Kannegiesser: M+E-Produktion erstmals wieder auf Vorkrisenniveau
M+E-Industrie in Deutschland hat den Produktionsstand von vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 wieder erreicht
18.10.2011

Die M+E-Industrie hat den Produktionsstand von vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 wieder erreicht, sieht sich aber nach den Worten von Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser bereits neuen Risiken gegenüber. Weltweit sei angesichts der erneuten Verwerfungen auf den Finanzmärkten eine Verunsicherung der Kunden festzustellen, erklärte der Gesamtmetall-Präsident, der darauf verwies, dass die Wachstumsdynamik bereits nachlasse und die Erwartungen der Unternehmen sich seit sieben Monaten kontinuierlich verschlechtert hätten.
Im September rutschten die Geschäftserwartungen sogar erstmals seit zwei Jahren wieder in den deutlich negativen Bereich. „Noch ist unklar, ob dies lediglich ein statistischer Effekt ist oder ein frühes Zeichen für eine Trendwende darstellt“, betonte der Gesamtmetall-Präsident: „Zumindest aber zeugt es von einer gewissen Verunsicherung unserer Kunden.“ Zudem wisse niemand, was sich „bei der Schuldenkrise zusammenbraut, welchen Sturm die Finanzmärkte noch entfesseln werden“. Er teile deshalb uneingeschränkt die Feststellung von IGM-Chef Huber auf dem Gewerkschaftstag, dass die aktuelle Banken- und Schuldenkrise „jederzeit auf die Realwirtschaft durchschlagen" könne, sagte Kannegiesser. Um dafür gewappnet zu sein, müsse unter anderem die erweiterte Kurzarbeiterregelung verlängert werden, hatte Huber beim Gewerkschaftstag gefordert: "Es könnte sein, dass wir diese Zusammenarbeit wieder brauchen und auch die Instrumente." Kannegiesser zufolge seien zudem verstärkt Bemühungen um Konsolidierung etwa in Form einer Zusammenfassung von Standorten, Zusammengehen von Wettbewerbern und nationalen und übernationalen Kooperationen zu erwarten. Der Arbeitsmarkt werde weiterhin aufgrund der erwarteten demografischen Entwicklungen und der Qualifikationsanforderungen gepflegt werden, aber die Anforderungen an Leistungsbereitschaft würden steigen, so Kannegiesser weiter. Die Firmen würden sich „bemühen müssen, ihren Belegschaften Transparenz über die wirtschaftlichen Zusammenhänge im Unternehmen zu verschaffen, sie breit an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, den konstruktiven Geist von Betriebsgemeinschaften zu erhalten“, betonte der Gesamtmetall-Präsident: „Fairer Umgang miteinander wird in solchen wirtschaftlichen Phasen entscheidend sein. Die Belegschaften müssen zu ihren Betrieben stehen - und diese im Rahmen des Machbaren und des Zumutbaren zu ihren Belegschaften. Diese gegenseitige Verbundenheit hat sich in der letzten Krise bewiesen und darf kein Strohfeuer gewesen sein.“ (Quelle: Gesamtmetall, IGM, dpa)
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