Frankfurt am Main / Darmstadt. Partnerschaft mit dem Institut für
Werkstoff- und Kunststofftechnik der Universität Kassel und dem Institut
für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen der TU
Darmstadt ermöglicht den Unternehmen des
HESSENMETALL-Spritzguss-Clusters Zugang zur aktuellen
Grundlagenforschung.
Im Gegenzug bietet diese Zusammenarbeit für die Forschungsinstitute die
Möglichkeit, aktuelle Themen in der Praxis zu verankern und zu testen. Die Partnerschaft des HESSENMETALL-Aviation-Clusters mit dem Institut
für Arbeitswissenschaften der TU Darmstadt im Bereich
Qualitätsmanagement zielt auf die Erforschung von psychischer und
physischer Belastung, die als potenzielle Fehlerquelle ausgeschlossen
werden soll. „Enge Partnerschaften zwischen den Clustern und den
Forschungsinstituten führen zu einem innovativen Umfeld, in dem sich die
Unternehmen weiterentwickeln können“, zeigte sich Volker Fasbender,
Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL überzeugt.
Die HESSENMETALL Cluster-Initiative sei in echten Partnerschaften mit universitären Einrichtungen, die weit über projektbezogene Kooperationen hinausgehen, in Hessen führend.
Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen lasse sich der handfeste Nutzen durch besseren Wissenstransfer zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen steigern. Hier stelle ein Cluster im Gegensatz zu einem universitätseigenen Transferzentrum sicher, dass der tatsächliche Bedarf der Industrie artikuliert werde. Ein Cluster führe viel eher dazu, dass Industrie und Forschungseinrichtung zum beiderseitigen Nutzen die „gleiche Sprache“ sprächen. Das Cluster-Management des betriebswirtschaftlichen Lehrstuhls Cluster & Wertschöpfungsmanagement der TU Darmstadt verknüpfe Forschung und Anwendung in Netzwerken und verbessere die unternehmerische Partnerschaft mit technischen Forschungseinrichtungen zu fachspezifischen Themen.
Die von
Dr. Alexander Bode geleitete HESSENMETALL-Cluster-Initiative veranstaltete mit der 1. Darmstädter TCI Cluster-Konferenz ein Forum für Unternehmer, Wissenschaftler und Cluster-Manager. „Nutzen steigern durch Cluster-Kooperation“ sei zurzeit in aller Munde, aber Erfolge seien noch nicht konkret messbar.
Thematisch befasste sich diese zweitägige Veranstaltung mit dem Thema
„Nutzen in Clustern und Netzwerken sowie dessen Messung“. Zu diesem
Zweck trafen sich mehr als 50 Wissenschaftler, Unternehmer und Vertreter
aus Politik und Verbänden zu aktuellen Vorträgen und spannenden
Diskussionen.
Cluster und Netzwerkinitiativen treten aufgrund öffentlicher
Förderprogramme in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus der
öffentlichen Wahrnehmung. Grundsätzlich kann man zwischen solchen
Clustern unterscheiden, welche die Förderung der Wirtschaftskraft und
Attraktivität einer Region zum Zweck haben und solchen deren Ziel es
ist, den eigenen Netzwerkmitgliedern im globalen Wettbewerb zum Erfolg
zu verhelfen. Abhängig von dieser Zielsetzung unterscheidet sich auch
der erzielbare Nutzen für die beteiligten Unternehmen. Dies alles muss
bei einer Evaluation der Cluster-Arbeit berücksichtigt werden.
Die Vorträge und Diskussionen griffen die aktuellen Fragestellungen auf
und beleuchteten das Cluster-Thema aus ganz unterschiedlichen
Perspektiven. Von Politikern und Wirtschaftsförderern, Unternehmern und
Verbandsvertretern bis hin zu Cluster-Managern spiegelten die Referenten
die Bandbreite der Cluster-Landschaft wider. Dabei kam eindeutig zum
Vorschein, dass es eine breite Palette an unterschiedlichsten
Cluster-Typen gibt, die jeweils unterschiedliche Zielsetzungen
verfolgen: Gemein haben allerdings alle diese Cluster und
Netzwerk-Initiativen, dass sie häufig durch öffentliche Gelder gefördert
werden, die auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt sind. Somit sollte
es das Ziel aller Cluster-Manager sein, während des Förderzeitraumes ein
Geschäftsmodell das auf die Nutzensteigerung der Mitgliedsunternehmen
ausgerichtet ist zu entwickeln auf dessen Basis sich der Cluster selbst
finanzieren kann nach Auslaufen der Förderperiode.
Der verantwortliche Veranstalter Dr. Alexander Bode zeigte sich nach der
Konferenz sehr zufrieden: „Wie die Resonanz und die vielen Diskussionen
gezeigt haben, besteht in der Cluster-Diskussion noch ein erhebliches
Defizit in der Auseinandersetzung mit dem Nutzen für die beteiligten
Unternehmen. Wir hoffen, dass dieser Aspekt künftig verstärkt betrachtet
wird und auch bei der Vergabe öffentlicher Fördermittel
Berücksichtigung findet.“
Hintergrundinformationen Hessenmetall Cluster-Initiative und TCI:
Die Hessenmetall Cluster-Initiative wurde 2006 gemeinsam von der TU
Darmstadt und Hessenmetall (Arbeitgeberverbande der Metall- und
Elektroindustrie in Hessen) ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative
ist es Clusternetzwerke in der M+E Industrie zu gründen und durch
aktives Netzwerk-Management zum Erfolg zu führen. Aktuell organisieren
wissenschaftliche Mitarbeiter des Fachgebietes Unternehmensführung &
Logistik einen Automotive-Cluster, einen Aviation-Cluster sowie einen
Spritzguss-Cluster.
TCI – „The Global Practitioners Network for Competitiveness, Clusters
and Innovation“ mit Sitz in Barcelona ist die erfolgreichste weltweite
Plattform zum Austausch von Erfahrungen, Vermittlung von Best Practices
und neuesten Trends in Clustern, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation.
Mit weit über 500 Mitgliedern weltweit und der 10-jährigen Erfahrung ist
TCI ein einzigartiges Experten-Netzwerk. Die Hessenmetall
Cluster-Initiative ist institutionelles Mitglied von TCI.
Auf der Homepage des Kooperationspartners TCI ist ein zusammenfassender Bericht über die
Cluster-Konferenz in Englisch erschienen.