Fasbender: „Keine Verbeamtung von Azubis vor dem ersten Schweißen!“
Metallarbeitgeber zum Aktionstag der IG Metall am 1. Oktober 2011
01.10.2011
Frankfurt am Main. Der Arbeitgeberverband HESSENMETALL lehnt eine tariflich vorgeschriebene unbefristete Übernahme von Auszubildenden, wie sie aktuell von der IG Metall gefordert wird, ab. „Wir können junge Menschen doch nicht schon eine Arbeitsplatz-Garantie aussprechen, bevor sie überhaupt angefangen haben zu löten, zu schweißen oder zu zerspanen", sagte HESSENMETALL-Hauptgeschäftsführer Volker
Fasbender. Selbst bei Beamten würde erst nach Ausbildung und angemessener Erprobungsphase entschieden, ob der Dienstherr für sie Verwendung habe."
Und ausgerechnet bei Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, die in einem weltweiten Wettbewerb stünden und von einem immer kürzeren und heftigeren konjunkturellen Auf und Ab abhängig seien, sollten junge Menschen quasi mit dem ersten Ausbildungstag und ohne jegliche Leistungsanreize verbeamtet werden?
Fasbender sieht hier für die hessische M+E-Industrie auch nicht den Hauch eines Regelungsbedarfs: „Wer der M+E-Industrie allen Ernstes vorwirft, ihre Beschäftigungsverhältnisse seien prekär, der soll sich erst einmal die beschlagenen Brillengläser putzen und sich dann einmal in anderen Branchen umschauen." Der Anteil der befristet Beschäftigten betrage in der Metall- und Elektro-Industrie 3,2 Prozent – mit sinkender Tendenz. Mehr als die Hälfte der Betriebe nutzten überhaupt keine befristeten Verträge. In der Branche liege der Anteil der Zeitarbeit im Verhältnis zu den Stammbelegschaften bei nur 5 Prozent. Dies sei notwendige Flexibilität, und nicht prekär. Drei Viertel aller Azubis würden unbefristet übernommen, entweder direkt nach der Ausbildung oder nachdem sie - wie im Tarifvertrag festgeschrieben - zunächst auf ein Jahr befristet beschäftigt gewesen seien. Die anderen 25 Prozent schlössen vielfach ein Studium an oder wechselten von sich aus in ein anderes Unternehmen.
„Gemeinsam den Erfolgskurs halten ist das Gebot der Stunde, um die Betriebe zu stärken, Jobs auszubauen und neue Chancen zu erschließen“, resümierte Fasbender. Die hessischen Metallarbeitgeber fordern die IG Metall auf, die Flexibilität für die Betriebe weiter auszubauen, statt in altes Versorgungsdenken zurückzufallen. „Der Ausbau differenzierender Elemente sei die oberste Priorität der 520 hessischen M+E-Unternehmen mit ihren 130.000 Beschäftigten, die HESSENMETALL vertrete. Die zurückliegende Krise habe doch gezeigt, wie wichtig angepasste Lösungen seien: für kleine und große Unternehmen, Familienunternehmen und Kapitalgesellschaften – aus unterschiedlichen Branchen von Automobil, über Metallerzeugung bis zur Medizintechnik. „Daher brauchen wir mehr Spielraum, nicht weniger – sowohl in der konjunkturellen Abwärts- als auch in der Aufwärtsbewegung“, sagte Fasbender.
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