-Mail: achim.schnyder@arbeitgeber-nordhessen.de

Schriftgröße
A A A

Metall- und Elektro-Industrie in Nordhessen sieht die Krise als Tsunami:

Bezirksgruppe Nordhessen

03.12.2009
Folgen wiegen schwer – Aufräumarbeiten werden lange dauern. An der diesjährigen Herbstumfrage hatten sich 69 von 122 Mitgliedsunternehmen des Verbandes beteiligt. Mit knapp 21.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellen diese 69 Firmen das repräsentative Gros der Gesamtbeschäftigten dar
Kassel. „Der erdrutschartige Absturz, den unsere Branche noch im Frühjahr zu beklagen hatte, hat sich zum Glück nicht in dem Maße fortgesetzt wie befürchtet. Wir befinden uns noch immer auf der Talsohle und erste Zeichen auf eine Belebung sind eher Wunschdenken. Eine wirklich kräftige Erholung der Konjunktur ist damit aber nicht verbunden“, kommentiert Karl-Heinz Bartling, 2. stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen in Nordhessen, das Ergebnis der aktuellen „Chefumfrage“. Sie gilt bei den Unternehmen der Branche als das Konjunkturbarometer für die Region.

Bei Senior Berghöfer in Kassel an einer Komponente für die Vakuumtechnik (v.l.): Klemens Diezemann, Karl-Heinz Bartling und Axel Freitag bei der Begutachtung einer mechanisiert geschweißten Naht


Allgemeine Geschäftslage bestimmt von Zweckoptimismus
Die momentane Geschäftslage wird von 38 Prozent der Unternehmen als schlecht bis sehr schlecht bewertet. Im Vergleich zum Frühjahr hat sich die Situation sogar nochmals verschlechtert, sagen 34 Prozent der Unternehmen. Etwas positiver sehen die Erwartungen für das kommende Halbjahr aus: 19 Prozent rechnen mit einer besseren bis erheblich besseren Geschäftslage. Dem gegenüber sind die Negativerwartungen gesunken: nur noch 23 Prozent gehen von einer schlechteren bis erheblich schlechteren Geschäftslage aus. Im Vorjahr sagten dies immerhin noch 46 Prozent der Befragten, also doppelt so viele.


Mit den Aussagen der aktuellen Umfrage haben sich die Befürchtungen, die noch im April im Rahmen der Frühjahrsumfrage von den Unternehmen geäußert wurden, zum Glück nicht in vollem Umfang bestätigt. Damals rechneten noch über 50 Prozent der Befragten mit einer erheblich schlechteren Geschäftslage. Aus heutiger Sicht sind es „nur“ 38 Prozent geworden.

Auftragsbestände zu gering – Erwartungen fürs nächste Halbjahr hoch
Auch wenn die Auftragsbestände momentan noch nicht befriedigend sind, erwarten viele Firmen im kommenden Halbjahr mehr Aufträge. Gingen im letzten Jahr nur 6 Prozent von zunehmenden Auftragsbeständen aus, sind es aktuell 26 Prozent. Dem gegenüber befürchten nur noch 23 Prozent abnehmende Bestände. Vor einem Jahr waren dies immerhin noch 55 Prozent. Die Umsatz- und Ertragslage ist ein Spiegelbild dieser Entwicklung.


Investitionsbereitschaft gebremst
Vorerst zurückhaltend zeigen sich die Unternehmen bei den Investitionen. Die im Vergleich zum Frühjahr reduzierten Investitionen werden im kommenden Halbjahr auf ähnlichem Niveau verharren; 28 Prozent der Befragten rechnen sogar mit einem weiteren Rückgang. Es wird überall gespart. Ausnahme ist der Bereich Qualifikation, der als einziger zugelegt hat, wenn auch unspektakulär. Qualifizierungen in Kurzarbeit könnten eine Erklärung sein, die aber nicht nachweisbar ist.

