Zukunftsstudie 2005
Die M+E-Industrie in Deutschland
Im Februar 2005 wurde - vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln - eine Studie veröffentlicht, in der die heutige und künftige Bedeutung der M+E-Industrie für die deutsche Volkswirtschaft untersucht wurde. Auch wenn die Studie vor über zwei Jahren veröffentlicht wurde, hat sich an den Zahlen kaum etwas geändert. Nach wie vor haben die Daten einen hohen aktuellen Bezug:
- Volkswirtschaftliche Bedeutung des M+E-Sektors in Deutschland
- Innovationsanteil in der M+E-Industrie
- Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen
- Bedeutung des Exports
Bedeutung der M+E-Industrie
In keinem wichtigen Industrieland der Welt hat die M+E-Industrie eine so große Bedeutung für die Volkswirtschaft wie in Deutschland. Die M+E-Industrie ist der größte Industriezweig in Deutschland, der stets den Strukturwandel aktiv bewältigt und sich den jeweiligen Herausforderungen gestellt hat.
Der M+E-Sektor (einschließlich der kleinen Unternehmen mit weniger als zwanzig Beschäftigten) erarbeitet direkt oder indirekt über Vorleistungsverflechtungen mit anderen Branchen 18,6 % der Wertschöpfung. Anders ausgedrückt: Fast jeder fünfte Euro Wertschöpfung in Deutschland entsteht in den Werkhallen und Konstruktionsbüros des M+E-Sektors.
Volkswirtschaftliche Bedeutung des M+E-Sektors in DeutschlandAnteil der Wertschöpfung, Produktion und Beschäftigung in Prozent.
Gesamtwirtschaft = 100 Prozent

Quelle: Statistisches Bundesamt (2004). INFORGE (2004), eigene Berechnungen (Gesamtmetall)
Innovationsanteil in der M+E-Industrie
Die M+E-Industrie ist der Innovationsmotor der Wirtschaft. Etwa 70 Prozent der Unternehmen sind Innovatoren, und die Branche gibt im Schnitt sechs Prozent des Umsatzes für Innovationen aus.
Innovationsanteil in der M+E-IndustrieInnovatoren in Prozent aller M+E-Unternehmen, Anteil der Unternehmen mit Produkt- oder Prozessinnovationen, 2000 – 2002
Quelle: ZEW (2004), Mannheimer Innovationspanel, Befragung 2003, Berechnungen des ZEWSicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen
Die starke Position der M+E-Industrie basiert auf ihren dichten Netzwerken und auf der erfolgreichen Nutzung der Chancen der Globalisierung. Sie hat eine offensive Standortpolitik betrieben und ist an fast 4000 Betrieben im Ausland beteiligt, erzielt dort 514 Mrd. Euro Umsatz, beschäftigt 1,2 Mio. Mitarbeiter. Damit sichert die Branche Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland.
Die M+E-Industrie stellt als größter Arbeitgeber in 10 deutschen Landkreisen und Städten jeweils mehr als 40 Prozent aller Arbeitsplätze.
Bedeutung des Exports
Rund 10 % der Wertschöpfung in Deutschland werden – mit steigender Tendenz – durch die Exporttätigkeiten des M+E-Sektors erwirtschaftet.
Dieser Wert liegt rund 10 Prozentpunkte unter der gesamten Exportquote, die die durchgeleitete Handelsware enthält. Somit ist der deutsche M+E-Sektor immer stärker von Auslandsmärkten abhängig. Im Jahre 1995 lag der Anteil der exportierten Inlandsproduktion des M+E-Sektors noch bei 38 Prozent und hat sich auf nunmehr rund 50 % erhöht (2004).
Export in Industrieländer
Drei Viertel der deutschen Exporte gehen immer noch in die
Industrieländer, gut 14 Prozent in die Reformländer (Mittel- und Osteuropa sowie China). Diese aufstrebende Ländergruppe konnte ihren Anteil an den Gesamtausfuhren 2002 gegenüber 1995 um 5 Prozent erhöhen.
Im internationalen Vergleich nimmt der Exportanteil des M+E-Sektors in den wichtigsten OECD Ländern den zweiten Platz ein.
Exporte im Vergleich zur Gesamtwirtschaft für den M+E-Sektor und die M+E-Industrie In Prozent der Gesamtwirtschaft

Die Metall- und Elektroindustrie ist somit eine volks- und weltwirtschaftlich sehr bedeutende Branche, die in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen hat.