HESSENMETALL mit Flugsimulator auf der IdeenExpo
Hessische M+E Industrie geht neue Wege bei der Nachwuchswerbung
31.08.2011
Frankfurt am Main. Der Arbeitgeberverband HESSENMETALL wirbt auf der IdeenExpo in Hannover mit einem Flugsimulator für
die Ausbildung in technischen Berufen. Als eigenes Exponat ist der
Simulator dabei in die Aktivitäten des Schwesterverbands
NIEDERSACHSENMETALL auf der Messe eingebunden. Er wird anschließend dem
Science Center
„ExperiMINTa“ in Frankfurt angeboten.
Für den Arbeitgeberverband ist die Anschaffung des Geräts ein weiterer Baustein in seiner Berufsinformationskampagne, um junge Menschen für Technik zu begeistern und für die gut bezahlten Arbeitsplätze mit eingebauten Karrierechancen in der M+E-Industrie anzuwerben. Wie die Mitgliedsunternehmen in Hessens größter Industrie dem zunehmenden Fachkräftemangel begegnen, zeigen die Beispiele der Firma peiker acustic aus Friedrichsdorf und der Siemens AG aus Frankfurt.
HESSENMETALL setzt bereits seit über zwei Jahrzehnten mit seinen Schwesterverbänden deutschlandweit Infobusse ein, die an Schulen fahren. In den Unterricht integriert werden dort den Jugendlichen auf spielerische Weise Berufsbilder aus der M+E Industrie an Probemaschinen schmackhaft gemacht. „In Hessen erreichen wir damit pro Jahr insgesamt rund 12.000 Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus sind wir mit unserer Nachwuchsrekrutierungskampagne überall und immer dort, wo sich junge Menschen über ihren Beruf Gedanken machen. Wir haben schon ein umfassendes Programm, müssen aber neue Wege gehen, um bei künftig sinkenden Schulabgängerzahlen den Bedarf unserer Industrie nach qualifiziertem Nachwuchs zu decken. Deshalb gehen wir nun erstmalig auch über die Landesgrenzen hinaus nach Hannover“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender. HESSENMETALL besuche fast alle großen Ausbildungsmessen mit eigenen Informationsständen, fördere z.B. die Internationale Physikolympiade oder den hessischen Mathematikwettbewerb. Der Verband richte zahlreiche Nachwuchswettbewerbe selbst aus: z.B. den Wettbewerb „Bester Betriebspraktikumsbericht“, den Innovationswettbewerb für Auszubildende und Trainees „MEine Zukunft“, der die Kreativität der Berufseinsteiger für ihre Firmen nutzbar machen soll. Eine Ausbildungsdatenbank auf der HESSENMETALL-Website sowie weitere Online-Informationen von GESAMTMETALL wie das Ingenieursportal „Think-Ing“ rundeten das Angebot ab.
Für einen Technologievorreiter wie die hessische peiker acustic Gmbh & Co. KG ist es seit jeher eine Herausforderung, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. „Deshalb sind wir sehr darin bestrebt, den eigenen Fach- und Führungskräftenachwuchs selbst heranzuziehen“, so die Leiterin Personal bei peiker, Vera Huberti. „Im Ausbildungssektor ist zu den Industriekaufleuten, die wir bereits seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich ausbilden, nun auch der technische Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik hinzugekommen. Dem Fachkräftemangel im Ingenieurbereich wirken wir hingegen durch die Einführung des dualen Studiums bei peiker entgegen. Ergänzend dazu vertiefen wir unsere Zusammenarbeit mit regionalen Hochschulen, um junge Menschen frühzeitig auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und langfristig an uns zu binden.“
Der Pressesprecher der Siemens AG Region Mitte, Peter Lehnert, schilderte die aktuelle Situation: „Bei Siemens sind derzeit allein in Deutschland mehr als 3.600 Stellen unbesetzt, der Großteil davon für Ingenieure und Naturwissenschaftler. Das zeigt, dass die so genannten MINT-Fächer weiterhin im Trend sind und deshalb engagieren wir uns gezielt mit Experimentierkisten in Frankfurter Grundschulen oder Automatisierungspraktika für hessische Gymnasial-Schüler. Genauso wie HESSENMETALL sind wir der festen Überzeugung, dass das Technikinteresse junger Menschen in diesem Alter zu fördern ist, damit sie später Antworten auf die drängenden Fragen unserer Gesellschaft wie den Klimawandel oder die Konzentration auf Ballungsräume finden, zu denen auch das Rhein-Main-Gebiet zählt.“
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