Nordhessischer Exportmotor stottert noch
Die unbefriedigenden Aussagen über fallende Exportzahlen können nicht durch steigende Erwartungen ausgeglichen werden. Die wertmäßigen Exporte sind nach Aus-sagen von 39 Prozent der Befragten gegenüber dem Vorjahr gefallen. Für die kommenden sechs Monate erwarten dies nur noch 18 Prozent. Das Gros geht von gleichbleibenden Exportzahlen aus.

Beschäftigungsrückgang bleibt gemessen an der Krise im Rahmen
Bisher haben die Unternehmen das arbeitsmarktpolitische Instrument der Kurzarbeit genutzt, um die Stammbelegschaften zu halten. Dennoch hat die Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Opfer gefordert. So hat sich die Beschäftigtenzahl bei den befragten Unternehmen seit dem Frühjahr um zirka 2,3 Prozent reduziert und wird voraussichtlich um weitere 2,6 Prozent in den kommenden sechs Monaten abschmelzen. Auch hier sind die Befürchtungen nicht in dem Maße eingetreten, wie sie noch im Frühjahr vorausschauend geäußert wurden. Denn damals rechneten die Unternehmen mit einem Beschäftigungsrückgang von 5,6 Prozent bis zum Herbst. Tatsächlich wurden in diesem Zeitraum 2,3 Prozent abgebaut.


Nordhessische Wirtschaft im leichten Aufwärtstrend
Klemens Diezemann, Geschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen in Nordhessen, kommentiert die Entwicklung in der Region wie folgt: „Die Stimmung in den meisten unserer Mitgliedsunternehmen ist geprägt von dem Wunsch und der Hoffnung, dass es in 2010 wieder aufwärts gehen möge. Es dürfte jedoch klar sein, dass die Erholung langsam vorangehen wird. Bergab geht es immer schneller als bergauf, das weiß jedes Kind. Gemessen an der Schwere der Wirt-schaftskrise ist die deutsche Wirtschaft, und auch die in Nordhessen, noch einmal mit zwei blauen Augen davon gekommen. Ein Stellenabbau in großem Stil, wie wir noch zu Beginn des Jahres befürchteten, hat es nicht gegeben, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Dennoch schmerzen diese natürlich sehr.

Die Gesamtentwicklung in unseren nordhessischen Unternehmen stimmt verhalten zuversichtlich. Sie geht damit konform mit den jüngsten Konjunkturumfragen des IW Köln, dem Anstieg des Bruttoinlandproduktes und auch mit den Grundaussagen des ifo-Instituts zum aktuellen Wirtschaftsklima.

Allerdings sieht sich noch die große Mehrheit der nordhessischen Unternehmen im Mittelpunkt der Krise, von der knapp 80 Prozent der Befragten stark bis sehr stark betroffen sind. Dennoch sehen viele in der Not eine Chance: für mehr als 75 Prozent ist die Festigung bestehender Kunden-/Lieferanten-Beziehungen als auch die Er-schließung neuer Märkte wichtig bis sehr wichtig. Das ist das Ergebnis der Zusatzfrage „Aspekte der Krisenbewältigung“, die jedes Jahr aktuell formuliert wird.

Sie beschäftigt sich auch mit den Forderungen an die hessische Landespolitik, nach denen die Unternehmen befragt wurden. Das Ranking wird angeführt durch den Wunsch nach einer besseren Verkehrsinfrastruktur bei Straßen-, Schienen- und Luftverkehr, gefolgt von Bürokratieabbau, z. B. Vereinfachung der Steuergesetze und sonstigen Reglementierungen, sowie dem Wunsch nach einer besseren Bildungspolitik und der Förderung alternativer Energien.“

Zu den weiteren Meldungen
Schließen

Anmeldeformular

Hiermit melde ich mich/unser Team
für den Nachwuchswettbewerb an.

Firma

Team

innerhalb der Ausbildung
innerhalb des Studiums
Administration & Personalmanagement
Einzelne Produkte & Dienstleistungen
Produktionsablauf & Logistik